Die Ooni Halo Pro im Vergleich zur Wilfa Probaker

Knetet sie so gut, wie das Marketing verspricht?

Auf dem breiten Maschinenarm der Ooni Halo Pro befindet sich der silberne Drehregler.

Die Ooni Halo Pro hat ein edles, schnörkelloses Design. Ein Drehknopf und ein Touch-Display, kein Schnickschnack, glatte Oberflächen, klein und robust.

© Lutz Geißler, www.brotbacken.de (cc-by-nc-nd)
Ooni Halo Pro

Im Jahr 2025 ist eine neue Knetmaschine für Hobbybäcker auf den Markt gekommen: die Ooni Halo Pro. Ooni war bislang vor allem als Hersteller von Pizzaöfen für Hobbypizzabäcker in Erscheinung getreten und hat sich eine recht beachtliche Marktmacht erarbeitet. Deshalb durfte man umso gespannter sein, was die neue „Pizzabäcker“-Knetmaschine kann.

Das Gerät ist der erste kleine Spiralkneter auf dem Markt, der mit einem Teigbrecher arbeitet. Das, was der Häussler Alpha immer noch fehlt und äußerst beratungsresistent nie eingeführt wurde, ist bei Ooni nun Standard. Der Teigbrecher intensiviert den Knetvorgang und verhindert vor allem das Hochziehen des Teiges am Knethaken.

Ich habe die Ooni Halo Pro im Rahmen eines mehrtägigen Backkurses mit verschiedenen Teigarten und Teigmengen testen können, immer im direkten Vergleich zur Wilfa Probaker. Ich werde in diesem Beitrag meine Erfahrungen teilen, aber nicht auf jedes technische Detail der Maschine eingehen. Das kann man online bei Ooni sowieso nachlesen.

 

Gestaltung & Bedienung

Die Ooni macht einen kompakten Eindruck, ist edel und schnörkellos gestaltet, ein Blickfang. Die Bedienung ist einfach, aber durch das zusätzliche Touch-Display nicht ganz so intuitiv zu erfassen wie bei der Wilfa. Nach einem Blick in die Bedienungsanleitung lässt sich aber sogar die Umdrehung pro Minute (rpm) anzeigen und einstellen. Für Nerds wie mich ein tolles Gimmick. 

Die Geschwindigkeit ist in 5 %-Schritten bis 100 % über einen Drehknopf regulierbar, also wie bei der Wilfa auch. Der Maschinenarm ist bei der Ooni breiter gestaltet als bei der Wilfa, was den Blick in die Schüssel einengt und den Arm klobiger erscheinen lässt.

 

Beim Blick von oben auf die Ooni sieht man den silbernen Drehknopf auf der schwarzen glatten Maschinenarmoberfläche.

Beim Blick von oben auf die Ooni sieht man den silbernen Drehknopf auf der schwarzen glatten Maschinenarmoberfläche.

© Lutz Geißler, www.brotbacken.de (cc-by-nc-nd)
Auf dem breiten Maschinenarm der Ooni Halo Pro befindet sich der silberne Drehknopf und das Touch-Display.
Ein Blick von oben in die Rührschüssel zeigt die Positionierung des Knethakens und des Teigbrechers in der Schüssel.

Ein Blick von oben in die Rührschüssel zeigt die Positionierung des Knethakens und des Teigbrechers in der Schüssel.

© Lutz Geißler, www.brotbacken.de (cc-by-nc-nd)
Dank des Knethakens und des Teigbrechers knetet die Ooni auch große Mengen fester Teige problemlos aus.

Geräusche & Beleuchtung

Gänzlich unterschiedlich zur Wilfa ist die Geräuschkulisse. Die Ooni macht im Vergleich zur Wilfa einen Höllenlärm, der nicht nur für mich, sondern auch für meine Kursteilnehmer oft ein Grund war, lieber doch die Wilfa für einen Teig zu nutzen. Ein deutlicher Minuspunkt für die Ooni.

Ein Pluspunkt ist ganz klar die helle LED-Beleuchtung der Teigschüssel. Das fehlt der Wilfa, wäre aber für mich kein Kaufargument, sondern nur ein „Nice-to-have“.

