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6. Juli 2010 · 1 Kommentar

Das Brot des Geologen (I) – Der versteinerte Brotlaib

Ich gebe zu, ganz ohne meinen Beruf geht es in diesem Blog doch nicht – auch wenn ich das Gegenteil behauptet habe. Die Brotbäckerei hat eben doch zu viele Analogien zur Geologie (oder zu den Geowissenschaften im Allgemeinen). Und da ich diese Tatsache einfach nicht leugnen kann, starte ich heute eine lose und unregelmäßige Artikel-Sammlung über die vielfältigen Zusammenhänge zwischen der Geologie, dem Geologen, seinem Brot und dessen Herstellung.

Den Anfang machen zwei Fotos, die mir dankenswerter Weise Jonathan Hey zur Verfügung gestellt hat. Was darauf zu sehen ist? Ein Brotlaib. Überdimensioniert, altbacken, akkurat geschnitten und versteinert zu Monzogranit:

Steinerner Brotlaib im Joshua-Tree Nationpark, Südkalifornien, USA (Foto: Jonathan Hey).

Steinerner Brotlaib im Joshua-Tree Nationpark, Südkalifornien, USA (Foto: Jonathan Hey).

Der steinerne Brotlaib ist in geologischer Wahrheit Ergebnis von Verwitterungsprozessen, die über Jahrmillionen andauerten und dem Monzogranit arg zusetzten (Foto: Jonathan Hey).

Der steinerne Brotlaib ist in geologischer Wahrheit Ergebnis von Verwitterungsprozessen, die über Jahrmillionen andauerten und dem Monzogranit arg zusetzten (Foto: Jonathan Hey).

Der Brotlaib befindet sich im Joshua-Tree Nationalpark im Süden Kaliforniens (USA). Über Jahrmillionen andauernde Verwitterungsprozesse formte sich aus dem einst massiven Monzogranit eine Landschaft, in der an der Oberfläche lediglich Relikte übrig blieben. Das besonders spektakuläre Beispiel im Bild dürfte neben seiner länglich abgerundeten Form vor allem wegen der glatten „Schnittfläche“ an ein Brot erinnern. Diese Fläche müsste nach meinem Dafürhalten eine Kluft- oder Störungsfläche sein, an der die Natur besonders gut angreifen kann, weil sie eine Schwächezone im Gestein darstellt. Wird der zwischen Kluft und Gestein bestehende Verband über die Zeit durch eindringende Wässer gelöst und außerdem noch die Masse des umgebenden Granits abgetragen, fehlt schlicht der Zusammenhalt und das Gestein zerfällt an dieser Fläche.

Über den Ursprung des Brotes kann ich nur mutmaßen. Wahrscheinlich ein Weizenbrot. Was meint ihr? 😉

Vielen Dank an Jonathan, der so unkompliziert der Verwendung seiner Fotos zugestimmt hat!

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