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13. Januar 2014 · 6 Kommentare

Rezension: „Hefe und mehr“ von Stefanie Herberth

"Hefe und mehr" von Stefanie Herberth

„Hefe und mehr“ von Stefanie Herberth

Was für eine Überraschung, die uns Stefanie vom Blog „Hefe und mehr“ mit ihrem gleichnamigen Buch da kurz vor Weihnachten beschert hat. Eigentlich lag es auf der Hand. Ihr Blog gehört für mich zu einem der besten Brotblogs im deutschsprachigen Raum. Nun also ihr Buch, das sie als BookOnDemand-Publikation (BoD) zu Papier und als PDF zum Download gebracht hat.

Stefanie ist Biowissenschaftlerin. Selbst wer es nicht wusste, wird es bei einigen Kapiteln ihres rund 40 Seiten starken Grundlagenteils ahnen. Insbesondere wenn es um Klebereiweiße und den Stoffwechsel der Mikroorganismen geht, blühen die Texte auf.

Der Grundlagenteil ist logisch aufgebaut. Er richtet sich nach den Schritten beim Brotbacken, vom Vorbereiten über das Kneten bis zum Backen. Neben den praktischen Tipps und Empfehlungen kommen ab und an auch kurze Ausflüge in die Hintergründe hinzu. Wo notwendig, zeigen Schwarz-Weiß-Fotografien das Geschriebene (Vorteige oder der Fenstertest zum Beispiel).

Gut verständlich, in der Sprache gemischt zwischen sachlich und persönlich. Das Buch liest sich weg wie warme Semmeln. An einigen Stellen habe ich andere Erfahrungen gemacht als Stefanie, insbesondere wenn es um das Bedampfen des Ofens geht. Aber das sind Kleinigkeiten und hängen auch sehr von den eigenen Vorlieben ab.

Besonders gefreut hat mich die Auflistung wissenschaftlicher Arbeiten zum Thema Teig. Für mich ein Grund, mir das ein odere andere „Paper“, wie man so schön sagt, auch einmal anzusehen.

Der Rezeptteil von etwa 120 Seiten umfasst alles von Brot über Brötchen bis hin zu Kuchen und Süßgebäcken. Es sind Stefanies Lieblingsrezepte aus ihrem Blog. Sie legt großen Wert auf lange Teigführungen sowie die Arbeit mit Vorteigen und Sauerteigen. Ein weiterer Pluspunkt. Die auf Farbtafeln zusammengefassten Fotos lassen den Mund wässrig werden. Die meisten Rezepte sind weizen- und dinkelbasiert, Roggen kommt selten zum Einsatz.

Grobe Fehler oder Kritikpunkte konnte ich nicht finden. Die Gestaltung des Buches ist Geschmackssache. Da Stefanie alles selbst gesetzt hat, ist ihr kein Vorwurf zu machen. Dass Abstände zwischen Aufzählungspunkten manchmal springen oder Zeilenabstände in den Zutatenlisten verschieden sind, ist unschön, aber auch nicht hinderlich. Etwas ungewohnt ist das Glanzpapier, auf dem das gesamte Buch gedruckt wurde. Aber hier weiß ich nicht, ob Stefanie bei BoD gar keine andere Wahl hatte.

Fazit: Ein großartiges Buch, das insbesondere für Anfänger empfehlenswert ist, die noch nicht alle Möglichkeiten des Brotbackens kennenlernen, sondern sich zunächst an einer bewährten Strategie für gutes Brot probieren möchten.

„Hefe und mehr: Lieblingsbrote selbstgebacken“
172 Seiten, 2013
Verlag: Books on Demand
ISBN: 978-3732278558
Größe: 22 x 17 x 1,4 cm
Preis: 18,90 €

6 Kommentare

  1. Vielen Dank, ich habe eh schon mit dem Buch geliebäugelt und jetzt endgültig bestellt.

    Gruß
    Rolf

  2. Lieber Lutz Geißler,

    ich mag Ihr beiden Bücher und habe damit auch Brot backen gelernt und bin Ihnen auch sehr dankbar. Nichtsahnend habe ich mir dann das o.a. Buch bestellt. Ich persönlich halte es für eine einzige Katastrophe. Es ist nicht aufklappbar auf den Tisch zu legen, sonst bricht der Buchrücken und auch bei den Rezepten kommt nur dann was raus, wenn man schon Brot backen kann. Ich habe mich mal testweise streng an eines ihrer Rezepte gehalten. Was passiert, wenn man einen Ofen hat, der auch 250 Grad gut erreicht und damit Brötchen 20 Minuten backt und vor dem Backende noch 5 Minuten Umluft anschalten soll? Es sind weitere Klöpse dieser Art enthalten. Mir kommt es manchmal so vor, als hätte sie bei Ihnen abgeschrieben, leicht modifiziert und alles, was ihr überflüssig erschien, entfernt. Da fehlt dann auch mal eine Stockgare und das Falten und das Ergebnis wird dann in der Krume sehr dicht, statt locker, was man eigentlich erwartet.

    Mir treibt´s  die Tränen in die Augen, wenn ich die Machart des Buches sehe (wie Ihnen, wenn sie bestimmte Fastfood- oder Industrie-Backstücke sehen). Ein Buch, und das zeigen sie ja selbst mit der Gestaltung ihrer beiden Bücher, hat auch an sich einen Wert und man klatscht ja auch nicht einfach Teig in den Ofen, sondern legt auch Wert auf gutes Aussehen – das muss ich dem Buch wirklich absprechen. Ich habe selbst schon mal ein Kochbuch als Geschenk erstellt und kann ein bisschen beurteilen, was Frau Herberth da verzapft hat. Schlimmer hätte man es nicht machen können. Das Buch hat eher den Charakter einer Schülerzeitung, von Menschen gestaltet, die wohl alles andere besser können. Mich hat es sehr geärgert, für sowas verhältnismäßig viel Geld ausgegeben zu haben. Ich werfe es als unbrauchbar in die Altpapiertonne. Ich bin verärgert.

    • Hallo Monika,
      auch ich besitze das Buch von Stefanie Herberth seit einiger Zeit und habe schon etliche Rezepte nachgebacken. Die Ergebnisse waren durchwegs gut bis sehr gut, eine „Bauchlandung“ habe ich bisher nicht erlebt. Deine Fundamentalkritk kann ich daher nicht teilen. Sowohl aus dem Grundlagenteil als auch aus den Rezepten sprechen Wissen der (Mikro-)Biologin und Erfahrung der Bäckerin. Und Layout-/Formatierungs-Probleme wirken sich nicht auf die Rezeptqualität aus. In einem Punkt muss ich mich aber deiner Kritik anschließen: Die Bindung des Buches lässt zu wünschen übrig. Man kann es zwar problemlos aufschlagen, aber nach häufigerer Benutzung lösen sich Einzelseiten heraus. Das dürfte bei diesem Preis eigentlich nicht passieren. Trotzdem: Dieses Buch gehört definitiv nicht in die Tonne, sondern in die Hände eines/r passionierten BäckerIn!
      Mariechen

  3. Wirklich super cooler Atikel!! Total informativ und interessant. Wo kann man sich denn für ihre Kurse anmelden?

    Lg

    Horst Schneider

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