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8. August 2011 · 16 Kommentare

Eierschecke nach Freiberger Art (Rezept III)

Eierschecke nach Freiberger Art (Rezept III)

Eierschecke nach Freiberger Art (Rezept III)

Das 1. Rezept und auch das zweite sind zwar sehr schmackhaft gewesen, allerdings hat noch ein Tick zur (für meine Begriffe) perfekten Freiberger Eierschecke gefehlt. Nach einigen sehr köstlichen unverbloggten Schecken, ist es nun an der Zeit, die dritte Rezeptvariation zu veröffentlichen.

Die Zutatenverhältnisse habe ich nur in Nuancen verändert. Das Verhältnis von Scheckenmasse zu Teig ist gesunken. Außerdem wird die süße Sahne für die Scheckenmasse nun vor dem Einrühren aufgeschlagen. Das lockert die Masse zusätzlich. Das Rezept ist für eine runde Kuchen-/Pizzaform von ca. 30 cm Durchmesser ausgelegt.

Ich kann nur immer wieder aufs Neue warnen: diese Eierschecke macht süchtig!

Vorteig

  • 30 g Weizenmehl 550
  • 15 g Milch
  • 0,1 g Biofrischhefe

Hauptteig

  • Vorteig
  • 65 g Weizenmehl 550
  • 35 g Milch
  • 4 g Biofrischhefe
  • 20 g Zucker
  • 2 g Salz
  • 12 g Butter
  • 9 g Ei

Scheckenmasse

  • 8 Eigelb
  • 60 g Zucker
  • 100 g Butter
  • 40 g Sahne
  • 20 g Weizenmehl 405
  • 2 Esslöffeln Rosinen
  • 2 Esslöffel Mandelsplitter

Die Vorteigzutaten verrühren und 12-16 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.

Alle Zutaten für den Teig außer die Butter, Salz und Zucker 5 Minuten auf niedrigster Stufe kneten und weitere 5 Minuten auf zweiter Stufe zu einem straffen, glänzenden Teig verarbeiten. Erst dann Butter, Salz und Zucker zufügen und10 Minuten auf zweiter Stufe einarbeiten.

1 Stunde zur Gare stellen, kräftig zusammenschlagen und erneut 1 Stunde gehen lassen.

Anschließend den Teig 2-4 mm dünn ausrollen, in eine runde, gebutterte und bemehlte Kuchenform (30 cm Durchmesser) legen (keinen Rand andrücken!).

Den Teig im vorgeheizten Backofen bei 170°C 7 Minuten anbacken.

In der Zwischenzeit das Eigelb und den Zucker 5 Minuten auf höchster Stufe schaumig schlagen, das Mehl unterrühren und die heiße Butter langsam unter ständigem Schlagen zugießen. Weitere 2 Minuten aufschlagen. Zum Schluss die fest aufgeschlagene Sahne einrühren.

Auf dem vorgebackenen Boden die Scheckenmasse verteilen, Rosinen und Mandelsplitter darüber streuen und 6-7 Minuten blassbraun weiterbacken. Im Idealfall ist die Scheckenmasse im Inneren noch etwas flüssig.

Material- und Energiekosten: 3,30 €

Zubereitungszeit am Backtag: ca. 3 Stunden

Verführerisch: Eierschecke nach Freiberger Art, die dem Original der Freiberger Eierschecke ziemlich nahe kommt

Verführerisch: Eierschecke nach Freiberger Art, die dem Original der Freiberger Eierschecke ziemlich nahe kommt

Ein weiteres Exemplar der äußerst seltenen Gattung der Freiberger Eierschecke

Ein weiteres Exemplar der äußerst seltenen Gattung der Freiberger Eierschecke

(eingereicht bei YeastSpotting)

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15 Kommentare

  1. Ich bin begeistert, Dein Rezept gefunden zu haben! Als geborener Freiberger darf ich dein Rezept als exzellent bewerten.
    Die Zutatenliste scheint mir aber mehr für Ingenieure als für Hausfrauen geeignet und so habe ich mich mit mehreren (allesamt wohlschmeckenden) Feldversuchen meinem eigenen alltagstauglichen und gelingsicheren Rezept genähert, das auch meinen persönlichen Geschmack bzgl. Teig-Belag-Verhältnis widerspiegelt. Auf meine Eierschecke kommen keine Rosinen.
    Boden: 200g Mehl, 40g Zucker, 20g Butter, 80g Milch, ¼ Würfel Hefe, 4g Salz.
    Belag: 7 Eigelb, je 60g Zucker, Butter und Sahne, gehobelte Mandeln, Puderzucker. Hefe in lauwarmer Milch auflösen. Alle Zutaten mit Knethaken bearbeiten bis der Teig „die Schüssel sauberputzt“. Teig 1h abgedeckt ruhen lassen, danach erneut durchkneten und ausrollen. In gebutterte Springform geben und nochmal 1-2h gehen lassen. Für Belag benötigte Butter rechtzeitig „warmstellen“.

    Ofen mind. 10 min vorheizen. Sahne separat schlagen. Eigelbe trennen und mit
    Zucker und weicher Butter aufschlagen. Geschlagene Sahne von Hand unterheben. Boden mit Gabel einstechen und 7 min bei 180°C ohne Umluft backen. Belag auf dem vorgebackenen Boden verteilen und mit gehobelten Mandeln bestreuen. 12 min weiterbacken, die letzten 2 min den Grill zuschalten. Zuletzt etwas Puderzucker über die fertige Eierschecke sieben.

