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25. Januar 2019 · 94 Kommentare

Wie bedampfe ich meinen Haushaltsofen optimal?

Welche Möglichkeiten es zur Dampferzeugung gibt, findest du im Lexikon „Bäckerlatein“.

Ich selbst bedampfe manuell, weil ich dadurch Menge und Dauer der Bedampfung nach Belieben variieren kann. Dazu heize ich eine mit Stahlkugeln* (nicht rostfrei, 4,5 mm) oder Edelstahlgranulat* (rostfrei, 1,2-2,4 mm) gefüllte, schmale Edelstahlschale (Verdampfer* oder Pastetenform*) auf dem Ofenboden mit vor, schieße das Backgut in den Ofen und sprühe dann mit einer Blasenspritze* oder Edelstahlspritze* möglichst schnell ca. 50-60 ml (heißes) Wasser direkt auf die heißen Kugeln. Durch die große Masse und Oberfläche des Materials verdampft das Wasser schlagartig. Diese Methode ist in ihrer Wirkung vergleichbar mit der Dampfentwicklung in einem professionellen Bäckerofen. Aber Vorsicht: Verbrennungsgefahr!

Die Kugeln und die Schale sollten vor der ersten Benutzung in Seifenwasser abgekocht und auch einmal im Ofen bei 250°C ausgebrannt werden, um etwaige Anhaftungen von Fett und anderen Substanzen zu entfernen. Damit die Kugeln nicht rosten, sollte nach dem Backen die Ofentür ein wenig geöffnet bleiben, um etwaige Restfeuchte abziehen zu lassen. Wenn die Kugeln oder das Granulat gut aufgeheizt waren, dann verdampft das eingespritzte Wasser komplett. Die Schale sollte bis ca. 1 cm unter dem Rand mit Kugeln gefüllt sein (ca. 7000 Kugeln mit 4,5 mm Durchmesser bzw. anderthalb der oben verlinkten Flaschen oder ca. 2500 g des oben verlinkten Edelstahlgranulats).

Das Material der Verdampferfüllung hängt von den eigenen „Befindlichkeiten“ ab. Ob Edelstahl, verzinkte Stahlkugeln etc. bleibt jedem selbst überlassen. Auf die Frage, inwieweit der Dampf in der Lage ist, Bestandteile der Füllung zu lösen und an die Brotkruste abzugeben, habe ich noch keine fachlich erschöpfende Antwort recherchieren können.

Wenn du einen Ofen hast, bei dem der Dampf durch Schlitze entweichen kann, solltest du diese für einige Minuten verschließen (auf eigene Gefahr).

Der Dampf, auch wenn ich es nicht explizit in das Rezept schreibe, muss nach 8-10 Minuten abgelassen werden (abhängig von der Bedampfungsmethode und vom Rezept auch eher oder später). Dazu wird die Ofentür 10-30 Sekunden weit geöffnet. Auch in den letzten 5 Backminuten sollte die Tür nochmal einen Spalt breit geöffnet sein, damit die Kruste schön knusprig wird.

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94 Kommentare

  1. Hallo Lutz, 
    also das mit dem Schwaden geben klappt schonmal klasse. Ich habe mir nun auch einen Schamottestein (4mm dick) hauptsächlich für Pizza angeschafft und wollte ihn nun auch zum Brotbacken verwenden. Muss ich etwas beim Bedampfen beachten, ich hätte Angst dass der Stein dann durch die eventuelle schnelle Temperaturschwankung brechen könnte etc., oder habe ich nichts zu befürchten?
    Viele Grüße auch an alle Mitlesenden
    Tobias

  2. Hallo, miteinander! Ich habe heute zum ersten Mal eine Edelstahlform mit neugekauften Kieselsteinen in den Ofen gestellt. Nach recht kurzer Zeit war die Küche, als ich den Ofen kurz geöffnet habe, mit hellem Qualm oder Dampf (?) gefüllt. Kann es sein, dass die Steine eine gewisse Restfeuchtigkeit enthalten, die einfach verdampft ist? Oder war das verbrannter Schmutz auf den Steinen? Ich habe auf jeden Fall ein wenig Angst bekommen 🙂 Sonst habe ich immer die gleiche Metallkastenform ohne Inhalt in den Ofen gegeben und nach dem Einschießen des Brotes mittels Blasenspritze mit ca. 50 mm Wasser bespritzt. Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht und kann mir weiterhelfen? Herzlichen Dank und viele Grüße!

