Windmühlenbrötchen

Windmühlenbrötchen
Als Susan vor einigen Wochen gezeigt hat, wie man ein Windrad aus Teig formen kann, habe ich mich zuerst gefragt, warum man auf so einfache Ideen nicht auch mal selbst kommt. Der zweite Gedanke war der des unbedingten Nachbackens. Gedacht, getan: auf Grundlage des Norwich Sourdoughs, den Gerd kurz vor mir auch verbacken hat, habe ich Windmühlenbrötchen aus dem Ofen geholt. Der Teig lässt sich trotz der hohen Teigausbeute sehr gut bearbeiten. Durch die Faltungen bekommt er Halt und eine straffe Konsistenz. Wie man die Windräder formt, habe ich in einer Fotoanleitung festgehalten.
Mit ihrer sehr ansprechenden Form, der dicken knusprigen Kruste und des kernigen Inneren haben mich die Brötchen vollends überzeugt. Auf Feiern oder zum Frühstück mit Freunden und Bekannten sind sie mit Garantie ein Hingucker.

Zum Reinbeißen: Windmühlenbrötchen
Weizensauerteig
- 45 g Weizenvollkornmehl
- 45 g Wasser
- 5 g Anstellgut
Hauptteig
- Sauerteig
- 30 g Roggenvollkornmehl
- 225 g Weizenmehl 550
- 150 g Wasser
- 6 g Salz
Die Sauerteigzutaten mischen und 14-16 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.
Wasser, Sauerteig und Mehl verrühren und 30 Minuten abgedeckt ruhen lassen (Autolyse).
Dann das Salz zugeben und 5 Minuten auf zweiter Stufe kneten.
2,5 Stunden Gare, dabei nach 50 und 100 Minuten einmal falten.
Nun 8 Teiglinge abstechen, zu Kugeln schleifen und 20 Minuten abgedeckt entspannen lassen.
Anschließend aus den Kugeln kleine Bâtards formen und weitere 20 Minuten zur Ruhe stellen.
Mit einem kleinen Rollholz die Bâtards entlang der Längs- und danach entlang der Querachse eindrücken. Die beiden Teigstücke rechts und links der Quereinkerbung in je eine Hand nehmen, etwas auseinanderziehen und um 360° um die eigene Achse drehen. Dies mit allen Bâtards durchführen. Nun je zwei der gedrehten Teiglinge an der Drehachse um 90° versetzt aufeinanderlegen und im Zentrum andrücken.
Die Teiglinge mit der eingedrückten Seite nach unten auf ein bemehltes Tuch (Bäckerleinen) setzen, die Spitzen in eine Richtung einbiegen und abgedeckt 2 Stunden gehen lassen.
Mit der eingedrückten Seite nach oben bei 250°C 20-30 Minuten mit Dampf goldbraun backen.
Material- und Energiekosten: 1,30 €
Zubereitungszeit am Backtag: ca. 7 Stunden

Bildanleitung zum Formen der Windräder (s. Text)

Mittelporige Krume mit Biss: Windmühlenbrötchen
(eingereicht bei YeastSpotting)
Schlagwörter: Autolyse, Roggenvollkornmehl, Weizenvollkornmehl




Marlene
28. Juni 2011 um 12:00
Sehen toll aus und eine prima Anleitung.
lisa
28. Juni 2011 um 13:08
Die sehen wie kleine Kunstwerke aus und schmecken tun sie ganz bestimmt auch noch sehr lecker. Sicher ein tolles Mitbringsel zu einer Grillparty.glg
Petra aka Cascabel
28. Juni 2011 um 20:43
Wunderschön – die wandern gleich auf die to-do-Liste!
Gindre
28. Juni 2011 um 22:31
Toll, kann ich da nur sagen. Das ist ein wahrer Augenschmaus und dabei gar nicht schwierig herzustellen, wie deine Bildanleitung erkennen lässt. Ein Brötchen für den besonderen Anlass.Â
Stefanie
29. Juni 2011 um 21:11
Sehr schön! Ich habe Susans Anleitung auch schon für Brötchen verwendet, sie allerdings etwas kleiner gemacht. Ich finde sie klasse beim Grillen, da man sich die einzelnen “Windmühlenflügel” sehr schön abbrechen kann.
Lutz
30. Juni 2011 um 16:43
Das stimmt. Diesen Nebeneffekt finde ich auch toll!
Jessy
1. Juli 2011 um 20:45
what is the yield for this recipe only 4 buns?
Lutz
2. Juli 2011 um 17:34
You’ll get 8 buns.
bergamot
2. Juli 2011 um 06:31
This is a wonderful creation. The windmills are beautiful…
schelli
4. Juli 2011 um 23:21
chapeau.
immer wieder beeindruckt mich die porengrösse bei reiner sauerteigführung.
thorben
8. Februar 2012 um 10:20
Die Brötchen habe mir auch sehr gut geschmeckt, aber ist es normal, dass Sauerteiggebäck (Weizen) trotz großer Porung und gutem Geschmack immer schneller trocken oder zumindest zäher als Hefegebäck wird?
Lutz
8. Februar 2012 um 17:31
Hm, ist mir so noch nicht aufgefallen. Ich esse das Gebackene aber auch sehr zügig auf
.
Hiwwelhubber
8. Februar 2012 um 19:21
Also bei Weizen ST hatte ich auch schon das Gefühl, RoggenST hält sich dagegen richtig schön und lange frisch.
thorben
8. Februar 2012 um 22:11
Ich hab bei Bäcker Süpke gelesen: “…die Säure macht den Kleber „stramm“, also stark.”, was mit einer “ledrigen” Kruste einher gehe. Allerdings sagt er auch, dass dies nur der Fall sei, wenn zu viel Säure vorhanden ist (falsche Führung).
(http://baeckersuepke.wordpress.com/2009/12/28/weisbrot-zum-selber-basteln/).
Aber danke für die schnelle Antwort, ich hoffe mein Eindruck wird sich dann bald verabschieden, denn geschmacklich finde ich das frische Gebäck super.
Lutz
9. Februar 2012 um 18:06
Das klingt plausibel. Also den Sauerteig immer schön an die Leine nehmen
.