  2. Hallo Lutz, kann ich das Weizenmehl durch glutenarme bzw. -freie Mehle ersetzen, z.B. Hafermehl oder Buchweizenmehl? Bei Brot ist das sicherlich problematisch aufgrund des fehlenden Klebers, aber bei einem Pfannkuchen sollte nichts dagegen sprechen?
    Viele Grüße, Alexander

    • Ich stecke im „Konditoreiwesen“ nicht so tief in der Theorie, aber hier geht es es um die Stärke. Und auch da gibt es Unterschiede zwischen Weizen, Mais etc. Ich glaube, dass es einen anderen Effekt auf die Scheckenmasse hat, ob ich Weizen- oder eine andere Stärke verwende, aber das käme mal auf einen Versuch an.

  3. Lieber Lutz,
    ich selbst kannte die Freiberger Eierschecke noch nicht (nur vom Hörensagen), mir war nur die Dresdner Version bekannt. Mein Mann wünschte sich nun die Freiberger Eierschecke zum Geburtstag, da bin ich auf Dein Rezept gestoßen. Was soll ich sagen – es war ein voller Erfolg. Uns hat’s geschmeckt – vielen Dank für das Rezept! Sowohl Hefeteig als auch der Belag sind super gelungen.
    Liebe Grüße aus Mannheim,
    Mona

  4. Verbeugung! 😉
    Hey Lutz, habe diese ominöse Eierschecke heute nachgebacken.
    Die Vorgeschichte dazu macht das Resultat umso wertvoller. Aus Langeweile am Arbeitsplatz
    oder Zufall hab ich das Rezept entdeckt und später meinen Eltern davon erzählt.
    Der Kommentar meiner Mutter “ Dassieed ja aus wie ä bladdgedrähdner Fusswähg „. 🙂
    Desto wertvoller war die Erfahrung aller Beteiligten, vor allem weil keiner von uns die „Freiberger Eierschecke“ vorher kannte,
    als diese verkostet wurde, „Joa kammer essn, schmeggt och ne eglisch, ….Joa…“
    🙂
    Also nun mal dazu was mich an dem Rezept fasziniert.
    Aroma, Geschmack, Bekömmlichkeit sind fantastisch.
    Gewöhnungsbedürftig sind die Miniaturmengen, mit denen man es zu tun bekommt. ( ich denke es ist besser gleich die zweifache Menge zu backen )
    Ich habe irgendwann das Pinzettenwerkzeug für die CookingChef gesucht. Nee Quatsch, aber es war mengenmäßig sehr
    gewöhnungsbedürftig diese wenigen Gramm in der Knetmaschine zu bearbeiten. Bisher hat das Teil ( immer bis oben hin gefüllt ) für 3 Brote
    seine Runden gedreht und nun drückt man oben drauf das der Knethaken den armseligen Teig überhaupt erreicht. Es hat gereicht, tatsächlich.
    Geholfen, dabei die Fassung zu behalten, haben sicherlich die 2 Gelegenheiten, Dich in Deinen Kursen zu besuchen,
    ich hätte sonst an kein gutes Ende geglaubt. 🙂
    Vielen Dank für dieses tolle Rezept, Hut ab,
    und besten Gruß aus der Eifel,
    Toralf 😉

  5. Wird am Wochenende auf Wunsch des Mannes nachgebacken. 🙂 Eine Frage nur: wie kann ich sinnvoll 0,1 g Frischhefe abmessen? Meine Waage ist nicht so genau… gibt es irgendein Volumenmaß, was vergleichbar wäre? (eher so groß wie eine Erbse oder Tellerlinse oder … ?)

  6. Mmmmh, sieht das lecker aus!! Habe die Eierschecke gleich mal für’s WE eingeplant.

  7. Ich möchte am WE mal nach ein paar Broten von dir deine Eierschecke testen. Nur eine Fraga habe ich da vornweg. 9g EI? Meinst Du damit nur Eigelb oder nur Eiweiß oder halbe halbe?

    • Ich meine das ganze Ei. Einfach ein Ei verquirlen und dann davon 9 g abnehmen. Oder du musst 5-6 Eierschecken backen. Dann kannst du das gesamte Ei verwenden ;-).

  8. Das erste Mal dass Ich von Eierschecke höre. Aber man lernt ja auch nie aus. Muss Ich unbedingt auch mal probieren. Die Zubereitung scheint ja glücklicherweise nicht allzu schwierig zu sein.

  9. Na da sage ich mal Danke. Bin in Freiberg geboren worden und habe bis zum Umzug nach Berlin neben dem Freiberger Hof in der Buchstraße gewohnt. Wann immer ich in Freiberg war, habe ich mir natürlich auch die Eierschecke mitgenommen, aber mit dem Rezept, kann ich Sie jetzt essen wann immer ich will. Danke Dir und liebe Grüße in die Heimat…von MD

  10. Moin moin

    Die IIer habe ich auch schon gebacken und die war saulecker, wenn vielleicht auch etwas zu loffig. 😉

  11. Hi Lutz,
    nachdem ich schon die Eierschecke II probiert hatte, war nun Nummer III fällig. Ich muss dir recht geben: Absoluter Suchtfaktor!!! Heeeeeeeerrlich, wenn die Scheckenmasse noch leicht, aber nur ganz leicht, flüssig ist…………

    http://amboss-blog.blogspot.com/2011/08/eierschecke-nach-freiberger-art.html Danke für den Genuss!

    • Ja, sobald ich die Eierschecke gebacken habe, ist sie auch schon wieder alle. Ein sehr einfaches Rezept, das besser nicht schmecken könnte :).

Ein Pingback

  1. […] Jugend ein Graus. Ausserdem hat der angebotene Kuchen nichts mit dem Titel Eierschecke zu tun. Bei Lutz  findet man kompetente Hilfe in dieser Richtung. Nach dem ersten Bissen und überwundener […]

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