  3. Bisher habe ich Wasser in eine kleine, langsam vor sich hin rostende Eisenpfanne gespritzt, fand ich aber nicht so optimal. Jetzt habe ich endlich mal 30 Euro für ein halbes Kilo rostfreier Edelstahlschrauben investiert. Die Dampfentwicklung ist phänomenal – doch leider Gottes entweicht der Dampf mit einem lauten Heulen sofort durch die Lüftungsschlitze an der Tür. Wie bekomme ich die denn nun wieder dicht?

  4. Hej, ich habe mir das Edelstahlgranulat gekauft und nun folgendes Problem: Wenn ich mit der Spritze Wasser auf das Granulat spritze, fliegen die kleinen Körnchen durch den ganzen Ofen. Gestern sind sie auf dem Brot gelandet, das ich daraufhin wegwerfen musste. Weiß da jemand Abhilfe? Ich habe das Granulat in der verlinkten Pastetenform.
    Danke!

    • Wo hast Du denn den Behälter platziert? Auf dem Boden des Backofens? Dann würde ich vermuten, dass eventuell zu viele Kugeln drin sind. Krass, dass sich da so eine Kraft entwickelt. Muss ein guter Ofen sein. Bin grad etwas verblüfft. Davon hab ich noch nie gehört. 
      Steht  der Behälter aber auf dem gleichen Einschub, wie das Brot, würde ich ihn nur auf den Boden setzen.  
      Eine wirkliche Idee hab ich nicht, weil  abdecken den Schwaden verhindert. Höchstens ein großes Sieb als Dom darüber, aber wie man da gekonnt schwaden soll???

      • Sorry, das waren erstmal nur Gedanken. Da bin ich mit dem Finger auf „absenden“ gelandet. Sollte so gar nicht rausgehen, da ich immer noch überlege.

    • Hallo Olaf, hast du vielleicht ungewöhnlich kleines Granulat gekauft?

    • Hallo Olaf, du hast, so wie ich, vermutlich die falsche Größe des Edelstahlgranulats gekauft. Die hier erwähnte Größe war eine Zeit lang nicht verfügbar und so war hinter dem Link das Granulat mit der Größe 0,2-0,4mm

      LG Julian 

  5. Kleine Info am Rand: Die Links vom Verdampfer und der Pastetenform sind vertauscht.

  6. Was meinst du mit „gar nichts“? Hat es nicht ganz heftig gezischt? Dampf ist unsichtbar, erst wenn er kondensiert, wird er als Nebel sichtbar. Bei diesen Temperaturen sollte er aber, denke ich, nur auf dem Brot kondensieren und nicht in der Luft.

  7. Wenn es nicht gezischt hat, dann war es vielleicht nicht heiß genug –
     wie lange hast du aufgeheizt und hast du die Temp  mit extra Thermometer kontrolliert? Viele Öfen schalten schon ab, obwohl die Temp nicht wirklich erreicht ist

  8. Ich habe mir den Verdunster von Benta und das Granulat in der Körnung 1,7-3,4mm besorgt. Das ganze habe ich beim Vorheizen des Ofens mit O/U-Hitze auf 230° im Ofen gehabt und dann mit einer Spritze 60ml Wasser auf das Granulat gespritzt. Ergebnis: nix…

    Es hat nicht mal gezischt…

    Was kann ich besser machen?

    • Bisschen knapp Deine Beschreibung. 😉
      Warum heizt Du nur auf 230°C auf, wenn die meisten Tezepte 250°C als Start bei fallender Temp. vorgeben? 
      Wie backst Du – mit Stein im Ofen?
      Wie lange hast Du aufheizen lassen?
      Woher weißt Du, dass der Ofen tatsächlich 230°C hatte und nicht nur auf dem Display?
      Vermutlich ear due Temperatur noch nicht erreicht. (Gründe siehe Aufzählung) Es kann nichts dampfen, wenn die Temperatur im Behälter noch nicht erreicht war.

