Leserwunsch: Arabisches Fladenbrot (Khubz)

Leserwunsch: Arabisches Fladenbrot (Khubz)
Eine Leserin meines Blogs hatte sich ein arabisches Fladenbrot gewünscht. Schon damals ahnte ich, dass es unter diesem Begriff mehr als ein typisches Rezept zu finden geben würde. Sie stellte sich darunter ein dünnes Brot ohne Hefe, nur mit Mehl, Salz und Wasser vor.
Nachdem ich mich durch etliche Rezepte gefuchst und Wikipedia befragt hatte, kam ich zu dem Schluss, dass ein typisches arabisches Fladenbrot scheinbar doch mit Hefe gebacken wird. Also bin ich vom ursprünglichen Wunsch abgewichen und habe ein typisches Fladenbrot namens Khubz (oder Chubz) gebacken. Damit der Teig besser dehnbar ist, habe ich einen Poolish angesetzt. Die geringe Hefemenge von 0,05 g ist korrekt. Am besten 1 g abwiegen und halbieren.
Um dennoch dem Ausgangswunsch meiner Leserin gerecht zu werden, kündige ich schonmal an, dass ich demnächst auch ein Fladenbrot ohne Triebmittel backen werde.
Das arabische Fladenbrot wird nur wenige Minuten sehr heiß von beiden Seiten gebacken. Es bleibt dadurch relativ blass, schmeckt aber vorzüglich zu allen denkbaren Belägen und Aufstrichen.
Vorteig (Poolish)
- 50 g Weizenvollkornmehl
- 50 g Wasser
- 0,05 g Frischhefe
Hauptteig
- Vorteig
- 200 g Weizenmehl 550
- 130 g Wasser
- 4 g Frischhefe
- 4 g Salz
- 10 g Pflanzenöl
Die Vorteigzutaten mischen und 18-20 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.
Alle Zutaten außer das Öl und das Salz 5 Minuten auf niedrigster Stufe und 10 Minuten auf zweiter Stufe kneten. Das Salz zugeben und 5 Minuten auf zweiter Stufe weiterkneten. Am Schluss das Öl tropfenweise über 10 Minuten auf zweiter Stufe zugeben. Der Teig hat eine mittelfeste Konsistenz und ist gut dehnbar.
Den Teig 2 Stunden abgedeckt bei ca. 24°C ruhen lassen. Dabei alle 30 Minuten falten.
Den Teig entweder mit den bemehlten Händen dünn ausziehen oder mit dem Rollholz auf der gut bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen (< 1-2 mm).
Den Fladen mit einer Gabel mehrmals einstechen (oder mit der Stipprolle).
Bei 280°C ohne Dampf von beiden Seiten je 5-8 Minuten backen.
Material- und Energiekosten: 1,10 €
Zubereitungszeit am Backtag: ca. 3 Stunden

Locker, saftig und aromatisch: Arabisches Fladenbrot (Khubz)
(eingereicht bei YeastSpotting)
Schlagwörter: Arabien, arabisches Brot, Fladen, Fladenbrot, Pflanzenöl, Weizenvollkornmehl



magentratzerl
19. September 2012 um 09:27
Das sieht toll aus, Dein Brot. Khubs gibt es bei uns sehr oft; unter anderem, damit die Kids bei “schwierigen” Speisen einen “Ausweg” haben und nicht verhungern müssen. Ich koche auch gerne orientalisch. Deine Variante sieht klasse aus; wobei ich glaube, normalerweise setzt man da in der Region für das Brot keinen Poolish an…..lohnt sich aber….Das beste khubs, das ich jemals gegessen habe kam in Israel direkt aus dem Holzbackofen im Garten – da brauchst Du nichts anderes!
Björn Hollensteiner
19. September 2012 um 10:41
Hallo Lutz,
in Persien werden die “richtigen” Fladen (Noon Lavash / Sangak) ohne Hefe gebacken. Entweder werden die Fladen auf im Backofen befindliche Kieselsteine gelegt und darauf ausgebacken oder mit Schwung an die Ofenwand geklatscht, wo sie dann in wenigen Minuten ausbacken.
Brote mit Hefe werden dort als “Noon Barbari” bezeichnet
chriesi
19. September 2012 um 11:30
Genial! Werde es bestimmt ausprobieren!
Thomas Reichelt
19. September 2012 um 11:43
Hallo Lutz,
an irgendeiner Stelle ist Dir da wohl ein Kommastellenfehler unterlaufen: Entweder werden 0,5 g Frischhefe im Vorteig benötigt (die man nach Halbierung von 1 g erhielte), oder man muss 0,1 g abwiegen und halbiert diese auf 0,05 g (wie im Rezept aufgeführt). Oder hab’ ich was falsch verstanden?
Beste Grüße
Thomas
Lutz
19. September 2012 um 18:02
Deine zweite Vermutung ist richtig. Du wiegst 0,1 g ab und halbierst die Menge. Oder du verdoppelst die Gesamtteigmenge und kannst dann 0,1 g Frischhefe nehmen.
Tabata
19. September 2012 um 20:00
Looks great! Thanks for sharing
Ulla
19. September 2012 um 20:55
Hallo Lutz, das Fladenbrot sieht Klasse aus. Es müsste doch auch, da nur kurz und ohne Dampf gebacken, in einer gusseisernen Pfanne gelingen – was meinst Du?
Lutz
20. September 2012 um 19:07
Eigentlich schon, wenn sie richtig heiß gemacht ist (> 250°C).
Sabrina
20. September 2012 um 09:00
Super! Danke für das Rezept. Werde ich zu meinem Lieblingsdip am besten mal ausprobieren.
Mischa A.
20. September 2012 um 14:48
Hallo Lutz, leider habe ich leine Löffelwaage, wie groß/wieviel rein visuell gesehen sind 0,05 g? kleine Linse, Stecknadelkopf?
Meine Tochter und ich lieben Fladenbrot mit diversen Dips.
Danke, Mischa
Lutz
20. September 2012 um 19:03
Hallo Mischa, 0,05 g Frischhefe sind ungefähr so groß wie ein Reiskorn oder eine kleine Linse.
Mischa A.
20. September 2012 um 21:38
danke vielmals, so hab ich mir es vorgestellt, LG
Flurel
19. Mai 2013 um 20:55
Chubz oder Khubz oder Khubs, heißt schlicht und einfach Brot auf arabisch, für diejenigen, die es wissen wollen