BLOGBEITRAG

25. Februar 2011 · 6 Kommentare

Rezension: „Brot: Herzhaft-knusprige Verführungen“ von Cathy Ytak

Das im französischen Original 2007 und ein Jahr später auch in Deutschland erschienene Buch „Brot: Herzhaft-knusprige Verführungen“ von Cathy Ytak hebt sich bereits durch ein spezielles Werkzeug von anderen Brotbüchern ab: der Brotbackautomat. Alle Rezepte sind entweder für die gesamte Palette der Automatenfunktionen ausgelegt oder aber für das Mischen und Kneten.

"Brot: Herzhaft-knusprige Verführungen" von Cathy Ytak

Das Buch zieht durch seine schlichte Eleganz die Aufmerksamkeit auf sich. Es macht Freude, sich durch die rund 190 Seiten des broschierten Sonderformats zu arbeiten. David Japys anregend schöne Fotografien der per se unspektakulär geformten Automatenbrote lassen auch die Herzen von Hobbybäckern höher schlagen, die auf den Einsatz der Maschine verzichten.

Trotz der kleinen Schrift wirkt das Buch sehr aufgeräumt und locker. Die einleitenden Kapitel über Mehlsorten, Eigenheiten von Brotbackautomaten, Backzubehör oder der Variabilität von Flüssigkeitsmengen im Teig folgen diesem Credo. Sie sind übersichtlich, gut verständlich und der Praxis verschrieben.

Die Rezepte sind eine Fundgrube für ausgefeilte Brotideen. Ob einfach (Landbrot) oder außergewöhnlich (Nussbrot mit Blauschimmelkäse), die Anleitungen sind klar und nachvollziehbar. Häufig arbeitet Ytak mit Trockensauerteig, teils auch mit Vorteigen. Jedes Rezept ist für drei verschiedene Brotgrößen (600, 750, 1000 g) angegeben. So entfällt lästiges Umrechnen. Auch verschiedene Flüssigkeitsmengen erleichtern die Anpassung der Rezepte an die eigenen Bedürfnisse und Voraussetzungen.

Cathy Ytak, neben ihrem Brothobby Romanautorin und Übersetzerin, ist ein fabelhaftes Buch für all jene gelungen, die zu Hause geschmackvolle Brote backen, dabei aber nicht allzu tief in die Materie eindringen möchten. Für Anfänger ist es genau der richtige Einstieg. Die Rezepte sind ein guter Kompromiss zwischen handwerklicher und anspruchsloser Brotbäckerei. Ob herzhaft, süß, ausgefallen oder alltäglich. In „Brot: Herzhaft-knusprige Verführungen“ findet jeder ein Brot zum Nachbacken – im Automat, im Backofen oder gar in der Pfanne.

Dass Weizenteige die Rezeptvielfalt dominieren und zahlreiche Brioche-Varianten alle übrigen süßen Gebäcke verdrängen, mag ein Indiz für die französische Heimat der Autorin sein. Wer sich davon nicht abgeschreckt fühlt, einen Brotbackautomaten besitzt und ein wenig Enthusiasmus mitbringt, wird in diesem Buch sein Bäckerglück finden. Für Hobbybäcker mit Erfahrung und Verfechter von herkömmlich (ohne Backautomaten) hergestellten Broten dürfte sich die Anschaffung dennoch lohnen. Mit 120 Rezepten ist Cathy Ytaks Buch eine wahre Inspirationsquelle für Brote mit eigenen, ausgefeilteren Zubereitungsmethoden.

„Brot: Herzhaft-knusprige Verführungen“ von Cathy Ytak
191 Seiten, 1. Auflage, 2008
Verlag: AT Verlag
ISBN: 978-3038003915
Größe: 28,4 x 17,6 x 1,6 cm
Preis: 17,90 €

Mein Dank gilt dem AT Verlag für die freundliche Bereitstellung des Buches zur Besprechung.

6 Kommentare

  1. Moin Lutz,
    zunächst:
    heissen dank für die buchbesprechungsreihe. prädikat wertvoll!
    hast Du das
    Handbuch Sauerteig: Biologie, Biochemie, Technologie [Gebundene Ausgabe]
    Gottfried Spicher (Herausgeber), M. Brandt (Herausgeber)
    zur bewertung vorgesehen?

    Mir würde eine entscheidung deutlich leichter fallen…

    • Nein, ich wollte bewusst Brotbücher besprechen, die für den „normalen“ Hobbybäcker gedacht sind. Werke, die eher in die Kategorie Fachbuch fallen, sind bislang noch nicht in meinem Regal. Da es hier nun aber schon ein paar solcher Wünsche gab, sollte ich das vielleicht für eine spätere zweite Runde in Betracht ziehen.

      Danke für dein Lob, Schelli :).

  2. Lieber Lutz, bin traurig, dass Sie keine Bücher mehr besprechen wollen! Ich liebe Bücher und kein noch so guter Blog kann ein Buch ersetzen. Sie waren mir bei der Kaufentscheidung eine grosse Hilfe, weil immer 100prozentig richtig, was beim Bücherkauf im Internet wichtig ist. Vielleicht werden Sie doch wieder rückfällig? Denken Sie sich, dass die Zufriedenen sich seltener melden als Meckerer! Hiermit danke, danke! Ilse aus Österreich

  3. Hallo Lutz!

    In einer der Kundenrezensionen des Buches von Cathy Ytak bei Amazon findet man folgende Zeilen: „Nach 3 Monaten erst entdeckte ich das kleine dem Buch beigelegte Lesezeichen (wer liest schon ein Lesezeichen?), auf dem darauf hingewiesen wird, dass der im Buch verwendete und in Frankreich und in der Schweiz erhältliche Sauerteigextrakt bereits mit Hefe gemischt ist. Das heißt, bei in Österreich und ich nehme an in Deutschland erhältlichem Sauerteigextrakt muss noch Hefe dazugegeben werden.“
    Ich habe das Buch gebraucht gekauft und das erwähnte Lesezeichen nicht erhalten. Deshalb die Frage: Trifft es zu, dass unter Umständen eine Zugabe von Hefe erforderlich ist, oder hat die Rezensentin vielleicht etwas falsch verstanden?

    • Ja, bei Sauerteigextrakt muss immer Hefe zugegeben werden, weil das mikrobiell tot ist (und neben ei bemerkt einen ganz fürchterlichen Geschmack ins Brot bringt). Dann lieber lebendiger Sauerteig.

Schreibe einen Kommentar

Sidebar ein-/ausblenden
Translate »