      • Hallo Dirk und alle anderen!
        Nachdem mir Metallpulver das falsch gelieferte Edelstahlpulver sofort ersetzt hatte (übrigens sehr netter Kontakt), habe ich es jetzt gleich gestestet (in Benta Pastetenform) und muss (leider) sagen, es ist mir wie Dirk gegangen. Habe auf 250° aufgeheizt (halbe Stunde) und dann 60 ml Wasser auf das Granulat gespritzt. Außer einem kleinen „Zisch“ war nichts zu hören und zu sehen. Ich backe sonst im Topf und die halbe Stunde auf 250° vorheizen hat bislang auch immer gut geklappt. Hat jemand eine Idee? Oder Dirk, wenn Du das liest, wie hast Du das Problem denn gelöst?

    • Ich glaube, ich weiß jetzt, woran es liegt.
      Man muss den Verdampfer – wahrscheinlich egal ob Pastetenform oder Benta – tatsächlich auf den OFENBODEN  stellen, nicht auf einen Rost darüber. Ich hab das heute ausprobiert, weil ich einen Auflauf gemacht habe. Obwohl der Ofen nur sehr kurz und nur auf 210Grad aufgeheizt war, zischte es deutlich und es stieg ein kleines bisschen Dampf auf. 
      GUTES GELINGEN!

  9. Viele Lösungen, viele Philosophien, aber welche DIE Beste ist, lässt sich nicht sagen. Es hängt von zu vielen Gegebenheiten vor Ort ab. Ich z.B. werde es mit einer Lodgepfanne, ohne Füllmaterial, versuchen und das Wasser direkt in die heiße Pfanne spritzen. Viele Pfannen vertragen das nicht, die Lodge schon. Jetzt treten jedoch Probleme auf und das gilt für alle Schwadenbehälter, die direkt unter dem Backgut stehen, sie rauben Unterhitze.

    Der Schwadomat verhindert das, in dem er an die Ofen Seitenwand gehängt wird. Ich wollte es mit einer ovalen 0,5 L Lodge Servier Pfanne versuchen und sie auf den Boden an die Seitenwand stellen. Meine Frage, sie ist natürlich Größenmäßig ein Spielzeug im Vergleich zu den großen Lodgepfannen. Die kommen jedoch nicht infrage, Thema Unterhitze. Was meinst du/ihr, ist diese kleine Servierpfanne imstande, diese 50 bis 60 ml Wasser binnen dieser einen Sekunde auf einen Schlag zu verdampfen, wie es die großen Pfannen können. oder ist sie schlichtweg zu klein?

  10. Hallo Walter, sorry, dass ich erst jetzt antworte, aber ich habe deine letzte Antwort erst jetzt gesehen….

    Beim Backwagen von meiner Mum gibt’s leider keine seitlichen Führungsschienen, sondern die Backbleche werden in der Tür, die man herausfährt, eingehängt. Da das Einhängen der Bleche rechts und links vom Backofenfenster stattfindet, gibt’s bei dem Herd keine Möglichkeit, die Tasse seitlich einzuhängen…

    Wir probieren das jetzt demnächst mal aus, indem wir die Spritze mit einem hitzefesten Silikonschlauch verbinden – vielleicht geht’s dann ja besser….

    Ich gebe dann Info, wie’s läuft 🙂

    Dankeschön nochmal und ein schönes Wochenende 🙂

    Viele Grüsse
    Silke

  11. Hallo zusammen,
    bestimmt haben einige von euch bereits Erfahrung mit dem o.g. Aufbau (Pastetenform + ca. 7000 Stahlkügelchen). Folgende Fragen sind für mich offen:
    1. Ist die Breite der Form (6 cm) nicht zu großzügig im Vergleich zur Höhe (ebenfalls 6 cm)? Ich stelle mir vor, dass sich das Wasser aus dem dünnen Strahl zügig nach unten bewegt.
    2. Die genannten 2,5 kg Füllung reicht vermutlich aus, um ca. 60 ml Wasser relativ schnell zu verdampfen. Bräuchte es für größere oder undichte Öfen evtl. eine höhere Leistung und weiß jemand, wie man die Menge der Füllung skalieren muss (Gewicht/Oberfläche)?
    Herzlichen Dank!
    Michael

