Stureby Levain nach Martin Johansson

Stureby Levain nach Martin Johansson
Wie etliche andere Brotblogger bin auch ich von den einfachen und dennoch (oder gerade deshalb) besonders aromatischen Broten von Martin Johansson begeistert. In seinem Buch “Surdegsbröd” habe ich das Stureby Levain entdeckt und nachgebacken.
Es ist ein sehr weicher Teig, für den es etwas Geschick und einen aktiven Sauerteig braucht. Die Form ähnelt einem Ciabatta, auch die grobe Porung. Geschmacklich dominieren die Säure des Sauerteiges und die Röststoffe der scharf gebackenen Kruste. Ein leckeres Brot, das als Beilage für Salate oder zum Grillen bestens geeignet ist.
Weizensauerteig
- 50 g Weizenmehl 550
- 50 g Wasser
- 5 g Anstellgut
Hauptteig 1
- Sauerteig
- 75 g Weizenmehl 1050
- 25 g Roggenmehl 1150
- 100 g Wasser
Hauptteig 2
- Hauptteig 1
- 375 g Weizenmehl 550
- 225 g Wasser
- 10 g Salz
Die Sauerteigzutaten mischen und 20 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.
Den Sauerteig mit beiden Mehlen und Wasser homogen vermischen und erneut 8 Stunden bei 20°C gehen lassen.
Abschließend die übrigen Zutaten (Hauptteig 2) außer Salz zugeben, 5 Minuten auf niedrigster Stufe und weitere 3 Minuten auf zweiter Stufe kneten. Das Salz zufügen und nochmals 2 Minuten auf zweiter Stufe kneten. Der Teig beginnt sich vom Schüsselrand zu lösen.
2,5 Stunden Gare bei 24°C. Das Teigvolumen sollte sich verdoppeln. Den Teig nach 30 Minuten sowie nach 1 und nach 2 Stunden mit einer Teigkarte mehrmals vom Schüsselrand zur Mitte hin falten. Er wird dadurch straffer und weniger klebrig.
Den Teig auf bemehltes Backpapier geben und zu einem ca. 10 x 30 cm großen Rechteck ziehen/schieben.
Mit einer Box abdecken und 30 Minuten bei 24°C gehen lassen.
Bei 270°C fallend auf 200°C 35 Minuten mit Dampf backen.
Material- und Energiekosten: 1,40 €
Zubereitungszeit am Backtag: ca. 4,5 Stunden

Großporig und saftig: Stureby Levain nach Martin Johansson
Schlagwörter: lange Führung, Martin Johansson, Schweden
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11 Kommentare
Ein Pingback
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[...] die von möglichst großen Blasen in einem Brot eingeschlossen ist. Wilde Porung, saftige Krume. Im Plötzblog* sah ich kürzlich ein vielversprechendes Rezept, den Stureby Levain nach Martin Johansson. [...]



