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11. Februar 2013 · Noch kein Kommentar

Rezension: “Baguette. Eine Gebrauchsanweisung” von Rainer Schillings und Ansgar Pudenz

Nachdem “Fleur de Sel” aus dem 99pages-Verlag nur am Rande mit dem Brotbacken zu tun hatte, folgt heute ein weiteres Buch aus gleichem Hause zu einem wahren Backthema: das Baguette. Rainer Schillings und Ansgar Pudenz versprechen eine kulinarische Gebrauchsanweisung.

"Baguette. Eine Gebrauchsanweisung" von Rainer Schillings und Ansgar Pudenz

“Baguette. Eine Gebrauchsanweisung” von Rainer Schillings und Ansgar Pudenz

Das wichtigste zuerst: das Baguette-Rezept im Buch ist weder gut noch schlecht. Es ist Mittelmaß. Immerhin setzt es auf eine lange und kühle Stückgare. Der Hauptteig, der nur in der kurzen Stockgare (Teigruhe) steht, ist deswegen noch lange kein Vorteig, auch wenn die Autoren ihn so nennen mögen. Die Hefemenge ist mit reichlich 3% für ein Baguette recht üppig berechnet. Die Anleitung dagegen ist schmal ausgefallen. Das Einschneiden zum Beispiel gelingt mit den wenigen dafür aufgebrachten Worten sicherlich nicht.

Viel lesenswerter wird das Buch in den Kapiteln zur Baguette-Kulinarik. Einfache Rezepte mit und über Baguette laden zum Nach”kochen” ein. Ideen für das Frühstück, das Mittagessen, den Nachmittag oder den Abend finden sich in diesem liebenswert geschriebenen Buch reichlich. Sie wechseln sich ab mit kleinen literarischen Einblicken in die Lebenswelt und Historie des französischen Baguettes (wenngleich letztere durchaus noch ausbaufähig gewesen wäre).

“Baguette” ist schon fast ein Fotobuch mit eingestreuten literarischen Reminiszenzen und Rezepten. Die Fotografien wandeln durch den französischen Alltag, der vom Baguette geprägt ist – egal ob auf dem Moped, auf dem Bistrotisch, in der Ladentheke oder in Kinderhand. Das Baguette ist überall.

Ein schönes, ansprechend gestaltetes Buch für Liebhaber. Noch besser hätte es mit weitergehenden Hintergründen zur Qualität von Baguettes, zur Rolle der Baguette-Bäcker in Frankreich, zu den typischen Merkmalen französischer Baguettes oder deren regionalen Unterschieden werden können. Das vorhandene Potential haben beide Autoren nicht ausgeschöpft. So war es aber vielleicht auch nicht gedacht. Vielleicht sollte es einfach nur ein Buch, nein – eine Hommage, über das wohl einfachste und doch komplizierteste Brot der Welt werden.

“Baguette: eine Gebrauchsanweisung”
104 Seiten, 2010
Verlag: 99pages Verlag
ISBN: 978-3942518000
Größe: 25,8 x 20,2 x 1,8 cm
Preis: 20,00 €

Mein Dank gilt dem 99pages Verlag, der mir das Buch zur Besprechung zur Verfügung gestellt hat.

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