    • Hallo Walter,
      dankeschön für deine Hilfe – schade, dass das Video nicht mit einem Backwagen gezeigt wird, sondern mit einem Standard-Backofen. Aber die Idee mit dem Schlauch ist gut 🙂

      Dankeschööön und einen schönen Sonntag 🙂

      Viele Grüsse
      Silke

      • Hallo Silke,
        gern geschehen.
        Diese Tasse kann beliebig auf einer höheren Ebene in eine seitliche Schiene eingehängt werden, so dass der Backwagen darunter ungehindert genutzt werden kann. Jedenfalls ist es so bei meinem Herd.
        Grüße Walter

        • Silke,
          ich hab das Video noch mal angeschaut.
          Der gezeigte Ofen hat einen Backwagen, auf dem die seitlichen Führungsschienen (Gitter) für die oberen Bleche angebracht sind und somit auch mit dem Backwagen herausfahren.
          Bei meinem Ofen sind die seitlichen Führungsschienen für die Bleche einzeln im Ofen fest montiert. Das heißt, nur der Backwagen ohne die darüber liegenden Bleche kann herausgezogen werden.
          Das ist aber für die Funktion der Tasse ohne Bedeutung.
          Grüße Walter

  12. Hallo zusammen 🙂

    Hat jemand Erfahrung mit dem Bedampfen in einem Backofen mit Backwagen?
    Meine Mum würde auch gerne mit Bedampfung backen 🙂

    Falls jemand Tipps dazu hat, wäre das super 🙂

    Lieben Dank im Voraus und einen schönen Sonntag allen 🙂

    Viele Grüsse,
    Silke

  13. Hallo Lutz, ich würde auch gern beschwaden, allerdings funktionieren all meine Versuche nicht, da mein Backofen (Standherd) wohl einen Abzug hinten hat. Sobald ich den Dampf innen erzeuge zieht er sichtbar auch schon wieder ab, ich kann ihn grad mal ein paar wenige Sekunden halten.
    Scheinbar haben viele Öfen diesen Abzug, wie machen das dann alle anderen?? Kann man diese Öffnungen einfach abkleben? Es muss doch möglich sein, mit normalen Haushaltsbackofen einen sinnvollen Schwaden erzeugen zu können.
    Oder geht es nur, wenn wir den Standherd gegen einen Einbaubackofen ersetzen? Haben die diesen Abzug nicht?? Danke schonmal fürs Lesen und Grüße Verena

  14. Mir war die verzinkte Oberfläche der hier im Thread erwähnten Luftgewehrkugeln nicht sympathisch.
    Daher habe ich mich für Edelstahlgranulat entschieden.
    Ästhetisch finde ich die „Nuggets“ sogar besonders schön.

    Bezugsquelle:

    Als Gefäß im Ofen verwende ich eine Edelstahl-Terrinenform mit 0,9l
    Volumen:

    3kg des Granulates passen rein.

    Die Geometrie der Terrine ist nicht ideal, aber ich konnte nix
    Besseres finden.
    Besser wäre eine kleine, schmale Grundfläche und eine größere Höhe.
    Natürlich mit breitem, standfesten Fuß. Da müsste man halt Edelstahl
    schweißen können 🙂

    Das Granulat habe ich zur Sicherheit einmal in kochender Seifenauge
    gereinigt (es gab keine sichtbaren oder riechbaren Verunreinigungen)
    und einmal im leeren Ofen erhitzt.

    • Ich sehe gerade, dass die Links in meinem Beitrag gar nicht angezeigt werden.

