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27. Februar 2011 · 2 Kommentare

Rezension: „Schnelle Brote“ von Kristiane Müller-Urban

Vergessen Sie (fast) alles, was Sie bisher über Brotbacken gehört oder gelesen haben, denn unsere Brote müssen nicht stundenlang ruhen und mehrmals geknetet werden. Sie kommen schon nach einer guten Stunde aus dem Ofen.

Die beiden Wörtchen „schnell“ und „Brot“ schließen sich für die meisten ambitionierten Hobbybrotbäcker aus. Es sind Gegensätze wie Tag und Nacht. Und so war ich äußerst skeptisch bei dem, was mich im Anfang 2010 in bereits 4. Auflage erschienenen Buch „Schnelle Brote“ von Kristiane Müller-Urban erwarten sollte. Doch meine Skepsis wurde überraschenderweise gemildert.

"Schnelle Brote" von Kristiane Müller-Urban

Ein schnelles Durchblättern reizt die Sinne. Bestechende Fotografien von Jörn Rynio machen es kompliziert, dem Versuch zu widerstehen, sofort eines der ideenreichen Rezepte nachzubacken. Es ist lobenswert, dass die Autorin in ihren „10 Erfolgstipps“ darauf hinweist, dass die Schnelligkeit der Zubereitung auch Schattenseiten hat. Zwar verschweigt sie die verminderte Aromenvielfalt des Teiges, erinnert aber daran, dass die Haltbarkeit sehr begrenzt ist.

Die Rezepte basieren überwiegend auf Backpulver als Triebmittel. In vielen Fällen ist dieses aber bewusst mit Hefe kombiniert worden, um doch noch etwas mehr Aroma, eine größere Porung und etwas bessere Haltbarkeit zu erreichen als bei reinen Backpulverteigen. Geschmacklich werden einige Brote mit Sauerteigextrakt aufgepeppt.

Die Teige sind am Backtag durch den vergleichsweise hohen Wassergehalt sehr saftig und schmecken durch die aromagebenden Zutaten trotz aller Schnelligkeit. Alle Brote werden in Kastenformen verbacken. Auch das ist neben der simplen Teigbereitung ein Faktor, der Anfängern oder Gelegenheitsbäckern zu Gute kommt.

Die vorgestellten Brote haben großes Potential, als Ideengeber und Inspiration für Hobbybäcker zu dienen, die auf Sauerteig und Vorteig nicht verzichten wollen. Die Vielfalt der Zutaten, von Nüssen über Rote Beete, Sauerkraut und Mais bis hin zu Möhren, Salami oder Steinpilzen macht „Schnelle Brote“ zu einem Quell an faszinierenden Brotideen. Dass Müller-Urban überwiegend „exotische“ Brotvarianten präsentiert, mag den einen oder anderen abschrecken. Für den Frühstückstisch sind sie kaum geeignet, eher zum Abendessen, zu Suppen oder festlichen Anlässen. Außerdem wird auf Vollkorn- und Roggenmehle weitgehend verzichtet, da damit nur unter widrigen Bedingungen akzeptable, genießbare Ergebnisse innerhalb der vorgegebenen kurzen Zeit erreicht werden können.

Wie bei vielen Büchern, bietet der Innenteil leider nicht das, was auf der Verpackung versprochen wird: das Brot vom Buchcover fehlt im Rezeptteil.

Abgesehen von weiteren kleinen Mankos, wie Buchstaben- und Zahlendrehern (z.B. Mehltype 505 statt 550), ist das gut strukturierte und um kleine Tipps ergänzte Buch im handlichen Taschenbuchformat empfehlenswert für all jene, die unkompliziert und schnell ausgefallene Brote zubereiten möchten. Wenn ich (gleichwohl mit generellen Bauchschmerzen) überhaupt ein Buch über schnelle Brote empfehlen sollte, dann dieses.

„Schnelle Brote“ von Kristiane Müller-Urban
64 Seiten, 4. Auflage, 2009/2010
Verlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
ISBN: 978-3833820359
Größe: 25,8 x 17,2 x 8,6 cm
Preis: 7,99 €

Mein Dank gilt dem Gräfe und Unzer Verlag für die freundliche Bereitstellung des Buches zur Besprechung.

2 Kommentare

  1. Sali Lutz
    Das Rezept zum Brot von der Titelseite befindet sich auf Seite 36!
    Hinweise beim Imressum. 
    Besitze das Buch seit ca. einem Jahr ohne es zu verwenden. 
    Um das sonnige Wetter noch geniessen zu können versuche ich nun das Titelbrot / Saftiges Drei – Kerne – Brot. 
    Liebe Grüsse
    Romy

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