BLOGBEITRAG

17. April 2013 · 8 Kommentare

Pfefferbrot

Pfefferbrot

Pfefferbrot

Vor einigen Wochen und auch kurz vor Ostern erreichte mich (wie auch andere Blogger) je eine Gourmetbox, gefüllt mit vermeintlichen Leckereien wie Schokolade, Pralinen, Reis, Wein, Pfeffer, einer Fallstaff-Zeitschrift, Kochpergament, verschiedenen Tees und Kaffee.

Die Gourmetbox halte ich für eine interessante Idee. Zweimonatlich kommt sie als Abo für 24,95 Euro nach Hause. Sie bietet die Möglichkeit, kulinarische Rafinessen kennenzulernen, ohne sich ständig auf die Suche danach zu begeben. Doch da liegt genau das Problem. Die Inhalte der Box sollten erheblich gourmethafter werden, vor allem unter der Verpackung. Schokolade mit Lecithin, Pralinen ohne Inhaltsstoffangabe, Kaffee aus der Dose oder unter musikalischer Begleitung rekristallisiertes „Urmeersalz“ aus Sole sind Dinge, die ich nicht für angemessene Inhalte einer Gourmetbox halte (besonders aufgeregt hat mich das Salz; Musik und Licht zur besseren Kristallisation des Salzes ist schlichthin Quatsch – Marketing ist alles…).

Letztlich steht mit der Gourmetbox offenbar weniger der Gourmet als vielmehr der Werbekunde im Mittelpunkt, der seine Produkte verbilligt in die Box legt und auf die Gunst des Boxkäufers bei späteren Einkäufen spekuliert.

Ich habe den Pfeffer und den Wein zu einem Brot verarbeitet. Leider habe ich erst im Nachhinein festgestellt, dass zum Brotbacken eher grüner Pfeffer geeignet ist. Er ist nicht so scharf wie der schwarze Pfeffer aus der Gourmetbox. Dennoch: ein feines und saftiges Sauerteigbrot auf Basis eines Rezeptes von Franz Josef Steffen („Brotland Deutschland“).

Sauerteig

  • 140 g Roggenmehl 1150
  • 140 g Wasser
  • 3 g Salz
  • 25 g Anstellgut

Autolyseteig

  • 150 g Weizenvollkornmehl
  • 100 g Wasser

Quellstück

  • 9 g ganzer Pfeffer (grün)
  • 20 g Rotwein

Hauptteig

  • Sauerteig
  • Quellstück
  • Autolyseteig
  • 210 g Roggenmehl 1150
  • 100 g Rotwein
  • 6 g Salz

Die Sauerteigzutaten mischen und 18 Stunden von 35°C fallend auf 20°C reifen lassen.

Für den Autolyseteig Weizenvollkornmehl mit Wasser von Hand verkneten und 20 Minuten ruhen lassen.

Die Pfefferkörner 8-12 Stunden in Rotwein einweichen.

Alle Zutaten außer Pfeffer (aber mit dem überschüssigen Rotwein des Quellstücks) 5 Minuten auf niedrigster Stufe und 2 Minuten auf zweiter Stufe verkneten. Der Teig ist relativ fest und löst sich vom Schüsselboden. Den Pfeffer zugeben und 1 Minuten auf niedrigster Stufe unterarbeiten.

60 Minuten Gare bei 24°C.

Den Teig rundwirken und mit Schluss nach unten in einen bemehlten und mit gemahlenem Pfeffer ausgestreuten Gärkorb setzen.

60 Minuten Gare bei 24°C.

Bei 250°C fallend auf 210°C mit Dampf 50 Minuten lang backen.

Zubereitungszeit am Backtag: ca. 4 Stunden

Zubereitungszeit gesamt: ca. 22 Stunden

Material- und Energiekosten: 2,30 €

Die Gourmetbox, aus der der verbackene Pfeffer stammte (unten rechts).

Die Gourmetbox, aus der der verbackene Pfeffer stammte (unten rechts).

Pfefferig und kräftig im Geschmack: Pfefferbrot

Pfefferig und kräftig im Geschmack: Pfefferbrot

Der erste Versuch mit Übergare: ein Fladenbrot...

Der erste Versuch mit Übergare: ein Fladenbrot…

8 Kommentare

  1. sind 9 körner nicht ein witz

    oder werden die so weich das sie verknetet werden

  2. Pfefferbrot ist eine wirklich interessante Idee, und getrockneten grünen Pfeffer mag wegen seines leicht rauchigen Aromas eh sehr gerne.
    Bei der Gourmetbox war ich ganz kurz versucht, meine „keine Tests, keine Werbung“-Regel zu brechen. Aber nach Nathalies Testbericht auf Cucina Casalinga und deinen Worten hier bin ich froh, dass ich mir selbst treu geblieben bin und die Mail gelöscht habe. Musik und Licht zum besseren Kristallisieren von Salz, dass zieht einem Naturwissenschaftler glatt die Schuhe aus!

  3. Lieber Lutz,
    danke, danke, danke für Deinen tollen Blog! Bisher hat ausnahmslos alles geklappt, was ich nachgebacken habe! 
    Ich habe eine Frage zum Quellstück des Pfefferbrots: Ist das richtig 20g Rotwein und 9g ganze Pfefferkörner? Das kommt mir so wenig Wein vor, da der Pfeffer kaum bedeckt ist  und ich mir gar nicht vorstellen kann, dass nach der angegebenen Zeit noch irgendetwas von dem Wein vorhanden ist, was ich dann morgen in den Hauptteig  geben kann.
    Danke und viele Grüße
    Petra

  4. Hallo Lutz,
    ich würde das Rezept sehr gerne nachbacken, kann ich dabei den Wein irgendwie ersetzen?
    Liebe Grüße
    Sina

Schreibe einen Kommentar

Zum Schutz vor Spam löse bitte folgende Aufgabe vor dem Absenden des Kommentars (als Ziffer eingeben):

Sidebar ein-/ausblenden
Translate »