Netzwerk der „Brotspinner“

Es wächst etwas heran im Bäckerhandwerk. Eine Graswurzelbewegung, die ihre Ursprünge in der Hobbybäckerei und in „Querulanten“ aus dem etablierten Handwerk hat. Kleine Betriebe, die sich auf das Wesentliche konzentrieren und mit neuen Konzepten und Ideen die Bäckereilandschaft aufmischen. Sie zeigen, dass Backen von gutem, „sauberem“ Brot und Kleingebäck machbar, wirtschaftlich und vor allem nachgefragt ist – auch in Zeiten von industrieller Massenware, industrienahen Filial- und Großbäckereien und einem allgemeinen Trend zu viel Marketing mit wenig dahinter.

Auf einer Bühne steht Roswitha Huber – links von ihr Christina Weiß, rechts von ihr Lutz Geißler.

Beim Grußwort zur Eröffnung des 5. Internationalen Rauriser Brotfests 2023

© Oliver Brachat
Brotfest-Gastgeberin Roswitha Huber erfindet das Wort „Brotspinner“

Ein neues Netzwerk

Spätestens mit dem Zusammentreffen der von Roswitha Huber liebevoll als „Brotspinner“ bezeichneten Brotenthusiasten auf der Kalchkendalm zum 5. Internationalen Rauriser Brotfest war klar, dass es ein loses Netzwerk zum gegenseitigen Austausch braucht. Denn wer einen kleinen Betrieb führt, hat oft keine Zeit, um sich in Innungen oder Vereinen zu engagieren, zumal die Aussichten auf Veränderungen im eingefahrenen System äußerst schlecht sind. Je mehr Betriebe es gibt, die alternative Wege in Beruf und Ausbildung gehen, umso eher wird auch auf institutioneller Seite die Einsicht wachsen, dass es weitreichende Veränderungen braucht, um das echte Backhandwerk am Leben zu halten.

Mailingliste

In vielen Gesprächen mit Bäckerinnen und Bäckern auf dem Brotfest, aber auch in meinen Podcastfolgen und persönlichen Treffen kam der Wunsch auf, sich untereinander austauschen, sich ungezwungen verabreden oder Ratschläge und Hilfe finden zu können, ohne Angst haben zu müssen, auf Vorbehalte des institutionalisierten Bäckerhandwerks zu stoßen.
 

Aus diesem Grund habe ich eine Mailing-Liste angelegt. Alle Mitglieder dieser Liste können Fragen, Anregungen, Vorschläge für Zusammenkünfte etc. pp. an eine bestimmte Mailadresse schicken, die dann an alle anderen Mitglieder verteilt werden. Wer Zeit und Lust hat, auf die jeweilige Mail zu antworten, tritt dann automatisch mit dem Absender in Kontakt, nicht mit der ganzen Liste. So ist ein von der Öffentlichkeit abgeschirmter fachlicher Austausch möglich, ohne dass rechtliche Strukturen aufgebaut und verwaltet werden müssen.

Wer darf dabei sein?

  • Menschen, für die puristisches Brot und Kleingebäck (Mehl, Wasser, Salz, Sauerteig, ggf. wenig Hefe) kein Teufelszeug, sondern Ziel ist.
  • Menschen, die ein ehrliches Interesse an alternativen Ideen im Bäckerhandwerk haben, sei es fachlicher Natur oder in Sachen Ausbildung.
  • Menschen, die schon eine Bäckerei betreiben, aber auch alle, die sich das in Zukunft vorstellen können und darauf hinarbeiten oder Menschen, die im weitesten Sinne für das oder mit dem Bäckerhandwerk arbeiten (auch aus Landwirtschaft, Müllerei, Ausbildung, Forschung etc. - explizit KEINE Pressevertreter).
  • Menschen, die komplett auf industrielle Vor- und Fertigprodukte einschließlich Zusatz- und Verarbeitungshilfsstoffe (auch im Mehl und Backmittel) verzichten oder künftig verzichten möchten.

Wie wird man in die Liste aufgenommen?

Wenn du glaubst, alle oben genannten Kriterien zu erfüllen, dann schreibe eine E-Mail mit deinem vollständigen Namen, deinem Betrieb (sofern vorhanden) und einer kurzen, aber aussagekräftigen Begründung, warum du Teil dieses losen und unverbindlichen Netzwerks sein möchtest. Nach der Aufnahme in den Mailverteiler erhältst du die Mailadresse, an die du deine Nachrichten schicken kannst, sowie weitere Infos zum Gebrauch der Mailingliste.


Bitte beachte: Eine solche Mailingliste funktioniert nur, wenn sich alle darin einig sind, die Inhalte vertraulich, sorgsam und mit Bedacht zu nutzen. Ein Missbrauch der Liste für Werbung, unverhältnismäßig häufige Nachrichten oder aus wettbewerblichen Gründen führt zum Ausschluss aus der Liste. Gleiches gilt für Mitglieder, die Inhalte der Liste ohne Zustimmung der Quelle(n) weitergeben. Die Liste dient dem Austausch auf Augenhöhe, ganz gleich ob Meister, Geselle, Azubi oder Quereinsteiger.