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5. Januar 2015 · 6 Kommentare

Rezension: „Mein Brot“ von Peter Kapp

"Mein Brot" von Peter Kapp

„Mein Brot“ von Peter Kapp

Peter Kapp durfte ich kürzlich in Weinheim kennenlernen. Ein angenehmer und von seiner Sache überzeugter, ganz unkonventioneller Bäckermeister. „Seine Sache“ ist Brot aus qualitativ hochwertigen Zutaten. Dafür fährt er schonmal nach Italien, nur um gute Oliven oder Haselnüsse zu organisieren. Mit ausgefallenen Broten, etwa seinem schwarzen Cranberry-Baguette, sorgt er seit einigen Jahren auch für mediales Interesse. So war es nur eine Frage der Zeit, dass auch ein Buch von ihm auf dem Markt erscheint.

„Mein Brot“ ist letztlich eine zu Papier gewordene Rezeptsammlung der letzten Jahre, die einiges an Backerfahrung voraussetzt. Bis auf wenige bebilderte Handgriffe fehlen sämtliche Grundlagen, um die Rezepte erfolgreich umzusetzen. Gute Fotos machen Lust auf das Backen und federn ein wenig das Grundproblem des Buches ab: Kapp spielt kaum mit der Teigführung, sondern eher mit den Zutaten. Manch Bäcker würde sagen, dass sei keine Kunst, sondern einfach eine Frage der Kombinationsmöglichkeiten. Und so schafft Kapp in seinen Rezepten selten neue Brotsorten, sondern variiert wenige Sorten mit ausgewogenen Zutatenzusammenstellungen so, dass sie eine neue Geschmackswelt schaffen. Der ursprüngliche Brotcharakter, der weitgehend über die Teigführung bestimmt wird, geht verloren.

Von Peter Kapp kann aber auch genau das erwartet werden. Als Meister des „Food Pairing“ stünde es seinem Buch schlecht, wenn er plötzlich im Gegensatz zu seinem sonstigen Werk auf spannende Zutatenkombinationen verzichten würde.

Gute Grundrezepturen, denen manches Mal noch etwas weniger Hefe und längere Teigruhe gut tun würden, gute Zutaten und kreative Ideen. Ein solides Rezeptbuch mit kleineren Rezeptfehlern, das man, genau wie Kapp und seine selbstüberzeugte „Revolutione del Pane“, mögen muss. Anregungen gibt es allemal und sollte in keinem ambitionierten Hobbybäckerhaushalt fehlen.

Kleines Manko: Schleichwerbung für Kapps Kooperationspartner ist im Buch immer wieder zu finden.

Mein Brot: Rezepte ohne Kompromisse
160 Seiten, 2014
Verlag: Heel
ISBN: 978-3868529296
Größe: 21,2 x 2 x 26,1 cm
Preis: 19,99 €

Mein Dank gilt dem Heel Verlag, der mir das Buch freundlicherweise zur Besprechung zur Verfügung gestellt hat.

6 Kommentare

  1. Hallo Lutz
    Wir backen seit einigen Jahren unser Brot und Brötchen selbst.
    Ihre Leidenschaft und Professionalität, auch, und gerade in Ihrem Buch, aber auch Ihre gut aufgestellte Internetplattform begleiten uns schon lange Zeit.
    Peter Kapp bäckt bei uns um die Ecke.
    Leider mußten wir nach dem Kauf seines Buches feststellen das seine Produkte im Laden wenig gemeinsam haben mit der Zubereitung der Rezepte und besonders der Teigführung. Trotzdem stimmen wir Ihnen zu: Das Buch bringt neue Ideen, mit unseren und nicht zuletzt Ihren Prinzipien zu backen.
    Kurz gesagt: Ihre Buchbesprechung trifft voll zu!
    Liebe Backgrüße
    Birgit&JOE

  2. Herrn Kapp kenn ich nicht persönlich, habe bisher nur einiges über ihn im Internet gelesen und war gespannt auf sein Backbuch.
    Das Buch, bzw. die Bilder im Buch machen Lust zum Nachbacken, leider halten die Rezepte meist nicht, was die Bilder versprechen.
    Bei mehreren Rezepte wurde die Stückgare komplett vergessen, bei den meisten Rezepten ist die Flüssigkeitsmenge deutlich zu niedrig angegeben, teilweise stimmt die Zutatenliste nicht mit der Rezeptbeschreibung überein…
    Das sind meine Meinung nach keine kleinen Fehler, sondern gravierend Fehler.
    Ein Nachbäcker mit wenige Backerfahrung wird enttäuscht sein, wenn das Brot am Ende ganz anders aussieht als auf dem Rezeptbild:
    Backanfängern würde ich dieses Buch nicht empfehlen, hier bin ich auch der Meinung, dass man einiges an Back- und Teigerfahrung mitbringen sollte, u.a. damit man die Fehler im Buch einigermaßen “ausbügeln“ kann.
    Zu bemängeln hab ich auch, dass im Buch einige Zutaten zum Einsatz kommen, die für einen Hobbybäcker schwer, bzw. gar nicht zu beschaffen sind.
    Eine Bezugsquelle, die Rauchflocken in kleine Mengen für Hobbybäcker liefert, habe ich trotz intensiver Suche bisher nicht ausfindig machen können.
    Wenn ich dem Hinweis im Buch folge und die Rauchflocken durch Hafer- od. Dinkelflocken ersetze, dann bekomme ich ein anderes Brot, mit einem ganz anderen Aroma.

    Das Buch ist gut um sich Anregungen zu holen, die Rezept u. Rezeptbeschreibungen sollte mal nochmals überarbeiten.

    • Das was Marlene in Sachen Zutaten insbesodnere Wassermengen schreibt, kann ich 1:1 unterschreiben. Würde ich nicht wissen wer Kapp ist, nicht wissen, wieviel er für Qualität tut, hätte ich gesagt, der Schreiber des Buches hat nicht wirklich Ahnung vom Backen, sondern hat andere befagt, nicht sauber hingehört oder schlecht recherchiert.
      Schade eigentlch, dass das mit den Rzepten so in die Hose geht – hätte gerade von ihm mehr erwartet!
      Die Anregungen hingegen sind Klasse, werde ich sicher einiges übernehmen, aber es muss eben alles überarbeitet werden. Für mich ist es schade, wenn man in einem solchen Buch handschrifltihce Verbesserungen machen muss – schließlich malt doch auch keiner in einem Picasso rum…

    • Hallo Marlene,
      es gibt die Möglichkeit bei einem gewissen Gesamtbedarf aller Interessierten, die Rauchflocken zu bestellen, da sich ein Müller interessiert gezeigt, diese herzustellen.

  3. Das mit der zu geringen Flüssigkeitsmenge ist mir bei dem einen Rezept, das ich bisher aus dem Buch nachgebacken habe, auch aufgefallen.

    Das ist leider ärgerlich, da ich gehofft habe, dass ich aus dem Buch lernen kann, was die Brote vom Bäcker Kapp so besonders macht. Denn eins muss man ihm lassen: Seine Brote sind im Großen und Ganzen die einzigen, die ich lieber esse als meine selbstgebackenen!

  4. Hallo,
    Dass buch ist für anfänger nicht geeignet sollte man nicht kaufen viele rezepte schmecken überhaupt nicht:-(( finde auch es ist ganz schlecht beschrieben.
    Da für 19,99 bezahlt nicht zu empfehlen.

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