 

Vorschaubild für das Youtube-Video: Knetmaschinentest Ooni Halo Pro vs. Wilfa Probaker

Knetmaschinentest Ooni Halo Pro vs. Wilfa Probaker

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Knetmaschinentest Ooni Halo Pro vs. Wilfa Probaker

Kneten

Ganz gleich ob weicher oder fester Weizenteig, die Ooni knetet den Teig sehr gut aus. Im direkten Vergleich zur Wilfa kann sie oberhalb der 4 kg-Marke mit noch festeren Teigen umgehen (beide Geräte können 5 kg Teig fassen). Die Knetzeiten zwischen beiden Maschinen variieren kaum, allerdings kann die Wilfa bei gleicher Geschwindigkeit Teige deutlich schneller mischen. Die Zutaten kommen also in der Wilfa viel schneller zu einem Teig zusammen, ehe der Knetprozess beginnt. 

Obwohl die Knetzeiten nahezu identisch sind (Ooni liegt ein paar Sekunden vorn), erhitzt sich der Teig in der Ooni im Vergleich zur Wilfa überproportional stark. Bei einem identischen Brötchenteig lag die Teigtemperatur in der Wilfa nach dem Auskneten bei 24 – 25 °C, in der Ooni schon bei mehr als 28 °C. Für mich ein klares Argument für die Wilfa. In der Ooni müssen die Zutaten noch kälter sein und diese Kälte erreicht irgendwann eine praktische Grenze. Wenn schon alle Zutaten im Kühlschrank lagern (inkl. Mehl), dann bleibt nur noch gecrushtes Eis, um der starken Kneterwärmung der Ooni entgegenwirken zu können.

Roggenteige mischt die Ooni weniger elegant und effizient als die Wilfa. Hier hat die Wilfa mit ihrem Schüssel- und Haken-Design klare Vorteile. Aber für weiche Roggenteige ist die Ooni auch nicht konzipiert (Stichwort: Pizzateig …).

 

Auf der Rückseite der Knetmaschine sind Lüftungsschlitze eingearbeitet, durch die die Wärme des Motors austreten kann.

Auf der Rückseite der Knetmaschine sind Lüftungsschlitze eingearbeitet, durch die die Wärme des Motors austreten kann.

© Lutz Geißler, www.brotbacken.de (cc-by-nc-nd)
Lüftungsschlitze auf der Rückseite führen die Motorwärme ab.
Der aufgeklappte Maschinenarm gibt den Blick auf den Knethaken und den Teigbrecher frei.

Der aufgeklappte Maschinenarm gibt den Blick auf den Knethaken und den Teigbrecher frei. Auf der Unterseite des Maschinenarms sind auf beiden Seiten die Schalter zum Öffnen des Maschinenarms sichtbar.

© Lutz Geißler, www.brotbacken.de (cc-by-nc-nd)
Die Kombination aus Knethaken und Teigbrecher geht leider zu Lasten der Kneterwärmung.

Handling

Knethaken, Teigbrecher und Schüssel können bei der Ooni abmontiert und separat gespült werden. Die Wilfa kann das auch, zumal sie keinen Teigbrecher braucht, um mindestens dasselbe Knetergebnis zu erzielen. 

Noch ein Vorteil der Wilfa: Während des Knetens oder in einer Pause kommt man mit einem Spatel deutlich besser an den Schüsselrand und an den Teig als bei der Ooni, weil kein Teigbrecher im Weg ist. Bei der Ooni muss man sich entweder verrenken oder den Knetmaschinenarm nach oben klappen. Unpraktisch. 

Unpraktisch ist auch der an beiden Seiten des Armes angebrachte Schalter, um eben diesen Knetarm nach oben klappen zu können. Er ist recht schwergängig im Vergleich zur Wilfa, bei der dieser Schalter mittig vorn angebracht ist.

 

Die Knetmaschine hat einen breiten Fuß, so dass sie stabil auf der Arbeitsfläche steht. Der breite Maschinenarm hat ebenfalls eine sehr stabile Ausführung.

Die Knetmaschine hat einen breiten Fuß, so dass sie stabil auf der Arbeitsfläche steht. Der breite Maschinenarm hat ebenfalls eine sehr stabile Ausführung.

© Lutz Geißler, www.brotbacken.de (cc-by-nc-nd)
Die Ooni Halo Pro Knetmaschine hat eine große, abnehmbare Schüssel, einen breiten Maschinenarm und eine stabilen Stand.
Ein Blick von unten auf den Maschinenarm zeigt die Befestigung des Knethakens und des Teigbrechers, so wie die Schalter zum Öffnen des Maschinenarms auf beiden Seiten.

