BLOGBEITRAG

21. Juni 2010 · 9 Kommentare

Was kostet das Brotbacken?

Schon lange hatte ich mir vorgenommen, auch mal die Kosten zu berechnen, die durch das Brotbacken entstehen. Angefangen bei den Zutaten bis hin zu Wasser und Strom. Für meine letzten Baguettes habe ich das mal vollständig ausgerechnet. Das Ergebnis ist sehr interessant:

Für 4 Baguettes habe ich an Kosteneinsatz insgesamt 1,59 € gehabt, also 0,40 € pro Baguette. Dabei nehmen die Stromkosten mit 54% den größten Part ein. Das reduziert sich natürlich, wenn mehrere Brote hintereinander gebacken werden (genauer gesagt reduziert es sich auf 44% bei einem und 37% bei zwei weiteren Broten, die ich vor oder nach den Baguettes backen würde). Da ich aber ausnahmsweise nur die Baguettes im Ofen hatte, ist der Stromkostenanteil schon enorm. Die Mehle verursachen knapp 37% der Ausgaben, Backmalz immerhin 7%, Hefe 2%. Die Wasserkosten in dieser geringen Menge sind vernachlässigbar.

Wenn ich nun noch die Arbeitszeit einrechnen würde, hätte ich Luxus-Baguettes hergestellt. Der Arbeitszeitfaktor sollte wirklich nur hinzugezogen werden, wenn man die Brotbäckerei „fließband-like“ betreibt und sich dadurch Aufwand und wirtschaftlicher Nutzen relativieren.

Ich werde versuchen, bei meinen kommenden Rezepten immer auch den Materialpreis mit anzugeben. Dann hat man einen ganz guten Vergleich zur normalen, käuflich erwerbbaren Bäckerware und gleichzeitig einen Überblick über die eigenen Ausgaben.

Was meint ihr: habe ich alle Faktoren berücksichtigt oder etwas in der Berechnung vergessen?

9 Kommentare

  1. Genau so rechne ich auch. Meine Arbeitskraft rechne ich ebenfalls nicht mit ein, da es ja mein Vergnügen ist. Was würde denn sonst eine geangelte Forelle kosten, wenn der Zeitaufwand mit in die Berechnung einfließen würde.

  2. Das finde ich eine ganz gute Idee! Mich würde mal interessieren, was deine Back-Grundaustattung gekostet hat, also sämtliche Arbeits- und Hilfsgeräte, die du nur zum Backen (z.B. Gärbehäter, etc.) gekauft hast. Ich glaube nämlich das das die Kosten sind, die mich vor einem tieferen Exkurs in das Hobby Backen bewahren…

    • Die Arbeitsmittel sind gar nicht so teuer, es sei denn man legt Wert auf High-Tech. Eigentlich brauchst du nur die Brotzutaten, also Wasser, Mehl, Salz, evtl. etwas Hefe. Alles andere hast du im Haushalt sowieso, wenn du etwas einfallsreich bist.

      Beispiele:
      Statt Gärkorb geht auch eine gut bemehlte oder mit einem bemehlten Tuch ausgelegte, halbkugelförmige Schüssel oder eine Kastenform.
      Statt einer teuren Knetmaschine knetest du von Hand. Das ist eigentlich sogar die Methode der Wahl, weil du dann ein besseres Gefühl für den Teig bekommst. Dieses Gefühl ist wichtig, um ein gutes Brot zu backen.

      Der Kosteneinsatz für Material ist gering. Willst du natürlich dauerhafter Brot backen, lohnt es sich schon, sich das eine oder andere zuzulegen. Gärkörbe kosten zwischen 10 und 20 Euro. Eine halbwegs gute Knetmaschine ist (ganz pauschal gesagt) ab 300-400 Euro zu haben – Preis nach oben hin fast unendlich.