      Also müsst ihr die Bezugsquelle selber suchen: Händler ist metallpulver24. Artikelnummer : Art.Nr.: p16-28105

      • Hallo zusammen, habe mir das oben verlinkte Edelstahlgranulat bestellt und bin total unsicher, da auf der Verpackung Edelstahlpulver steht, Andreas jedoch von „Nuggets“ spricht. Das Edelstahlgranulat ist 0,2 bis 0,4 mm groß, also von den Maßen her auch eher Pulver. Hat jemand Erfahrung hiermit? Da es ziemlich teuer ist, will ich es ungern testen und dann erst bemerken, dass es so keinen Nutzen hat. Kann man nach Gebrauch auch bestimmt nicht wieder zurück senden. Würde mich über eine Antwort freuen.

  15. Hallo Andreas!
    Ich habe den bei Amazon gekauft und bin damit sehr zufrieden: Städter 622098 Pastetenform halbrund, 30 x 6 x 6 cm

    Lutz verwendet glaube ich den: Benta 19991 Verdunster 0.4 L Edelstahl Röhren-Design für Kaminofen

    LG
    Peter

  16. Noch eine Idee um die Dampferzeugung vielleicht zu verbessern (ich habe ja noch keine Kugeln und kann es noch nicht selber testen):

    Meine 900ml-Terrinenform hat eine Fläche von 23cm x 8cm

    Wenn man nun mit einer runden Spritze schnell in einer einzigen Bewegung in Form einer geraden Linie das Wasser aufspritzt, werden nicht alle Kugeln oben benetzt und das Wasser rinnt nicht an allen Kugeln herab, sondern nur in der schmalen Zone, wo man gespritzt hat. Vielleicht nützt das Abflachen der Spritzendüse, so ähnlich wie man es aus den Schwall-Brausen in der Sauna kennt?

  17. @Rainer F

    Danke für Deinen Hinweis. 1500 Schrauben M5 wiegen laut meiner Recherche 1,5kg, also viel weniger als die von Lutz verwendeten 4kg Kugeln. Ich bin daher skeptisch, dass die in 1,5kg Muttern gespeicherte Energie für ein schnelles Verdampfen ausreicht. Meine Recherche nach einer alternativen Quelle für Edelstahlgranulat blieb leider erfolglos. 55€ möchte ich für die Objekte nicht ausgeben.

    Das Thema „Beschwadung“ hat es wirklich in sich.

    Ich selber finde es angemessen, sich Gedanken über den Energieverbrauch zu machen. Hat schonmal jemand ausprobiert seine Stahlkugeln anstatt sie im Ofen aufzuheizen, sie auf dem Induktionsherd zu erhitzen?

    Weiterhin treibt mich noch die Suche nach einer besseren Geometrie beim Gefäß um. Die Proportionen des Schwadomaten halte ich für optimal. Also: kleine rechteckige Fläche, große Höhe. Ich habe im Medizin- und Laborbedarf gesucht. Ohne Erfolg. Dabei bin ich sicher, dass „irgendwo da draußen“ in irgendeinem Industriebereich, solche Edelstahlbehälter existieren.

    Wenn noch jemand Ideen hat: ich freue mich über Anregungen. Vielleicht finden wir ja gemeinsam Bezugsquellen, die dann allen nützen.

    • Ich bin nicht davon überzeugt, dass Stahl, egal ob Schrauben, Kugeln oder Granulat, das beste Material für den Zweck ist. Günstiger und noch dazu mit einer größeren Oberfläche ausgestattet (da rauher) sind Steine. Kiesel aus Granit sind hitzefest, speichern Hitze und sind in vielen Größen erhältlich, sodass man auch experimentieren kann.

      Durch die größere Oberfläche des Materials selbst wird mehr Wasser aufgenommen, was das Verdampfen gegenüber Stahl etwas verzögert. Allerdings nur um Sekunden. Ich selbst verwende Split in einem flachen Edelstahlbräter (also noch eine Nummer feiner als Kiesel), weil der Split gerade im Haus war. Und ich kann sagen, es funktioniert ganz gut nachdem ich die Splitmenge mittlerweile etwas reduziert habe. Allerdings habe ich auch das Problem, dass die große Schale am Boden die Unterhitze etwas blockiert.

