Erfahrungen mit der Knetmaschine Wilfa Probaker

Als ich das erste Mal den Hinweis auf die „Wilfa Probaker“ in den Kommentaren hier im Blog las, gab es die Knetmaschine nur im skandinavischen Raum. Die Leserin, die sich die Maschine besorgt hatte, fuhr dafür extra nach Dänemark. Ich dachte mir, wer einen so weiten Weg für eine Maschine auf sich nimmt, muss ja ziemlich überzeugt von ihr sein. Ich wollte mir ein eigenes Bild machen und fragte meinen Kenwood-Händler Herrn Goldstein, ob er ein Testgerät besorgen könnte. Er nahm also Kontakt mit dem Hersteller auf und tatsächlich gab es in ganz Deutschland gerade 1 Testgerät. Und das kam für ein paar Tage zu mir.

Die Wilfa Probaker - ein Kraftpaket

Die Wilfa Probaker – ein Kraftpaket

Die Wilfa kam in einer Phase zu mir, in der ich gerade viel backen musste. Ich habe das Gerät also mit Roggenteig, Brezelteig, Toastbrotteig, Baguetteteig und Ciabattateig getestet, immer mit sehr wenig (500 g) und sehr viel Teig (5 kg). Um es kurz zu machen: Mir sind keine Nachteile aufgefallen, im Gegenteil. Die Maschine knetet bis 5 kg Teig ohne Murren, ganz gleich welche Teigkonsistenz. Selbst bei 5 kg Brezelteig (TA 150) versagte sie nicht (die Häussler bekommt ab 2 kg Schnappatmung). Der Knethaken ist im Verhältnis zur Schüssel hervorragend ausgeformt, sodass viel Knetwiderstand abgeleitet wird, ohne die Maschine zu belasten. Das Gerät steht wie angegossen, wackelt beim Kneten kaum (nur der Arm etwas). Der Teig wandert nicht nach oben, weder bei wenig noch bei viel Teig. Er wird immer optimal und in kürzester Zeit geknetet. Besonders positiv aufgefallen ist mir, dass ich nur ganz selten (beim Roggenteig) etwas nachkratzen musste. Die Schüssel reinigt sich von Mehlresten im Laufe der Knetzeit selbst.

Die Wilfa ist sehr einfach aufgebaut. Es gibt eine leicht einzurastende Schüssel, einen abnehmbaren Spiralhaken, einen aufklappbaren Arm und einen Drehregler, mit dem die Geschwindigkeit stufenlos eingestellt werden kann. Ich habe meine Teige meist bei 50% Geschwindigkeit gemischt und bei 100% Geschwindigkeit geknetet. Aber das muss jeder selbst in Bezug auf die Teigmenge und Teigkonsistenz austarieren und dabei die Maschine gut beobachten (das gilt übrigens für alle Knet-/Küchenmaschinen).

Klein, aber fein: Wilfa Probaker

Klein, aber fein: Wilfa Probaker

Und die Wertigkeit der Verarbeitung? Nun ja, bei Häussler weiß man, was man hat. Bei der Wilfa kommt man auch auf seine Kosten, aber das Material wirkt weniger robust als bei der Alpha von Häussler. Dafür ist die Wilfa deutlich leichter und kleiner, obwohl sie genauso viel Teig kneten kann. Zur Maschinenausstattung gehört auch ein Doppelschneebesen. Der ist recht dünn und wackelig und wirklich nur für Sahne oder Einschnee zu gebrauchen. Außerdem liegt dem Gerät noch ein Paddle (Flachschläger) bei, der sich z.B. auch für Roggenteig eignet. Die Geräuschkulisse der Wilfa ist grundsätzlich angenehm, nur bei niedrigen Touren (zumindest beim Testgerät) störten meine Ohren hochfrequente Pfeifgeräusche, die sich aber bei der höheren Knetgeschwindigkeit zu einem angenehmen Summen wandelten.

Fazit: Eine für ihre Klasse preisgünstige, hübsche, kleine, auf das Wesentliche reduzierte und starke Knetmaschine für alle, die wirklich nur kneten lassen wollen. Wer es gern robuster mag, sollte sich die Häussler-Geräte ansehen. Wer von seiner Maschine mehr möchte als Kneten, ist weiterhin sehr gut bei Kenwood aufgehoben.

Gemeinsam mit meinem Händler habe ich nun bei Wilfa darauf gedrungen, die Maschine auch für den deutschen Hobbybäcker anbieten zu können. Es ist uns gelungen. Und so haben wir wieder Plötzblog-Pakete geschnürt, in denen neben der Maschine noch weiteres Zubehör enthalten ist. Momentan gibt es ein Buch von mir sowie ein Damast-Brotmesser dazu, später dann statt des Messers eine zweite Knetschüssel. Mit dem Kauf eines der beiden nachfolgend verlinkten Pakete unterstützt ihr mich finanziell in meiner Arbeit.

*Aus rechtlichen Gründen muss ich diese Links als „Werbung“ kennzeichnen. Für jeden abgeschlossenen Kauf werde ich ein wenig am Erlös beteiligt und finanziere so anteilig die Betriebskosten des Blogs, die sich auf einen fünfstelligen Betrag pro Jahr summieren.

Wer seine Quellen angibt, schätzt die Arbeit Anderer wert. Ich habe in diesen Blog über zehn Jahre lang eine Menge Zeit, Kraft und Geist investiert und tue es immer noch. Deshalb bitte ich dich, bei jeder öffentlichen Nutzung meiner Ideen, Rezepte und Texte immer die konkrete Quelle anzugeben.

Willst du auf dem Laufenden bleiben, dann abonniere gern meinen kostenlosen Newsletter.

Möchtest du meine Arbeit am Blog unterstützen, dann freue ich mich auf DEINE HILFE.
Aktualisiert am 5. Februar 2022 |

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ist geschlossen

Sidebar ein-/ausblenden