Ein Blick von unten auf den Maschinenarm zeigt die Befestigung des Knethakens und des Teigbrechers, so wie die Schalter zum Öffnen des Maschinenarms auf beiden Seiten.

© Lutz Geißler, www.brotbacken.de (cc-by-nc-nd)
Knethaken und Teigbrecher sind stabil im Maschinenarm eingebaut und können zur Reinigung leicht ausgebaut werden.

Preis

Der Preis der Ooni mit rund 800 € könnte zum Veröffentlichungszeitpunkt des Berichts (Oktober 2025) noch ein Kaufargument sein. Ich persönlich denke aber, dass es ein Einführungspreis ist (die Wilfa lag anfangs auch in dieser Größenordnung), der sich bald nach oben bewegen wird.

 

Die weiße Knetmaschine hat ausschließlich einen silbernen Drehknopf und ein Touch-Display, so dass die glatte Oberfläche leicht zu putzen ist.

Die weiße Knetmaschine hat ausschließlich einen silbernen Drehknopf und ein Touch-Display, so dass die glatte Oberfläche leicht zu putzen ist.

© Lutz Geißler, www.brotbacken.de (cc-by-nc-nd)
Schlicht und elegant erscheint die weiße Knetmaschine mit der großen, rotierenden Edelstahlschüssel.

Fazit

Abgesehen vom derzeitigen Preis der Ooni Halo Pro und ihrer beleuchteten Schüssel kann ich keinen Mehrwert gegenüber der Wilfa Probaker erkennen. Im Gegenteil: Die Wilfa ist vergleichbar schnell am Ziel, mischt die Zutaten effizienter, lässt dem Hobbybäcker mehr Platz am Teig, erwärmt den Teig deutlich weniger schnell und knetet im Vergleich angenehm leise.

Für mich bleibt die Wilfa Probaker weiterhin der Platzhirsch unter den Hobbybäcker-Knetmaschinen. Die Ooni Halo Pro knetet vernünftig, aber kommt nicht an die Vorteile der Wilfa Probaker heran. Mit deutlichem Abstand zur Wilfa landet sie bei mir auf Platz 2, allerdings auch mit deutlichem Abstand nach unten zur Häussler Alpha, zur Häussler Nova und zur Kenwood (letztere nur, wenn man ausschließlich die Knetleistung betrachtet).

Das sahen übrigens auch meine Kursteilnehmer so. Die Ooni stand zwei Wochen lang zur freien Verfügung. Gewählt wurde aber stets die Wilfa. Sie ist einfach praxistauglicher, intuitiver und effizienter im Kneten und im Handling.

 

Ooni Halo Pro

Wilfa Probaker

Positives
  • beleuchtete Schüssel
  • niedrigerer Preis
  • kann sehr feste Teige (TA < 155) oberhalb von 4kg noch kneten
  • Anzeige der Umdrehungen pro Minute (rpm)
  • leises Kneten
  • intuitiv und einfach in der Bedienung
  • geringere Kneterwärmung
  • sehr effizientes Mischen und Kneten
  • viel Platz zum Teigabschaben zwischen den Knetphasen
  • gutes Mischen von Roggenteigen
Negatives
  • hohe Lautstärke
  • umständlicher in der Bedienung
  • extrem starke Kneterwärmung
  • ineffizienteres Mischen
  • weniger Platz zum Teigabschaben zwischen den Knetphasen
  • weniger gutes Mischen von Roggenteigen
  • etwas höherer Preis
  • keine Schüsselbeleuchtung
  • bei sehr festen Teigen über 4 kg müht sie sich phasenweise
FazitKaufempfehlung mit Abstrichenklare Kaufempfehlung

 

Die Wilfa im Test

Wilfa Probaker & Wilfa Probaker Timer

Wilfa Probaker Knetmaschine.

Wilfa Probaker Knetmaschine.

© Wilfa AS
Klein, aber fein: Wilfa Probaker.

Meine Tests der Wilfa Probaker und der Wilfa Probaker Timer kannst du hier nachlesen. Außerdem kannst du die Wilfa in speziell auf das Brotbacken geschnürten Paketen kaufen und dadurch den Plötzblog unterstützen.