BLOGBEITRAG

11. März 2011 · Noch kein Kommentar

Rezension: „Cilli Reisingers Brotbackbuch“ und „Cilli Reisingers Brotaufstriche“

Die Rückbesinnung auf alte Traditionen, Werte und handwerkliche Tätigkeiten hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Kein Wunder also, dass auch das heimische Brotbacken eine langsame Renaissance erfährt. Die Österreicherin und Bäuerin Cilli Reisinger trug 2006 mit ihrem Buch „Cilli Reisingers Brotbackbuch: Einfach gute Rezepte vom Bauernhof“ zu dieser Wiederkehr bei. Sie begann um 1998 mit dem Brotbacken und gründet ihren Erfahrungs- und Rezepteschatz nach eigenen Aussagen auf Gespräche mit Bäuerinnen, die bereits vor 1950 auf ihrem Gehöft für die Familie Brote gebacken haben.

"Cilli Reisingers Brotbackbuch"

Wer Grundlagen zum Brotbacken sucht, sollte besser nicht zu Reisingers Werk greifen. Außer einigen wenigen Praxistipps, z.B. zur Sauerteigherstellung, zur Teiggare, zum Kneten und Backen beschränkt sich das Buch ausschließlich auf die umfangreiche Rezeptesammlung der Autorin. Sie achtet dabei sehr auf gesunde, vollwertige Backwaren.

Ob mit oder ohne Sauerteig, ob Brote oder Kleingebäck – fast überall verwendet sie Vollkornmehle oder setzt auf Dinkel. Vorteige und lange Garzeiten sind keine Ausnahmen. Die Rezepte erscheinen ausgewogen, erprobt und verleiten beim Durchstöbern der Zutatenlisten zum Nachbacken. Dass sich einige Rezepte bei genauerem Hinsehen durch Zutatenvariationen letztlich doppeln, liegt in der Natur der Sache.

Cilli Reisingers österreichische Heimat verraten die Rezepte vor allem durch die häufige und großzügige Verwendung von Brotgewürzen wie Kümmel oder Fenchel. Auch die Sprache ist für deutsche Leser zunächst ungewohnt, heißt Hefe doch Germ, sind Ausdruck und Grammatik in Nuancen verschieden. Doch genau diese kleinen Details vermitteln unterschwellig ein heimeliges Gefühl, das durch die etwas altbacken wirkenden, teils unscharfen, blassen, aber dennoch verführerischen Fotografien unterstützt wird. Hier war eben kein professioneller Bäcker und Fotograf am Werk, sondern die Bäuerin und Hausfrau.

Für Anfänger mit Ausdauer, Talent für autodidaktisches Lernen und Mut zum Scheitern kann „Cilli Reisingers Brotbackbuch“ ein Beginn sein. Besonders geeignet ist es aber für jene, die bereits über ausreichend Brotbackerfahrung verfügen, um Rezepte richtig einschätzen, auf ihre Küchenverhältnisse anpassen und zu einem erfolgreichen Ende führen zu können.

Eine übersichtliche, einfallsreiche Rezeptesammlung, die das Backbuchregal bereichert, aber nicht heraussticht.

"Cilli Reisingers Brotaufstriche"

Für all jene, die ihr frisch gebackenes Brot nicht sofort verschlingen, sondern mit Aufstrichen genießen möchten, hat Cilli Reisinger 2009 ein Rezeptebuch geschrieben. Das 2011 bereits in 3. Auflage erschienene Werk „Cilli Reisingers Brotaufstriche“ bietet auf 160 Seiten eine bunte Palette an schnell zuzubereitenden Köstlichkeiten aus Quark, Frischkäse, Kartoffeln oder verschiedenen Käsesorten an. Auch süße Aufstriche werden vorgestellt. Die Fotoqualität ist im Vergleich zum Brotbuch etwas besser, der semiprofessionelle Charme glücklicherweise geblieben. Kein Meisterwerk, aber ein bodenständiges, grundsolides Buch, das im Küchenregal nicht verstauben wird.

„Cilli Reisingers Brotbackbuch: Einfach gute Rezepte vom Bauernhof“
175 Seiten, 1. Auflage, 2006
Verlag: Löwenzahn
ISBN: 978-3706623964
Größe: 22,6 x 15,8 x 1,8 cm
Preis: 17,90 €

„Cilli Reisingers Brotaufstriche: Einfach gute Rezepte vom Bauernhof“
160 Seiten, 3. Auflage, 2011
Verlag: Löwenzahn
ISBN: 978-3706624336
Größe: 22,4 x 16 x 1,6 cm
Preis: 17,95 €

Mein Dank gilt dem Löwenzahn-Verlag, der mir die beiden Bücher freundlicherweise zur Besprechung zur Verfügung gestellt hat.

Schreibe einen Kommentar

Sidebar ein-/ausblenden
Translate »