Focaccia nach Ciril Hitz (mit karamellisierten Zwiebelringen)

Focaccia nach Ciril Hitz (mit karamellisierten Zwiebelringen)
Und noch ein Rezept aus dem Hause Hitz. Grundlage ist ein Ciabatta-Teig, der auf einem Backblech mit Kräuteröl beträufelt und ausgebreitet wird. Die Herstellung der Focaccia ist etwas für die Sinne. Das Öl betört die Geruchsnerven, alle zehn Finger massieren den weichen und vor Gasblasen "blubbernden" Teig, die Augen quellen vor soviel schlichter Schönheit über und die karamellisierten Zwiebelringe lassen den Magen knurren.
Das Ergebnis macht das ca. viereinhalbstündige Warten bis zum Endprodukt wieder wett: knuspriger Teig mit einer extrem fluffigen, mittelporigen Krume, in die immer wieder größere Poren eingestreut sind. Dazu der dezent süßlich-wilde Geschmack der Zwiebeln ergänzt um die Würze der Kräuter. Ein Traum.
Das Teigrezept stammt von Hitz, der Rest aus meiner Feder.
- 190 g Weizenmehl 550
- 190 g Wasser
- 0,2 g Frischhefe
Hauptteig
- Poolish
- 360 g Weizenmehl 550
- 238 g Wasser
- 4 g Frischhefe
- 10 g Salz
Kräuteröl
- 100 ml Olivenöl
- 1 Knoblauchzehe (fein gehackt)
- je 1/2 Teelöffel Basilikum, Petersilie, Dill, Thymian und Majoran (fein gehackt)
- Pfeffer
- Salz
Belag
- 3 Zwiebeln
- 15 g Zucker
- 1 kräftige Prise Salz
- Pfeffer
- Pflanzenöl
- 50 g Gouda (gerieben)
Die Poolish-Zutaten vermengen und ca. 14-18 Stunden bei 19-20°C reifen lassen. Am Vortag des Backens das Olivenöl mit den Kräutern und Gewürzen verrühren und über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. Außerdem die Zwiebeln in Ringe schneiden und im in einer Pfanne erhitzten und geschmolzenen Zucker anbraten. Kurz darauf ca. 1 Esslöffel Pflanzenöl zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und weiter braten bis die Ringe schwach braun und glasig aussehen. Zum Durchziehen ebenfalls über Nacht im Kühlschrank lagern. Am Folgetag die Teigzutaten 7 Minuten auf 1. Stufe und 5 Minuten auf 2. Stufe kneten. Die Teigtemperatur sollte bei 24°C liegen. Den Teig in einem geölten Behälter 2,5 Stunden gehen lassen. Dabei alle 30-45 Minuten dehnen und falten, um die Glutenstruktur zu entwickeln. Den Teig anschließend auf ein kräftig mit Olivenöl bestrichenes Blech geben, mit reichlich Kräuteröl beträufeln und mit den Fingern, soweit es ohne Widerstand des Teiges möglich ist, in die Fläche dehnen. 10 Minuten abgedeckt ruhen lassen. Anschließend erneut mit den Fingern auf dem gesamten Blech verteilen. 10 Minuten Ruhe. Nun die Zwiebelringe gleichmäßig verteilen und mit den Fingern in den Teig einmassieren. Es schließt sich eine letzte Ruhephase von 30 Minuten bei 25°C an, nach der die Focaccia bei 250°C 20 Minuten gebacken wird. Danach den Käse verteilen und nochmals 10 Minuten backen.
Material- und Energiekosten (nur für den Teig): 1,40 €
Zubereitungszeit am Backtag: ca. 5 Stunden

Die jungfräuliche Focaccia mit Kräuteröl beträufelt.

Vor der letzten Gehphase: karamellisierte Zwiebelringe einmassiert in den Focaccia-Teig.

Knusprig, fluffig, voller Geschmack: Focaccia nach Ciril Hitz
Aktualisiert am 14. Januar 2012 |
Schlagwörter: Ciabatta, Ciril Hitz, Focaccia, Italien, Kräuter, Kräuteröl, Zwiebel



Winni
13. September 2010 um 13:09
Das sieht einfach zum reinbeißen aus, super lecker. Beim Aldi gibt es ja einen Abklatsch davon zu kaufen, aber das schmeckt sicher nicht einmal halb so gut.
Kathrin
15. September 2010 um 16:17
Das Brot ist ja ein Traum... Ich glaube den Belag werde ich demnächst mal auf meinen Pizza(teig)brötchen testen - Zwiebeln, Knobi, Kräuter und Kräuteröl gehen immer!
Apropos, hast du dich schon mal an Pizzabrot/-brötchen versucht?
LG, Kathrin
PS: Gute Besserung, hoffe die Halbgötter in Weiß lassen sich bald wieder in Ruhe^^
Lutz
15. September 2010 um 19:20
Ich steh' etwas auf dem Schlauch, was ich mir unter "Pizzabrot/-brötchen" vorstellen muss... Ein komplettes Brot mit Pizzabelag? Oder ist da einfach Käse drübergekrümelt?
Kathrin
16. September 2010 um 00:54
Weder noch
Das sind Brötchen, die aus dem gleichen Hefeteig wie Pizzaboden bestehen und z.B. warm mit Kräuterbutter gegessen werden. Einfach, aber sooo lecker, z.B. zu Salat! Auf CK habe ich z.B. dieses Rezept gefunden: http://www.chefkoch.de/rezepte/881191193635683/Pizzateig-Pizzabrot.html
Lutz
16. September 2010 um 16:22
Wieder was gelernt
Vera
5. Februar 2011 um 13:38
Hallo Lutz! Ein unbeschreiblich gutes Rezept! Man braucht Zeit, aber es lohnt sich. Der Weg zum Ziel ist eine richtige Freude, genau, wie du es beschreibst. Am meisten haben mich aber die Kräuter/Öl/Knoblauchdüfte überrascht. Die zeitaufwendigen Faltteige mag ich eh am meisten....wenn sich dann aus weichem klebrigem Teig dieser aufgeblasene Berg entwickelt, das macht richtig Spaß.
Danke!!
Vera
Lutz
6. Februar 2011 um 17:51
Wahre Worte, Vera
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