      Wenn ich Geld im Überfluss hätte, würde ich mir auch noch einige Spielereien zulegen. Es gibt z.B. ganz vorzügliche Backöfen. Dafür muss ich aber noch eine Weile arbeiten gehen…

  3. Hallo Lutz
    Bin ebenfalls im Brotbackforum aber leider nur noch im Hintergrund .
    Habe erst kürzlich bei einer Anfrage von Emoni wegen der Beschwadung über ein Dampfgerät ( Dampfente ) meinen Kommentar abgegeben und die Möglichkeit als sinnvoll bezeichnet . Wieder einmal wurde hier heftig dagegen gesprochen , was mich einfach nur ärgert . Besagter User will hier so negative Erkenntnisse gemacht haben , das eine andere Userin diesen Quatsch natürlich glaubt und nun auf die Eiswürfeltechnik setzt . Ich habe nicht vor mich in irgendeiner Weise hervor zu heben nur kann ich eines nicht vertragen , mich ständig zu hinterfragen und meine Arbeit an neuer Backware , die ich eigens entwickel über viele Backversuche dann letztendlich vorstelle . Ich habe vor Kurzem dem Forum den Rücken zugewiesen weil ich glaube meine Arbeit und Bemühungen sind besser auf meiner eigenen Webseite aufgehoben , ist zwar noch stark in Bearbeitung aber mit der Zeit wächst sie stetig heran . Habe gelesen das diese Technik der Dampfente bei Dir ebenfalls Anklang gefunden hat und würde mich sehr darüber freuen wenn Du , der sich einen guten Namen gemacht hat , mal ein ernsthaftes Wort im passenden Thread des Brotbackforums sprichst , damit diesen Besserwissern mal der Garaus gemacht wird . MfG Wolfgang

    • Hallo Wolfgang, es ist wahr, dass ich auch schon mit dem Dampfreiniger gearbeitet habe, um ausreichend heißen Schwaden in den Ofen zu bekommen. Der Effekt war akzeptabel, aber der Aufwand dafür zu hoch (immer den Strom anschließen, auf das Aufheizen warten etc.). Du solltest dich in diesem oder möglichen anderen Foren nicht aufreiben lassen. Schildere deine Erfahrungen und die richtigen Menschen werden sie zu beherzigen wissen. Andere haben Erfahrungen gemacht, die nicht deiner oder meiner Erfahrung entsprechen, aber das sollte uns nicht Anlass geben, wütend zu werden, auch wenn sie möglicherweise besserwisserisch daher kommen. Wer offen für Neues ist, wird auch mal den Dampfreiniger als Bedampfungsmöglichkeit ausprobieren.

      • Hallo Lutz
        Ich danke Dir für Deine ehrliche und sehr aufgeschlossene Meinung.
        Eigentlich bin ich ein sehr ruhiger und auch aufgeschlossener Mensch .
        Es gibt trotzdem immer wieder Momente , wo ich mich aus meiner Ruhe bringen lasse . Das sollte einem alten Hasen wie mir eigentlich nicht mehr passieren , deshalb werde ich mich an Deinen Rat halten und Ruhe einkehren lassen . Hat mich gefreut Deine Antwort zu lesen , in diesem Sinne

        VLG Wolfgang

  4. hallo, wie mache ich am besten den Sauerteig und wie bewahre ich diesen auf? Meine Bekannte nimmt immer vom Teig was weg und friert es ein. Mein Brot geht nicht richtig auf. Bin über jeden Tipp dankbar.

  5. Zur Berechnung der (Selbst-)Kosten fehlt mir hier ein wichtiger Punkt: Die Qualität der Zutaten!

    Mein Beispiel: Ein „5 Elemente Brot“, Hauptbestandteile sind Dinkel und Apfelsaft. Für die Zutaten (ALLES IN BIO-QUALITÄT) errechne ich einen Gesamtpreis (incl. Brotgewürze, Hefe, etc.) von 3,75€. Daraus backe ich drei Brote von ca. 700 – 720g. Die Stromkosten, kontrolliert am Stromzähler, belaufen sich durchschnittlich auf 0,45€/h, macht also 4,20€ für drei Brote. Das Ganze wiederholt mit meiner Backgruppe in der Schule gestestet. Im Bioladen kostet ein, wohlgemerkt ein ganz ähnliches 700g-Brot 4,55€! Dass ein selbstgebackenes Brot preislich nicht mit einem Fabrikbrot mithalten kann, ist klar. Aber das hieße auch, Seeteufel mit Fischstäbchen vergleichen! So – doch nun genug der Rechnerei! Ich gehe lieber in die Backstube, um rustikale Bauerbrote zu backen. Denn das Vergnügen, sein eigenes Brot zu backen in Verbindung um das Wissen der Qualität ist eh unbezahlbar!

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