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21. Juli 2014 · 3 Kommentare

Rezension: „Roggen und Schwarzbrot“ von Rita Kichler und Helmut Reiner

"Roggen und Schwarzbrot" von Rita Kichler und Helmut Reiner

„Roggen und Schwarzbrot“ von Rita Kichler und Helmut Reiner

Sie Ernährungswissenschaftlerin, er Lebensmittel- und Biotechnologe. Das Buch ein gut verständliches und wissenschaftlich fundiertes Werk über Österreichs Hausgetreide – der Roggen. Beiden Autoren ist es gelungen, das Getreide ins rechte Licht zu rücken, vom Anbau bis zur verarbeitung zu Brot.

Der Verlag Anton Pustet beweist Mut, ein ganzes Buch dem Roggen zu widmen, nicht oberflächlich, sondern textlastig und inhaltlich nicht unbedingt auf ein fachlich unbefangenes Publikum ausgelegt.

Die Autoren beleuchten den Roggen sowohl historisch wie auch biologisch. Anbau, Ernte und landschaftsgeographische Aspekte spielen ebenso eine Rolle, wie die Müllerei und die Mühlen Österreichs. Das Backen von Brot, insbesondere von Schwarzbrot mit Sauerteig, ist ein weiterer Schwerpunkt. Roggenverarbeitende Bäckereien werden porträtiert, ernährungsphysiologische Eigenschaften diskutiert und letztlich auch noch sozioökonomische Überlegungen zur Wertschöpfungskette des Roggens betrachtet.

All das klingt, so nüchtern wiedergegeben, sehr trocken und wenig spannend. Sprachstil und die Unterstützung durch zahlreiche sehr gute Fotografien helfen dem Leser aber, das Geschriebene leicht zu verstehen, es gewissermaßen zu verschlingen.

„Schmankerl“ wie ein Kapitel über Roggenwhisky oder einzelne Roggenbrotrezepte runden das hervorragende Buch ab.

Auch wenn Landwirtschaft, Müllerei und Bäckerei nur für Österreich beschrieben werden, ist das Buch ein Muss auch für alle nicht österreichischen Roggenfreunde. Fachlich fundiert, trotz der inhaltlichen Fülle nie unverständlich oder langweilig und alle Aspekte des Getreides aufgreifend (selbst Fragen zur Züchtung). Mehr kann man nicht von einem Buch erwarten.

Am Ende bleibt der Wunsch an die Autoren, sich für ein weiteres Buch auch mit anderen Getreidesorten so leidenschaftlich auseinanderzusetzen.

Kleines Manko: Ab und an werden Einrichtungen oder Firmen in kleinen Kästen vorgestellt (u.a. Museen oder ein Getreidemühlenhersteller). Hier gewinnt der Leser manchmal den Eindruck, es könne sich der Formulierungen wegen um Anzeigen handeln.

„Roggen und Schwarzbrot“
192 Seiten, 2014 (1. Auflage)
Verlag: Verlag Anton Pustet
ISBN: 978-3702507435
Größe: 24,6 x 21,6 x 2,2 cm
Preis: 25,00 €

Mein Dank gilt dem Verlag Anton Pustet, der mir das Buch freundlicherweise zur Besprechung zur Verfügung gestellt hat.

3 Kommentare

  1. Hallo Lutz,
    Deiner Rezension kann ich mich vollumfänglich anschließen. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen. Außerdem animiert es, mal eine Exkursion durch Österreichs Roggenmühlen bzw. Roggenbäckereien zu starten. Schade finde ich aber, dass die mit eigener Homepage vorgestellten Mühlen keinen Online-Shop haben.
    Lieben Gruß Ute

  2. Lieber Lutz! Danke für diese Buchempfehlung. Große Freude beim Lesen! Gruß aus SH. Thomas

  3. Wunderschönes Buch. Habe es gestern erhalten und habe mir beim Lesen die ganze Nacht um die Ohren geschlagen. Super ausführliche Berichte, schöne Bilder usw. einfach ein tolles Buch.

    Lg Tina

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