    • Ich habe schon länger eine Edelstahltasse mit Steinen und bin eigentlich ganz zufrieden, allerdings ist das für einen Haushaltsofen wohl zu wenig, ich backe in einem kleinen Elektroofen.

      • @andreas
        Ich verwende auch Lavasteine. Es sind Größere, die ich in einer kleinen Edelstahlform (vom Schweden …) aufbewahre und bei Gebrauch aufheize. Für etwas über 10 € (3 kg Steine) war das eine gute Investition, die ich bisher nicht bereut habe. Klappt prima!

        • @AnjaF:
          Danke für den Tipp mit den Lavasteinen; habe ich ausprobiert und funktioniert ganz passabel. Ich habe sie auch in dieser kleinen Edelstahlform aufgeheizt, die wiederum auf einem Backblech auf der untersten Stufe im Backofen liegt. Ich frage mich jetzt, ob dadurch die Unterhitze nicht etwas blockiert wird – wie siehst Du das? Wenn man das Blech/die Form beim Ablassen des Schwadens herausnimmt, müsste es ja eigentlich passen, oder?

  18. Hallo Iris,
    Momentan habe ich noch einen Neff-Backofen mit Dampffunktion in 3 Stufen.
    Funktioniert bei mir gut. Einige Male habe ich mit einem Zerstäuber (Blumenspritze) nachgeholfen ohne einen Unterschied beim Brot festzustellen. Dafür habe ich bei diesen Aktionen 2 mal die Glasabdeckung der Backofenbeleuchtung zerstört. Hat wohl den Temperaturschock nicht vertragen. Eine Form mit Kilo an Schrauben will ich mir nicht antun. Kostet Geld, nimmt Platz weg, braucht Zeit zum Aufheizen und muss gereinigt werden. Nichts für mich.
    Und Wasser in die Bodenschale des Backofens schütten bedeutet erhöhten Reinigungsaufwand (Kalk) und kühlt den Innenraum ab.
    Manche Teige benetze ich vor dem Einschießen mit dem Zerstäuber.

  19. Hallo Lutz, hallo alle zusammen,
    ich denke gerade darüber nach, mir einen Backofen mit Dampffunktion zuzulegen. wollte mich aber mal umhören, ob das überhaupt Sinn macht, und ob jemand Erfahrungen mit solch einem Backofen hat, gibt es evtl. Empfehlungen? auf was muss man achten?
    freu mich über jegliche Art von Infos. beste Grüße Iris

    • Hallo Iris,
      ich habe in meiner neuen Küche einen Miele Dampfgarer und bin positiv überrascht, wie gut das Backen von Baguettes dort funktioniert. Gefühlt ist das Backergebnis besser als jenes aus dem vorherigen Backofen. Allerdings habe ich noch keine Langzeiterfahrung mit dem neuen Miele.  
      Vielleicht hilft Dir dies ja ein wenig weiter. 
      VG Wolfgang

  20. Hallo Lutz, 

    in deinem Chefkoch-Video auf YouTube zum Thema „Richtiges Zubehör“  (https://www.youtube.com/watch?v=lOPKVHfHzhw) zeigst du ein langes Edelstahlgefäß mit Metallkugeln drin, welches den Dampf erst nach ca. 2 Sekunden entstehen lässt. Kann man dieses Gefäß irgendwo erwerben?

    Liebe Grüße

    Raphael 

  21. Hallo Lutz, 

    in deinem Chefkoch-Video auf YouTube zum Thema „Richtiges Zubehör“  (https://www.youtube.com/watch?v=lOPKVHfHzhw) zeigst du ein langes Edelstahlgefäß mit Metallkugeln drin, welches den Dampf erst nach ca. 2 Sekunden entstehen lässt. Kann man dieses Gefäß irgendwo erwerben?

    Liebe Grüße

    Raphael 

  22. Hallo,

    ich habe eine Pastetenform aus Aluguß. Weiß jemand, ob diese die große Hitze aushält?

    Vielen Dank!

