Wie plane ich einen Backtag?

Wenn man nur ein einziges Brot backen möchte, muss nicht viel geplant werden. Ich bin aber dazu übergegangen, bis zu 15 verschiedene Rezepte an nur einem Tag zu verwirklichen. Im Gegensatz zu mehreren Backtagen pro Woche ergeben sich daraus einige Vorteile:

  • Die Vorbereitungen können konzentrierter abgearbeitet werden (z.B. Ansetzen von Vorteigen und Sauerteigen).
  • Die Küche wird nur einmal zum Schlachtfeld und muss nur einmal sauber gemacht werden.
  • Weniger Energieverbrauch, da der Ofen nur einmal hoch heizt und dann längere Zeit seine Betriebstemperatur halten kann.
  • Die Küche hat durch den aufgeheizten Ofen eine konstante Raumtemperatur um 24°C. Ideal für die meisten Brotteige. Vor allem im Winter muss daher die Küche nicht mehrmals pro Woche für die optimale Teigentwicklung beheizt werden, wenn der Ofen noch nicht in Fahrt ist.
  • Jeder Tag in der Woche kann ohne Aufwand mit frischem Brot und frischen Brötchen begonnen werden. Einfach am Vorabend aus dem Tiefkühlschrank nehmen und über Nacht auftauen lassen.

Für eine solche auf einen Backtag konzentrierte Masse an Backwaren, die häufig noch Vorteige und andere Zugaben benötigen, ist ein gutes Zeitmanagement wichtig. Habe ich mich auf die Rezepte festgelegt, rechne ich mir für jedes Rezept die Zubereitungsdauer aus. Dazu muss ich ungefähr abschätzen können, welche Handgriffe (z.B. Teigfalten, Formen) und Prozesse (z.B. Kneten, Gare, Backen) welche Zeit in Anspruch nehmen. Manches davon ist durch das Rezept unverrückbar festgelegt, Anderes wiederum ist variabel und nur mit Erfahrung und Kenntnis seiner eigenen Fähigkeiten abschätzbar.

Habe ich alle Zeiten ermittelt, schreibe ich mir einen Backplan in Tabellenform. Im Kopf der Tabelle stehen die Wochentage bis zum Backtag, der Backtag selbst sowie Backstart und Backende. Pro Zeile wird dann für je ein Rezept der Zeitplan aufgestellt. Ich beginne mit dem zeitaufwändigsten und arbeite mich durch bis zum zeitlich harmlosesten Rezept.

Ein üppig gefüllter Plan für einen Marathon-Backtag.

Ein üppig gefüllter Plan für einen Marathon-Backtag.

Wenn ich weiß, wann mein Backtag beginnt (in der Regel 3-4 Uhr), kann ich für das aufwändigste Rezept die Backzeit einschreiben. Die anderen Spalten sind dann einfache Rechenarbeit (wann muss ich welchen Vorteig und Sauerteig ansetzen etc.). Ist das erste Rezept in den Zeitplan geschrieben, folgt das nächste – immer ausgehend vom Backbeginn und dem Backende. So passen sich irgendwann alle Rezepte in den Plan ein, werden zeitlich vor oder nach dem aufwändigsten Rezept platziert.

Ziel des Planes ist, möglichst alle Rezepte so effizient wie möglich abzuarbeiten und dabei den Ofen optimal auszunutzen. Für 10-15 Rezepte dauert der Backtag vom Betreten der Küche bis zum Ende der Reinigungsarbeiten im Durchschnitt 12-15 Stunden. Der Ofen ist dabei die ganze Zeit im Dauerbetrieb.

Das Ende eines erfolgreichen Backtages macht glücklich: Brot und Kleingebäck so weit das Auge reicht...

Das Ende eines erfolgreichen Backtages macht glücklich: Brot und Kleingebäck so weit das Auge reicht…

Auch wenn das Ganze sehr stressig scheint, bleibt zwischendurch oft noch genügend Zeit, um die Küche auf Vordermann zu bringen, den Broten im Ofen zuzusehen (spannender als jeder Krimi!), in Backbüchern zu schmökern oder schon das ein oder andere Rezept für den Blog zu tippen. Wenn der Backplan aufgeht, ist das Entspannung pur. Ansonsten ist Improvisationstalent gefragt, um beispielsweise bei Stau am Ofen die Gare der Nachfolger noch etwas hinauszuzögern oder zu verkürzen, wenn das Kneten oder Formen länger gedauert hat.

Noch ein Tipp:
Wem der manuelle Backplan zu einfach ist, der kann das Online-Tool „Back-Zeit-O-Mat“ nutzen, das ein Blogleser programmiert hat. Ein Beispiel gibt es noch dazu.

Aktualisiert am 1. Januar 2014 |

3 Kommentare

  1. Hallo Lutz,

    Falls du mit einem Apple Gerät und dem Betriebssystem IOS arbeitest, wäre das folgende Programm was für deine Backtagplanungen:

    https://itunes.apple.com/de/app/backplaner/id978993791?mt=8

    Habe ich entdeckt, aber noch nicht ausgiebig getestet!

    Das ist keine Werbung für das Programm!!!

  2. Hallo Lutz,
    jetzt backe ich ja schon einige Jahre (und zu mind. 95 % nach Deinen Rezepten) und habe erst letzte Woche mal den „Back-Zeit-O-Mat“ ausprobiert. Das ist ja wunderbar einfach – an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den unbekannten Tüftler, der sich das ausgedacht hat.
    Liebe Grüße aus dem Schwobaländle
    Gisela

  3. Hallo Lutz,
    an einem Tag viel backen und die anderen Tage der Woche genießen kommt mir sehr entgegen. Dazu schreibst Du: „Einfach am Vorabend aus dem Tiefkühlschrank nehmen und über Nacht auftauen lassen.“ Im Gefrierbeutel auftauen lassen? Oder lieber in Bäckerleinen eingewickelt? Oder ohne alles? Morgens aufbacken? Wenn ja, wie lange, wie heiß, mit Dampf?
    Wir backen und essen hauptsächlich Brötchen und Baguette und mögen sie gern knusprig. Deshalb kann ich es mir ohne Aufbacken nicht so gut vorstellen.
    Wie handhabst Du das?
    Viele Grüße,
    Jenny

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