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3. Juni 2013 · 1 Kommentar

Rezension: „Kochen mit Brotresten“ von Helene Brandstätter

Ein Trend scheint erkannt und sich in vielen Buchveröffentlichungen niederzuschlagen: das Kochen mit Brotresten. Nur gut in Zeiten üppiger Lebensmittelverschwendung. Wenn wir alle kein volles Sortiment des Bäckers bis in die Abendstunden erwarten und uns dann noch ermuntern, kein Brot (oder andere Lebensmittel) wegzuwerfen, dann wäre schon viel getan. Im Leopold Stocker Verlag ist nun ein mit mehr als 130 Rezepten ausgestattetes Buch zum Thema „Kochen mit Brotresten“ erschienen.

"Kochen mit Brotresten" von Helene Brandstätter

„Kochen mit Brotresten“ von Helene Brandstätter

„Altes Brot und Gebäck schmackhaft verwerten“ lautet der Untertitel. Und dem wird das Buch von Helene Brandstätter, Frau eines Bäckermeisters, ohne Zweifel gerecht. Wenngleich „verwerten“ nicht besonders anregend klingt, sehen die Rezepte und Fotografien überaus verführerisch aus. Von altbekannten Gerichten wie Arme Ritter, Brotpudding oder schlichten Croutons geht der kulinarische Pfad hinüber zu Aufläufen, Salaten, Knödeln, Braten, Soßen, Suppen und sogar Torten. Die Vielfalt ist beeindruckend. Das Brot ist in den Gerichten manchmal nur Komparse, oft aber Hauptdarsteller.

Die Rezepte sind kurz, aber ausreichend genau beschrieben und übersichtlich. Etwas irritierend sind die den Zutatenlisten unterlegten Notizblöcke. Deren Zeilen verlaufen leicht schräg zu den darüber gedruckten Zutaten. Hier hätten die Zutaten parallel zu den Notizblockzeilen gedruckt werden können, um visuelle Verwirrung zu vermeiden.

Manches Mal fällt es schwer, den Rezepten die passenden Fotos zuzuordnen, da nicht jedes Rezept mit einem Foto begleitet wird. Aber das sind Nebensächlichkeiten. Von einfach bis aufwändig, von schnell bis langwierig ist für jeden Hobbybäcker und Hobbykoch etwas dabei. Besonders gelungen ist die Aufteilung der Rezepte nach Brotsorten. So kann am Anfang des Buches stets das Rezept ausgewählt werden, für dessen Zubereitung der passende Brotrest auf Verarbeitung wartet.

„Kochen mit Brotresten“ ist österreichisch angehaucht, aber ohne Probleme auch für deutsche Leser geeignet. Ein kleines Wörterbuch hilft, manch landestypischen Begriff ins Deutsche zu übertragen, auch wenn nicht alle im Buch auftauchenden österreichischen Begriffe dort hineingefunden haben.

Wer braucht da noch Kartoffeln? Brot ist eine ganz vorzügliche Kochzutat. Helene Brandstätters Buch kommt appetitlich, köstlich, schlicht und vielfältig daher. Traditionell und dennoch voll in die heutige Zeit passend. Empfehlenswert.

„Kochen mit Brot Brotresten“ von Helene Brandstätter
138 Seiten, 2013
Verlag: Stocker Verlag
ISBN: 978-3702014117
Größe: 24,4 x 16,6 x 1,2 cm
Preis: 14,95 €

Mein Dank gilt dem Stocker Verlag, der mir das Buch freundlicherweise zur Besprechung zur Verfügung gestellt hat.

Ein Kommentar

  1. Praktisch, dass du gerade heute ein Buch über ein Thema besprichst über das ich mir erst am Wochenende Gedanken gemacht habe. Das Buch wandert gleich mal auf meinen Wunschzettel. Schön auch, dass es für kleines Geld zu haben ist.

    Viele Grüße

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