BLOGBEITRAG

1. August 2012 · 8 Kommentare

Joghurt-Bier-Brötchen

Joghurt-Bier-Brötchen

Joghurt-Bier-Brötchen

Vor langer Zeit hatte ich mich an zwei Bierbroten versucht, die mich beide überzeugten. Grund genug, wieder einmal Bier und Mehl gemeinsam zu verarbeiten. Entschieden habe ich mich für relativ kleine Weißbierbrötchen, die ohne zusätzliches Wasser auskommen. Stattdessen habe ich auf Schafsjoghurt gesetzt. Alternativ kann sicher auch normaler Naturjoghurt aus Kuhmilch eingesetzt werden. Allerdings scheint dessen Wassergehalt höher zu sein, sodass eventuell die Menge reduziert werden muss.

Die Brötchen schmecken mild-herb, sind kleinporig und locker. Sicher lässt sich daraus auch ein wunderbares Brot backen. Oder man formt statt 8 Teiglingen einfach nur 4 und bäckt einfach größere Brötchen…

Übrigens: die Brötchenform hat einen geologischen Hintergrund. Steht Gestein unter gerichtetem Druck (beispielsweise bei Gebirgsbildungsprozessen), so kann es spröd reagieren, brechen und verschoben werden. Eine Möglichkeit dieser Bruchbewegung ist die Blattverschiebung, auch bekannt als Transformstörung. Entlang dieser Bruchkante bewegen sich die beiden Bruchstücke horizontal gegeneinander. Dass beide Teile durch die große Reibung auch mal aneinander hängen bleiben, kann beim Lösen dieser Spannungen letztlich zu Erdbeben führen. Genau so ergeht es den Brötchen. Entlang der Schnittkante werden die beiden Teighälften gegeneinander verschoben. Nur Erdbeben können die Brötchen nicht simulieren ;-). Eine der bekanntesten Transformstörungen ist übrigens die San-Andreas-Störung in Kalifornien.

Roggensauerteig

  • 100 g Roggenvollkornmehl
  • 80 g Weißbier
  • 50 g Anstellgut (100% Hydration)
  • 3 g Salz

Hauptteig

  • Sauerteig
  • 300 g Weizenmehl 550
  • 200 g Schafsjoghurt
  • 4 g Frischhefe
  • 4 g Schweineschmalz (alternativ: Butter)
  • 5 g Salz

Die Sauerteigzutaten mischen und ca. 18-20 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.

Alle Zutaten 5 Minuten auf niedrigster und 8 Minuten auf zweiter Stufe verkneten. Der Teig sollte sich vollständig vom Boden lösen, glatt und nicht klebrig sein.

90 Minuten Gare bei 24°C. Nach 45 Minuten einmal falten.

4 oder 8 Teiglinge abstechen und rund schleifen. Anschließend jeden Teigling mit der Teigkarte halbieren und an der Schnittstelle um die Hälfte gegeneinander versetzt zusammenlegen.

70 Minuten Gare auf Backpapier oder in Bäckerleinen (mit Schluss nach unten) bei 24°C.

Jede Teiglingshälfte der Länge nach tief einschneiden.

Bei 250°C fallend auf 220°C mit Dampf 20 Minuten backen.

Sofort nach dem Backen mit Wasser abstreichen.

Material- und Energiekosten: 1,50 €

Zubereitungszeit am Backtag: ca. 4 Stunden

Mildherber Geschmack und lockere Krume: Joghurt-Bier-Brötchen

Mildherber Geschmack und lockere Krume: Joghurt-Bier-Brötchen

Wer seine Quellen angibt, schätzt die Arbeit Anderer wert. Ich habe in diesen Blog über zehn Jahre lang eine Menge Zeit, Kraft und Geist investiert und tue es immer noch. Deshalb bitte ich dich, bei jeder öffentlichen Nutzung meiner Ideen, Rezepte und Texte immer die konkrete Quelle anzugeben.

Willst du auf dem Laufenden bleiben, dann abonniere gern meinen kostenlosen Newsletter.

Möchtest du meine Arbeit am Blog unterstützen, dann freue ich mich auf deine Hilfe.
Aktualisiert am 8. Mai 2012 |

Neugier geweckt? Hier gibt es ähnliche Beiträge:

8 Kommentare

  1. Hallo Lutz,
    bin noch Anfänger was das Brot und Brötchen backen betrifft, habe aber schon einige deiner Rezepte ganz erfolgreich nach gebacken. Ich wollte nun das obige Rezept ausprobieren, habe aber noch eine Verständnisfrage dazu.
    Du gibst beim Sauerteig an: 50g Anstellgut (100% Hydration) – bedeutet das, dass das Anstellgut zu 50% Mehl und 50% Wasser bestehen soll (was es bei mir ja sowieso ist) oder soll man zu dem Anstellgut noch mal 50g Wasser dazugeben.
    Vielen Dank schon mal und herzliche Grüße 
    Gitta

  2. Hallo lieber Lutz,
    wir haben deine Joghurt-Bier-Brötchen nachgebacken und uns genau ans Rezept gehalten. Das Ergebnis war wirklich sehr lecker, die Brötchen zwar recht kompakt, aber super aromatisch und weich mit feiner Porung. Perfekt zu einem schönen Käse. Wir haben sie genossen! Danke 🙂
    Annett und Micha

  3. Joghurt und Bier und Brot, das sind ja fast meine Lieblingslebensmittel 🙂
    Sobald es nicht mehr so warm ist in der Bude werde ich das wohl mal ausprobieren müssen. Allerdings: was muss ich unter „an der Schnittstelle um die Hälfte gegeneinander versetzt zusammenlegen“ verstehen? Der Länge nach teilen und dann eine Außenkante an eine Innenkante oder liegt die eine Hälfte dann mit vorher unten jetzt oben? *verwirrtamkopfkratz*….

    • Hallo Cati, schau dir mal das Bild ganz oben an. Du legst die beiden Teiglingshälften quasi wieder wie vor ihrer Teilung mit den Innenkanten aneinander, verschiebst aber eine Hälfte davon etwas nach oben oder unten. Wenn du von oben auf die geformten Teiglinge guckst, ist der Teigling nicht mehr kreisrund, sondern hat eine „Stufe“ oder eine Zacke/Spitze nach oben und unten.

  4. Hallo Lutz, 
    wie hoch sollte der Fettanteil sein wenn ich Joghurt aus Kuhmilch verwende?

Schreibe einen Kommentar


Die Upload-Funktion für Fotos ist wegen Arbeiten am System momentan inaktiviert.
Sidebar ein-/ausblenden
Translate »