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BLOGBEITRAG

22. Juni 2013 · 7 Kommentare

Bratwurstbrot

Bratwurstbrot

Bratwurstbrot

Es klingt schrecklich, Bratwurst im Brot. Aber das Brot schmeckt bestens. Auf die Idee kam ich, als noch Vorräte der Weihnachtsbratwurst meines Fleischers in der Tiefkühltruhe auftauchten. Sie schmeckt derart gut (was vor allem an den besonderen Gewürzen liegt), dass ich mich zur Weihnachtszeit etwas üppig damit bevorratet hatte.

Kurz nach meiner Idee, die Wurstmasse in den Brotteig zu kneten, kam (wie auch bei anderen Bloggern) die Anfrage von RIESS, eine Form aus der neuen Sarah-Wiener-Kollektion mit Emaille-Geschirr auszuprobieren. Ich habe mich für die kleine Guglhupf-Form entschieden. Der Kontrast von Wurst im Brot wird so noch verstärkt, erwartet man schließlich einen süßen Kuchen und kein herzhaftes Brot in Kuchenform. Die Form ist Ideal für Kuchen- oder Brotgeschenke, klein, fein und durch die Emaille auch wirklich langlebig. Braun und grün passen bestens zusammen (auch wenn ich da in meiner Familie andere Meinungen gehört habe). Ein Hingucker allemal.

Nächstes Highlight des Brotes: Fleur de Sel. Statt Puderzucker habe ich nach dem Backen Fleur de Sel vom Salzprojekt darüber gestreut. Das macht den Genuss perfekt. Das Brot hat Suchtpotential. Der Geschmack hängt sicher sehr von der jeweiligen Bratwurstsorte ab, aber auch das Fleur de Sel trägt einen großen Anteil. Nicht nur, dass sich das Brot so ganz ohne Belag weg isst, die feinen, leicht feuchten Salzkristalle knistern beim Kauen und verströmen erst dann ihr volles Aroma. Besseres Fleur de Sel ist mir bisher noch nicht untergekommen.

Das Rezept ist für ein kleines normales Brot ausgelegt, weil kaum jemand solch eine noch kleinere Guglhupfform haben wird.

Vorteig (Pâte fermentée)

  • 160 g Weizenvollkornmehl
  • 95 g Wasser
  • 3 g Salz
  • 3 g Frischhefe

Autolyse-Teig

  • 220 g Weizenmehl 550
  • 140 g Wasser

Hauptteig

  • Vorteig
  • Autolyse-Teig
  • 20 g Roggenvollkornmehl
  • 90 g Bratwurstmasse (roh)
  • 4 g Salz
  • 6 g Gerstenmalz (flüssig)

Die Vorteigzutaten von Hand verkneten und 72 Stunden bei 4-6°C im Kühlschrank lagern.

Weizenmehl und Wasser verrühren und 30 Minuten abgedeckt ruhen lassen (Autolyse).

Nun alle Zutaten miteinander von Hand homogen vermengen.

2 Stunden Gare bei 24°C. Nach 30, 60 und 90 Minuten falten.

Den Teig rund- und anschließend langwirken.

60 Minuten Gare bei 24°C mit Schluss nach oben im Gärkorb.

Den Laib mit Schluss nach unten stürzen und mehrmals quer einschneiden.

Bei 250°C fallend auf 200°C mit Dampf 45 Minuten backen.

Das Brot aus dem Ofen nehmen, sofort mit Wasser abstreichen und mit Fleur de Sel bestreuen.

Zubereitungszeit am Backtag: ca. 5 Stunden

Zubereitungszeit gesamt: ca. 77 Stunden

Material- und Energiekosten: 2,40 €

Locker, saftig und würzig: Bratwurstbrot in der Guglhupf-Form gebacken.

Locker, saftig und würzig: Bratwurstbrot in der Guglhupf-Form gebacken.

Oder als kleines langes Brot geformt...

Oder als kleines langes Brot geformt…

(eingereicht bei YeastSpotting)

7 Kommentare

  1. boah, das liest sich lecker :-)

  2. Hallo Lutz,
    auch dieses Rezept klinkt wieder sehr interessant und kommt somit auch auf die immer länger werdende Nachbackliste …

    Viele Grüße
    Thomas

  3. Eine tolle Idee und schmeckt 100% ig sehr lecker. Das werde ich testen.
    Schöne Grüße, Renate

  4. Mein Mann liebt Bratwürste über alles, ich werde dieses ungewöhnliche Rezept gerne ausprobieren. Hast Du eine feine sogenannte Kalbsbratwurst genommen?

  5. Nabend Lutz,
    da muß ich auch nochmal nachfragen… als ursprünglicher Ossi habe ich bei der Wurst hier (RLP) immer Verständigungsschwierigkeiten. Verlange ich hier Bratwurst, bekomme ich Grillwürstchen. In meiner alten Heimat ist Bratwurst vergleichbar mit der hiesigen Mettwurst. Und Mettwurst ist/war im Osten = Teewurst, aber das ist ne andere Baustelle…

    Wünsche noch einen erholsamen Restsonntag nach dem Backchaos…
    Gruß aus der Eifel

    • Bratwurst ist hier im Sinne von “Roster” oder “Rostbratwurst” (alles roh, also nicht gebrüht) gemeint. Das, was man sich gemeinhin auf den Grill legt.

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