Eva
19. Januar 2013 um 09:27
Wow! Fantastische Porung. Nach so einem Rezept suche ich schon lange, wird probiert
Stefan
19. Januar 2013 um 18:21
Reduced to the max. Ein einfaches, ehrliches Brot ganz nach meinem Gusto. Klasse, Lutz!
Was mir nach all den Jahren meiner Brotback-Profession immer noch ein Raetsel ist: Weshalb gibt Du das Salz in Hauptteig 2 erst spaeter hinzu und verknetest es nicht gleich mit den anderen Zutaten?
Uebrigens: Ich habe noch zwei Freikarten fuer die FBK in Bern abzugeben. Wenn jemand Interesse hat, einfach kurz melden.
Stefan
Lutz
19. Januar 2013 um 18:46
Hallo Stefan, das Salz gebe ich je nach Lust und Laune dazu, meist aber nach den Angaben im Originalrezept.
Es gibt zwei verschiedene Meinungen:
1. Salzzugabe nachdem sich das Klebergerüst bereits etwas entwickelt hat (Salz behindert die Eiweißvernetzung), um die Knetzeit zu reduzieren.
2. Salzzugabe von Anfang an, weil Salz die Oxidation des Teiges durch das Kneten hemmt.
Es ist also eher eine Glaubensfrage, wann man das Salz zugibt.
Die FBK hätte ich mir gern angesehen, aber für einen Kurztrip nach Bern fehlt mir leider so spontan die Zeit.
Stefan
20. Januar 2013 um 13:19
Danke, Lutz. Selbst ein Lebensmitteltechnologe kann bei Dir noch was lernen.
Bei dieser Gelegenheit ein grosses DANKESCHÖN für die Expertise und Ästhetik, mit der Du Deinen Blog – beinahe täglich – fütterst. Man spürt förmlich Deine Leidenschaft!
Mein erstes Brot hatte ich mit 11 Jahren gebacken, gar einen Lieferservice für Brot und Kuchen betrieben (Taschengeld verdreifacht!) – und bin dann zu Studentenzeiten aufs Niveau krümmeliger Brotbackmischungen abgerutscht. Buaahhh! Plötzblog hat mich gerettet und wieder auf rechte Bahnen geleitet. Kann Dir dafür gar nicht genügend Wertschätzung zollen!
Von Weihnachten habe ich noch einen Buchgutschein über, der in ein Brotbackbuch investiert werden will. Deine Favoriten von Michel Suas und Jeffrey Hamelman habe ich bereits. Diesmal soll es ein Rezeptbuch werden, in Deutsch und mit ästhetischem Anspruch. Das Buch Brot/Pain von Richemont kann ich ausleihen – scheidet also aus. Hast Du einen Tipp?
Liebe Grüsse
Stefan
Lutz
20. Januar 2013 um 14:31
Danke dir. Das freut mich. Mit Rezeptbüchern sieht es nicht gut aus. Einziges Buch mit guten (aber immer noch verbesserungsfähigen) Rezepten und toller Ästhetik ist “Brot genießen” von Rauschenberger und Brachat. Gute Rezepte findest du auch in Gerhard Kellners Buch “Rustikale Brote”, aber die Ästhetik bleibt auf der Strecke.
Wenn dein Gutschein noch warten kann, dann gedulde dich bis Mitte des Jahres… da sollte dann meines Wissens ein gutes Buch auf dem Markt sein.
-sabrina-
20. Januar 2013 um 17:43
Hallo Lutz,
kann man diesen kleinen versteckten Hinweis etwa so verstehen, dass endlich ein Buch von Dir auf den Markt kommt?!?!
Mit besten Grüßen
-sabrina-
Lutz
21. Januar 2013 um 18:13
Diese Interpretation überlasse ich dir…
Robert
23. Januar 2013 um 12:48
Servus Lutz, das Brot ist gerade im Ofen. Ist wunderbar aufgegangen und duftet herrlich. Ich freue mich schon auf die erste Ausgabe des neuen “Lutz”. DEM Standardwerk für Hobbybrotbäcker.
Gruss aus München.
Robert
uschi
21. Januar 2013 um 12:00
Lutz, das würde mich auch stark interessieren.
Susanne
23. Februar 2013 um 16:56
Hallo Lutz, ich mag die Brote von Johansson auch sehr, und habe mir daher sein neues Buch gekauft. Hast du einen Tipp für die Übersetzung? Die Rezepte kann ich ja herleiten, aber die längeren Texte..Oder sprichst du schwedisch? An dieser Stelle auch vielen Dank für die vielen tollen Rezepte, die so verlässlich gelingen! Und, obwohl mein Brotbuchregal eigentlich voll ist, für ein Buch finde ich sicher noch ein Plätzchen
Lutz
23. Februar 2013 um 18:10
Hallo Susanne, ich nutze dafür GoogleTranslate. Ist zwar etwas Abtipparbeit, aber hilft für das Verständnis.