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14. Dezember 2015 · 1 Kommentar

Rezension: „Brot backen wie es nur noch wenige können“ von Christine Metzger und Elisabeth Ruckser

"Brot backen wie es nur noch wenige können" von Christine Metzger und Elisabeth Ruckser

„Brot backen wie es nur noch wenige können“ von Christine Metzger und Elisabeth Ruckser

Wer „Der Duft von frischem Brot“ begeistert gelesen hat, wird auch an diesem Buch Freude haben. Die Autorinnen Metzger und Ruckser haben keinen Aufwand gescheut, um österreichische Landwirte, Müller und Bäcker zu besuchen und zu porträtieren.

Darunter so illustre Namen wie Joseph (mit ausführlichem, verbalem Blick in die Backstube), Pölzelbauer oder Itzlinger. Neben den geschichtlichen Abrissen zur Entwicklung von Bäckerei, Müllerei und Landwirtschaft nehmen immer wieder Gastautoren zu speziellen Themen Stellung, darunter Roswitha Huber, Prof. Walter Freund und auch ich selbst (zur Frage, ob Brot früher besser war).

Unterstützt werden diese eher fachlich-sachlichen Ausflüge durch atmosphärische Fotografien und Erlebnisberichte von Zeitzeugen, die sich noch an Backstuben von früher erinnern.

Das Buch ist keineswegs eine Sehnsuchts(v)erklärung an die gute alte Zeit, sondern der Versuch, aus der historischen Entwicklung heraus, den Kern guten Brotes zu extrahieren und Menschen zu zeigen, die sich von der modernen Brotherstellung nicht haben verleiten lassen oder den Weg zurück zu gutem Brot angetreten sind.

Einen durchwachsenen Eindruck machen die 17 im Buch abgedruckten Rezepte, von denen ein Großteil mit gerade 1 g Frischhefe auskommt und auf lange Teigführung setzt, ein anderer Teil aber wie Lückenfüllerei erscheint und Qualität missen lässt. Die Rezepte sind spärlich beschrieben und so nur für bereits erfahrene Brotbäcker geeignet. Auch die Grundlagen sind spärlich und fachlich oft falsch. So wird auch in diesem Buch der Mythos des einfallenden Teiges gepredigt, sobald er Zugluft ausgesetzt ist. Nonsens.

Die Rezepte können also getrost beiseite gelassen werden, zumal sie den kleinsten Teil des Buches ausmachen.
Die große Leistung der Autorinnen sind die Texte mit Einblicken in Geschichte und Backstuben. Das Buch atmet Sehnsucht, Begeisterung und Enthusiasmus in Sachen Brot.

Fazit: Eine haptische und geistige Delikatesse, die in keinem Brotliebhaber-Regal fehlen sollte.

Mein Dank gilt dem Servus Verlag, der mir das Buch freundlicherweise zur Besprechung zur Verfügung gestellt hat.

Brot backen wie es nur noch wenige können
224 Seiten, 2015
Verlag: Servus Verlag
ISBN: 978-3710400520
Preis: 24,95 €

Ein Kommentar

  1. Mir ist es bisher noch nicht gelungen, ein Brot zu backen. Irgendetwas habe ich bisher immer falsch gemacht. Ich werde es aber nochmal probieren. Gruß Tara

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