  23. Hallo Fernando,
    das klingt so, als wären die Schale und die Kugeln nicht heiß genug bzw. als hättest Du zu wenig aufgeheiztes Material. Ich würde es mit mehr Kugeln versuchen und/oder mit wärmeren Wasser. Ich nutze ca. 80-90 Grad heißes Wasser aus dem Wasserkocher, kurz nach dem Aufkochen. Dadurch wird zum verdampfen nicht so viel Energie gebraucht und die Schale kühlt nicht so stark ab.
    Je nach dem wie groß deine Schale ist, würde ich sie allerdings lieber randlich platzieren, damit sie dort, wo das Brot ist, nicht die Unterhitze abschirmt. Zum Aufheizen nutze ich immer Umluft, da bekommt die Schale am Rand genauso viel Hitze ab wie in der Mitte. Viel Spaß beim Experimentieren! Sabine

  24. Hallo zusammen!
    Ich muss mit den Kugeln und der Schale etwas falsch machen.
    Habe eine Stunde bei 250 Grad vorgeheizt, Wenn ich mit der Sprite 50ml Wasser hinzugebe zischt es etwas, aber es gibt keine große „Dampfwolke“, später steht sogar unten Wasser drin.
    Habe auch schon warmes Wasser versucht (schätze 50 Grad).
    Was kann es noch sein?
    Der Behälter steht auf dem Boden, mittig.

    • Hast du schonmal geprüft, ob die Unterhitze richtig funktioniert? Oder hast du mit Heißluft vorgeheizt? Dann funktioniert es nicht richtig (immer O/U-Hitze).

  25. Servus Lutz,

    bin auf der Suche nach einer Bedampfungslösung und wollte die folgende Kombination testen:
    Milchkännchen aus Edelstahl mit 500ml Volumen. Dort hinein Edelstahlmuttern.
    Mit einem offenen Griff am Kännchen könnte ich das Ganze dann seitlich in die Führungsschiene
    des Backofens „einhängen“ und wäre damit auch flexibel. Spricht was dagegen, da die Fläche des Kännchens ja nicht so groß ist, wie bei Deiner empfohlenen Pastetenform? Von der Materialfläche der Schrauben sollte es ja kein Problem geben.
    Was meinst Du?

  26. Hat die massive Eisenplatte eine ähnlich große Oberfläche wie die sehr sehr vielen Kugeln? Wenn nein wird das Verdampfen weniger schnell gehen. Ich wäre auch etwas vorsichtig, schwere Gegenstände auf einen Backofenboden zu stellen, der nicht explizit dafür gemacht ist (Wärmestau).

  27. Hallo.

    Weiß jemand, ob die Stahlkugeln von Umarex mit irgendwas beschichtet sind, wo Vorsicht geboten wäre?
    Der Anbieter umarex.de hat mir auf meine Anfrage leider nicht geantwortet.

    Was Anderes: Weil das lange Aufheizen der Kugeln im Ofen einiges Energie verbrät, habe ich überlegt, ob vielleicht ein Aufheizen einer massiven Eisenplatte auf einem Induktionsfeld eine Alternative sein könnte.

    Dann bräuchte man nur noch irgendeinen Rand auf dieser Platte, der verhindert, dass aufgespritztes Wasser herunterrinnt, bevor es verdampft ist.

    Die Eisenplatte auf dem Boden des Ofens hätte vermutlich keine negative Wirkung auf dessen Heizverhalten.

    Was denkt ihr zu der Idee?

    Gruß, Andreas

    • Ich habe jetzt von Umarex Antwort erhalten.
      Die Kugeln sind verzinkt.
      Ich habe noch versucht eine günstige Bezugsquelle für 4kg Edelstahlgranulat 2-4mm zu finden, ohne Erfolg. 48€ plus Versand (https://www.metallpulver24.de/de/edelstahlgranulat-1-7-3-4mm-500g-grundpreis-eur-12-kg.html) sind mir zu kostspielig.
      Als Gefäß habe ich mir die hier vorgeschlagene Terrinenform mit 900ml Volumen besorgt. Besser wäre ein quaderförmiges Edelstahlgefäß mit kleinerer Grundfläche und größerer Höhe (in die Richtung Deines früher mal von Dir angebotenen Schwadomaten, Lutz). Sowas konnte ich nicht finden.

