BLOGBEITRAG

30. August 2010 · 11 Kommentare

Kartoffel-Zwiebel-Brot

Kartoffel-Zwiebel-Brot

Kartoffel-Zwiebel-Brot

Ich habe mich seit langem mal wieder an das Kartoffelbrot aus Petras Brotkasten erinnert, das ich vor über einem Jahr als eines meiner ersten Brote gebacken habe. Weil ich damals so begeistert davon war, wollte ich endlich mal wieder ein Brot mit Kartoffeln backen. Hier ist der erste Versuch… Die Zwiebeln ergänzen den kartoffeligen Grundton wunderbar. Ich habe (leider) etwas zuviel Wasser zugegeben (100 g mehr als in meinem Planrezept), weil ich der Meinung war, der Teig entwickelt sich zu Beton. Dass er durch langes Kneten durch die Kartoffeln aber noch an Feuchte gewinnt, hatte ich ausgeblendet. Deshalb musste ich mit 70 g Roggenmehl nachhelfen, um ihn überhaupt bearbeiten zu können. Trotzdem war er sehr weich und das Brot ist relativ flach geraten.

Geschmacklich bin ich begeistert. Die saftige Krume schmeckt mild süßlich mit kräftiger Kartoffelnote. Dazu der Duft gerösteter Zwiebeln, der permanent in die Nase steigt.

Das hier verbloggte Rezept ist mein Planrezept. Das sollte einen gut zu verarbeitenden Teig ergeben, der während der ersten Knetminuten ganz und gar nicht diesen Eindruck erweckt, sich später aber berappelt. Ein zweiter Versuch folgt bestimmt…

Roggensauerteig

  • 100 g Roggenmehl 1370
  • 100 g Wasser
  • 10 g Anstellgut

Hauptteig

  • Sauerteig
  • ca. 520 g Kartoffeln (gekocht und gepellt)
  • 15 g Leinöl
  • 2 Zwiebeln (gewürfelt und geröstet)
  • 100 g Roggenmehl 1370
  • 300 g Weizenmehl 550
  • 10 g Salz
  • 6 g Frischhefe

Die Sauerteigzutaten verrühren und 12-16 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen. Die Kartoffeln mit einer Gabel zerdrücken und mit dem Öl mischen. Dann alle anderen Zutaten zufügen, 5 Minuten langsam und 5-8 Minuten auf zweiter Stufe kneten bis sich der Teig von der Schüssel löst. 30 Minuten Teigruhe. Dann einen Laib formen und 60 Minuten gehen lassen. Einschneiden und bei 250°C fallend auf 200°C mit Dampf 50 Minuten backen.

Material- und Energiekosten: 2,00 €

Zubereitungszeit am Backtag: ca. 3 Stunden

Kartoffel-Zwiebel-Brot: saftige Krume mit milder Süße, Zwiebelduft und kräftiger Kartoffelnote.

Kartoffel-Zwiebel-Brot: saftige Krume mit milder Süße, Zwiebelduft und kräftiger Kartoffelnote.

11 Kommentare

  1. Stell ich mir wirklich prima vor, der Anschnitt sieht zum Reinbeißen aus!

  2. Hallo!!
    Wir genießen gerade dieses überaus gelungen aromatische, saftige würzige Brot zu unserer Brotzeit. Gerade ich als Veganer lege riesgien Wert auf ein gutes Brot u dieses hier ist absolut genial! Der Teig ließ sich einwandfrei verarbeiten, hatte einen phänomenalen Ofentrieb, ach ich bin einfach nur begeistert… herausgekommen ist genau wie du beschrieben hast ein saftiges, schön nach Kartoffeln u süßlich nach Zwiebeln schmeckendes Brot, klasse.

    Liebe Grüße u einen schönen Abend =)
    Sabrina
    (die mittlerweile ein fleißiger Mitleser geworden ist u die tollen Fotos u Rezepte immer mit Bewunderung u Begeisterung verfolgt)

  3. Hallo Lutz,

    nach geschätzt hundert Broten, die ich bisher gebacken habe und die bisher (von vielleicht kleinen optischen Fehlern abgesehen) vom ersten bis zum vorletzten Brot immer gut gelungen waren, ist es nun zum ersten Mal komplett in die Hose gegangen. Stückgare verlief normal. Als ich nach fünfzehn Minuten den Dampf abließ, freute ich mich über den Ofentrieb. Eine halbe Stunde später war das Brot komplett in sich zusammengesackt. Die Hoffnung, dass es wenigstens essbar sein würde, verflog beim ersten Anschnitt: der ohnehin nur noch geringe Durchmesser der Krume war zu 8o Prozent klitschig. 
    Kann das an zu viel Wasser liegen? Ich habe keine Knetmaschine und knete Brote mit Roggenanteil manchmal mit nassen Händen auf befeuchteter Unterlage, weil der Teig sonst zu sehr klebt. Dabei befeuchte ich Hände und Unterlage natürlich immer wieder. Bisher gab das allerdings noch keine Probleme. Und ich habe zwei kleine Brote daraus gemacht und sie nebeneinander gebacken. Könnte das auch eine Ursache sein?
    Ich bin ziemlich ratlos, weil ich nichts viel anderes als sonst gemacht habe, und noch nie ein solches Problem hatte.

    • Hallo Robert,
      nach deiner Beschreibung kommen nur drei Ursachen in Betracht:
      – der Teig war zu weich
      – dein Mehl hatte eine unüblich hohe Enzymaktivität
      – dein Sauerteig war extrem mild (zu wenig Säure).

      Ich würde auf den letzten Fall tippen. Du kannst nun entweder probieren, den Sauerteig kälter zu führen und/oder mehr Anstellgut zu nehmen oder die Sauerteigmenge im Teig zu erhöhen.

      Für den Anfang kannst du es auch mit weniger Wasser im Teig versuchen.

  4. Hallo Lutz,
    besten Dank für die schnelle Antwort. Ich vermute nun auch letzteres, da ich zum ersten Mal den Sauerteig aufs Aquarium gestellt hatte. War möglicherweise zu warm. So lernt man dazu.

  5. Hallo Lutz,

    kann man das Leinsamenöl auch durch Olivenöl ersetzen?

  6. Hallo,

    ich habe vor ein paar Tagen mit dem Brotbacken angefangen, weil man bei mir nirgends mehr selbstgebackenes Brot bekommt, nur noch diese Aufbackware in allen Bäckereien.
    Als Startbrot hab ich mir dieses hier ausgesucht, weil wir Kartoffelbrot und Zwiebelbrot so gerne essen.
    1. Versuch: flach wie ein Stein aber sehr leckere Kruste
    2. Versuch: Versehentlich Umluft angehabt in den ersten 10 Minuten, mal schauen wie es wird. Mir ist das Brot obenauf überall aufgerissen, schon beim Gehen Lassen. Ich hab ca. 10 gr Hefe reingetan, in der Hoffnung, dass es dann besser aufgeht. Ich denke mal, dass da der Fehler liegen wird.
     Abgesehen von den optischen Mängeln aber ein klasse Brot.
    Vielleicht wird es ja beim dritten Versuch in 2-3 Tagen etwas. Länger hält es sich bei 2 Personen bei uns nicht.

    P.S.: Kurse im Ruhrgebiet wären richtig klasse.

  7. Hallo,
    da kommt wirklich kein weiteres Wasser dazu außer das im Sauerteig?
    Gruß Anja

    • Nein, das kommt aus den Kartoffeln. Je nach Kartoffelsorte kann es aber sein, dass du ein paar Gramm nachschütten musst, wenn der Teig zu fest wird.

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