Ardäppelkung vu Neidarf (Neudorfer Kartoffelkuchen)

Ardäppelkung vu Neidarf (Neudorfer Kartoffelkuchen)
Wer aus dem Erzgebirge kommt oder Kenner der Region ist, dem wird der Kartoffelkuchen ein Begriff sein. Er ist aus der Not heraus geboren. Wenn man um die Weihnachtszeit Teig für erzgebirgischen Stollen anrührte, blieb immer etwas davon übrig. Statt diesen Rest wegzuwerfen, wurde er mit gekochten Kartoffeln verknetet, auf ein Blech gedrückt, mit Butter bestrichen und mit Zimtzucker bestreut. Fertig war ein leckerer, durch die Kartoffeln saftiger und lange frisch haltender Kuchen, der gegessen werden durfte noch lange bevor die Stollen fertig gereift waren.
Ich habe mich an ein Rezept gewagt, das ursprünglich aus der Gegend um Crottendorf stammen soll (bekannt für seine Räucherkerzen). Da ich es im Nachbarort Neudorf (bekannt durch seine Suppen und Räucherkerzen) stark verändert gebacken habe, wurde aus “Ardäppelkung vu Crutendorf” der “Ardäppelkung vu Neidarf”.
Besonders nach dem Backen ist der Kuchen sehr saftig, locker und extrem lecker. Aber auch Tage danach schmeckt er noch klasse.
Hefestück
- 250 g Weizenmehl 550
- 160 g Wasser
- 30 g Frischhefe
Hauptteig
- Hefestück
- 500 g Weizenmehl 550
- 250 g Kartoffeln (gekocht und gepellt)
- 100 g Zucker
- 10 g Salz
- 50 g Zitronat (fein)
- 200 g Butter (zerlassen)
- 1 g Zimt
- 1 Prise Kardamom
- 100 g Rosinen
Belag
- 100 g Zucker
- 1 Teelöffel Zimt
- 70 g Butter
Die Zutaten für das Hefestück mischen und 60 Minuten warm gehen lassen. Das Volumen sollte sich mindestens verdreifacht haben.
Alles außer Zucker, Salz und Rosinen 5 Minuten auf niedrigster Stufe und weitere 5 Minuten auf zweiter Stufe kneten. Anschließend Salz und Zucker zugeben und weitere 5 Minuten auf zweiter Stufe kneten. Der Teig sollte geschmeidig sein und nicht kleben. Zum Schluss die Rosinen von Hand in den Teig kneten.
60 Minuten Gare. Den Teig zusammenstoßen und nochmals 60 Minuten zur Gare stellen.
Den Teig auf einem gefetteten oder mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen, mit allen 10 Fingern mehrfach Dellen hineindrücken und mit zerlassener Butter und Zimtzucker überdecken.
15 Minuten Gare.
Bei 180°C ca. 30 Minuten ohne Dampf backen.
Material- und Energiekosten: 3,10 €
Zubereitungszeit am Backtag: ca. 3 Stunden

Locker, saftig und sehr aromatisch: Ardäppelkung vu Neidarf (Neudorfer Kartoffelkuchen)
(eingereicht bei YeastSpotting)
Schlagwörter: Butter, Erzgebirge, Hefestück, Kartoffeln, Neudorf, Rosinen, Zimt, Zitronat, Zucker




walterjost
12. März 2012 um 08:12
kobartoffelkuchen hab ich schon vor ca 70 jahren im badischen pforzheim
gegessen
obwohl es noch mangelware war -auch mehl und hefe-
wer morcheln
oder trüffel mag kennt den erdgeschmack , schupfnudeln sind wohl populairer