BLOGBEITRAG

5. März 2011 · 5 Kommentare

Rezension: „Gutes Brot“ von Roswitha Huber

Lisa nennt das 2010 erschienene Brotbackbuch „Gutes Brot“ von Roswitha Huber bereits ihr eigen und auch mich hat es neugierig gemacht. Roswitha Huber unterrichtete lange Jahre im malerischen Rauris Volksschüler bis sie sich 1996 mit ihrer „Schule am Berg“ auf eigene Beine gestellt und sich vollends dem Grundnahrungsmittel verschrieben hat, dem das leidenschaftlich verfasste Buch gewidmet ist: dem Brot.

"Gutes Brot" von Roswitha Huber

Auf über 200 Seiten griffigem Hochglanzpapier nimmt die Autorin den Leser mit auf eine Reise durch die Welt des Brotes und durch die Brote der Welt. Von der historischen Entwicklung des Brotes vom einfachen Fladen zu einem der vielfältigsten Nahrungsmittel, über Warenkunde der Getreide, Mehle und Gewürze bis hin zu grundlegenden Verarbeitungstechniken von Teigen wird ein breites Themenspektrum abgedeckt. Doch nicht nur das. Besonders faszinierend zu lesen sind die Erlebnisse ihrer vielen Reisen zu Bäckern ferner Länder. Ob die Krapfenbäckerin in Burkina Faso oder die beeindruckende Holzofenbrot-Manufaktur bei Paris – gerade in diesen Texten spürt der Leser Roswitha Hubers Leidenschaft für gutes Brot. Eine Leidenschaft, die auch in anderen Kapiteln, z.B. rund um Holzöfen, Brotfeste oder Getreidemühlen, Ausdruck findet.

Neben all der sehr verständlich und auf Augenhöhe mit Laien geschriebenen inhaltlichen Vielfalt um das Kulturgut Brot, kommen die Rezepte nicht zu kurz. Sie sind einfach zu handhaben, wenngleich die eine oder andere Zutat nur mit engagiertem Rechercheaufwand zu bekommen sein wird. Huber verzichtet bei ihren vorgestellten Broten weitgehend auf Vorteige und nimmt zugunsten kürzerer Verarbeitungszeiten einen höheren Hefeanteil in Kauf. Dennoch, oder gerade deshalb, ist das Buch dank der erprobten und gut nachvollziehbaren Rezepturen ein gutes Einstiegswerk in die Brotbäckerei in den eigenen vier Wänden. Erfahrenere Hobbybäcker können sich aus dem reichhaltigen Rezeptefundus anregen lassen.

Außer vernachlässigbaren Details, wie der mehrfach beschworene Einfluss des Mondes auf die Backeigenschaften von Teigen, überzeugt das Buch mit fachlicher Substanz und hervorragenden Fotografien, die neben den wunderbaren Texten Lust aufs Nachbacken verspüren lassen. Leider hat es Roswitha Huber versäumt, ihre Reiseschilderungen mit dazu passenden Brotrezepten zu ergänzen. Hier verschenkt das Buch in meinen Augen großes Potential.

„Gutes Brot“ ist ein Buch für die Sinne. Geschätzt mehr als die Hälfte aller Seiten sind bebildert. Der locker arrangierte Text findet genügend Raum. Ein Fest für die Augen. Ein Fest für die Vorstellungskraft. Ein thematisch breites Buch, das für einen Einblick und Einstieg in die Brotbäckerei wunderbar geeignet ist. Keine Rezeptesammlung, sondern ein Erlebnisbuch.

„Gutes Brot“ von Roswitha Huber
232 Seiten, 1. Auflage, 2010
Verlag: Dort-Hagenhausen-Verlag
ISBN: 978-3981310443
Größe: 28,6 x 22,6 x 2,4 cm
Preis: 24,95 €

Danken möchte ich dem Dort-Hagenhausen-Verlag, der mir das Buch freundlicherweise zur Besprechung überlassen hat.

5 Kommentare

  1. Wenn du Nina mit Lisa ersetzt, dann finde ich deine Rezension zu diesem sehr treffend. Ich hätte es wohl nicht anders geschrieben. Nächste Woche kommt das Waldviertler Brot aus diesem Buch dran zum Nachbacken. lg

  2. Das war aber nur ein sehr kleines Fettnäpfchen 😉 Es darf „menscheln“, dass macht uns alle ein Stück sympathischer.

  3. an dieser stelle einmal vielen dank für die ganzen rezensionen in den letzten wochen. da weiß man ja gar nicht was man sich als erstes zulegen soll 😉

    lg
    the vegetarian diaries

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