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10. Februar 2011 · 19 Kommentare

Wasserwecken alias Knauzenwecken (2. Versuch, mit Rezept)

Wasserwecken alias Knauzenwecken (2. Versuch, mit Rezept)

Wasserwecken alias Knauzenwecken (2. Versuch, mit Rezept)

Beim letzten Mal hatte ich das Rezept für die Wasserwecken noch zurück gehalten, weil ich hoffte, den Knauzen hinzubekommen. Leider war die Hoffnung größer als der Erfolg. Ich habe dieses Mal probiert, die Brötchen mit Schluss nach oben zu backen, aber auch das hat keinen Knauzen hervor gebracht. Vielleicht ist mein Ofen einfach zu feucht. Knauzenwecken brauchen eine sehr trockene Umgebung, in der die Teiglingshaut sofort verkrustet und an einer Stelle aufbricht, um den Knauzen herauszudrücken.

Trotzalledem bin ich geschmacklich und auch aus ästhetischer Sicht mit den Brötchen sehr zufrieden. Die Krume ist sehr feinporig, aber so weich und angenehm im Biss, dass ich sie allemal einem Luftbrötchen vorziehe.

Hier nun das Rezept. Vielleicht hat der ein oder andere von euch noch ein paar Tipps?

Hauptteig

  • 200 g Dinkelmehl 1050
  • 200 g Weizenmehl 550
  • 260 g Wasser
  • 20 g (Lein-) Öl
  • 9 g Salz
  • 9 g Hefe
  • 200 g Wasser und 20 g Salz als Tauchbad

Alle Zutaten außer dem Salz 5 Minuten auf niedrigster und 10 Minuten auf 2. Stufe kneten. Das Salz zufügen und weitere 10 Minuten kneten. Anschließend den Teig 18-20 Stunden im Kühlschrank lagern.

Am nächsten Tag den kalten Teig in 6 Teile teilen, grob zu einer rundlichen Form zusammenfalten und 30 Minuten mit Schluss nach oben auf bemehltem Leinen ruhen lassen.

Nun jeden Teigling mit den Fingern am Schluss greifen, mit der Teiglingsoberfläche in das Salzwasser tauchen, mit der nassen Seite nach unten sofort in eine Suppenkelle legen und mit dieser den Teigling auf den auf 250°C vorgeheizten Backstein transportieren. Die Salzseite muss nach oben zeigen.

Ohne Dampf bei größtmöglicher Hitze 20-25 Minuten backen. Dabei anfangs regelmäßig überschüssige Feuchte aus dem Ofen lassen.

Material- und Energiekosten: 1,70 €

Zubereitungszeit am Backtag: ca. 1 Stunde

Helle, kleinporige, weiche Krume in den Wasserwecken

Helle, kleinporige, weiche Krume in den Wasserwecken

19 Kommentare

  1. Hallo Lutz,
    da sind sie ja endlich ;). Sehen lecker aus. Ich hab mich mal an einem eigenen Rezept versucht, ist noch nicht verbloggt, findest du aber im Ketex-Forum.

  2. Die Brötchen sehen echt lecker aus. Ich möcht mich auch mal im Brotbacken versuchen, muss mich aber erstmal ins gröbste einlesen.

  3. Ich liebe es Brot und Brötchen selbst zu backen, sodass ich die Knauzenwecken auf jeden Fall auch einmal ausprobieren werde. Vielen Dank für das tolle Rezept.

  4. Diese Wecken wurden heute zum Frühstück ausprobiert. 
    Sie schmecken recht authentisch und auch vom Optischen hat es bei mir ganz gut geklappt. Es gab sogar bei 3 Wecken einen Knauzen. Warum bei den anderen nicht, das weiß ich nicht. 
    Ich danke auf jeden Fall für ein weiteres tolles Rezept! Vor allem freue ich mich über jedes deiner Rezepte, die man so schön über Nacht ansetzen kann, da wir sehr gerne frische Brötchen zum Frühstück haben 😉
    LG!

  5. 6 Brötchen wären für meine Familie etwas wenig. Kann ich da die Teigmengen auch proportional vergrößern?
    LG!

  6. Hi !

    Habe die Wasserwecken jetzt 2x nachgebacken, geschmacklich ein Gedicht. Wie hast Du es hinbekommen, daß sie so schön glänzen? Bei mir sind sie eher stumpf.

    Grüße

    Dirk

  7. Hm, eine eher generelle Frage: Ich habe Roggenmehl 1380 (1150 habe ich nicht als Biomehl bekommen) muß ich da irgendwas beachten? – Und das Dinkelmehl, kann ich da auch selbstgemnahlenes Vollkornmehl nehmen? – Welche Veränderung empfiehlst Du?

    • Kannst du beides verwenden, brauchst aber deutlich mehr Wasser im Teig (auf Sicht beim Kneten zugeben). Das Brötchenvolumen wird etwas drunter leiden, dafür gibt’s vollwertigere Brötchen.

  8. Halihalo,

    Hätte ein paar Fragen… ist Bäckerleinen notwendig für was ist es besser zu einem Brett? Habe auch irgendwo was mit Knauzergreifer gelesen, mal blöd gefragt ist das eine Grifftechnik oder ein Werkzeug?

    kräftig bedampfen nach dem Einschießen was ist mit Einschließen gemeint bitte. Möchte die nachbacken.

    Danke Tina

    • Bäckerleinen schützt den Teigling vor dem Antrocknen (Teiglinge werden kopfüber hineingesetzt) und stabilisiert den Teigling während der Gare (wie ein Gärkorb, nur eben für Kleingebäcke).
      Der Greife sieht aus wie eine Schöpfkelle mit langem Stiel.
      Einschießen bedeutet „Einschieben“ des Teiglings in den Ofen.

  9. Halleluja, er hat ein Wasserwecken-Rezept! Das werde ich die nächsten Tage versuchen. Ich hab noch eine Anregung. Ich bin nämlich aus Oberschwaben und kenne mich – zumindest was den Verzehr angeht – mit Wasserwecken aus 🙂 Wir hatten in meiner Kindheit einen Bäcker, der hat in den Wasserwecken Apfelstücke eingebacken. Das gab es nur bei dem Bäcker und seitdem nie wieder gesehen. Das war göttlich. Sobald mir dieses Rezept hier gelingt, werde ich mich an der Apfelvariante versuchen. Grüße!

  10. Hallo Lutz,

    Ich habe gerade meine ersten Wasserwecken aus dem Ofen geholt, befürchte aber das ich einen bösen Fehler gemacht hab, die Guten wollen sich nämlich nicht vom Stein trennen. Ich denke ich hab beim tauchen etwas falsch gemacht. Kannst Du mich da bitte korrigieren? Also ich greife die Wecken oben am Schluss, dann hab ich sie getaucht und mit dem Schluss nach oben auf den Backstein gesetzt, wegen dem Kauz dachte ich. In Deinem Rezept steht aber mit der Salzseite nach oben aber dann ist doch der Schluss unten? Oder muss ich sie mit dem Schluss ins Salzbad tauchen? Aber wie fasse ich sie dann an?
    Ich wäre Dir wirklich sehr dankbar für Deine Hilfe…

    • Der Schluss ist beim Backen unten, das stimmt. Der Teig sucht sich seinen Weg. Ich würde zum Backen (je nach Backstein) besser ein Backpapier unterlegen. Das spart Ärger…

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