      Gibt es irgendeinen Weg, sich über neu eingegangene Kommentare in diesem Thread benachrichtigungen zu lassen?

      Gruß, Andreas

  28. Hi Franzi, Kugeln nehmen im Idealfall max. 74% des Volumens ein, ist also ganz schön viel, was an Luft bleibt. Hier nachzulesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Dichteste_Kugelpackung?wprov=sfti1
    Gruß Dagmar

  29. Hallo Lutz, nachdem mein Backofenboen mittlerweile wie Sau aussieht (beschwade immer direkt auf den Boden), möchte ich mir eine Schale samt Kugeln zulegen.
    Ich würde mir gerne die Edelstahl-Form KONICS von IKEA in der kleinsten Ausführung (26 x 20 x 5.5 cm) kaufen. Befülle ich sie bis 1 cm unter den Rand mit Kugeln, muss ich ein Volumen von 2.34 l mit Kugeln füllen, würde also gut 6150 (gerundet) Kugeln benötigen – die sollten nach Adam Riese ja mit ihren 4.5 mm Durchmesser gut 2.34 dm^3 bzw. Liter einnehmen. Liege ich da richtig oder hab ich nen Denkfehler? Meine Form hat eine größere Grundfläche wie Deine längliche von Sätdter – macht das einen Unterschied im Austreten / Verbreiten des Damps? Was ware ein Äquivalent einer Menge an Schrauben, die man kaufen könnte? Vielen Dank vorab und alles Gute! Franzi

    • Ich behaupte, bei der Menge der Kugeln geht es nicht um die Größe der Schüssel. Du brauchst genug Masse, um soviel Energie zu speichern, dass die rund 60ml Wasser recht schlagartig verdampfen. Die Schüssel muss dann eben groß genug sein, damit die Kugeln Platz haben, aber nicht so groß sein, dass das Wasser den Kugeln ausweichen kann.

      Wenn du mehr Kugeln hast als dafür nötig, musst du unnötig lange vorheizen. Für so eine große flache Schüssel wäre ich persönlich zu ungeschickt. – Ich sehe mich schon mit der schweren Schüssel wackeln, ins Übergewicht kommen und tausende Kugeln in der Wohnung verteilen.

      • Interessante Theorie, aber leuchtet ein – ja. Was bedeutet das nun konkret für mich? 

        Ich habe mir jetzt so eine Form zugelegt. Warum kann ich sie nicht einfach auf den Backofenboden stellen, sie aufheizen lassen und dann das Wasser darauf verdampfen? Wird sie nicht so heiss wie der Ofenboden?

        Wenn ich es also mit Kugeln oder Schrauben mache dann muss ich mich wohl heran tasten und die Menge der Kugeln ermitteln so dass das Wasser schön schnell in Dampf verwandelt wird, richtig?  Meine Schüssel ist nicht so groß – nur 26 x 19, aber tausende von Kugeln will ich natürlich auch nicht verteilen. Danke für deine Antwort!

    • Eine optimale Beschwadung gibt es nicht. Übrigens schütte ich bei Freigeschobenen 50 ml = 50 g Wasser in ein Backblech, welches auf den vorgeheizten Backofenboden liegt. Wenn das Wasser zischend verdampft ist zum Einen der Backofen sehr wahrscheinlich auf der richtigen Temperatur und zum Anderen es entstehen 83500 ml Dampf, der noch immer 50 g wiegt. 85 Liter sind soviel wie 8,5 Wassereimer. Diese Erkenntnis lag schon vor 1900 vor und war Grundlage der Konstruktion der Lokomotive, die zwischen Nürnberg und Fürth 1835 fuhr.

      Meine 50 ml Waser (soviel fasst ein Schnappsglas) ist sicher mehr als die optimale Menge aber das schadet nicht.

    • Naja, Peter. Was man auch bedenken muss ist: 80 % vom Dampf entweichen aus dem Ofen. Es ist unmöglich den Ofen sofort nach der Dampferzeugung zu schließen. Auch wenn er 1 oder 2 Sek danach geschlossen wird, der Großteil vom Dampf entweicht unvermeidlich! Bei dem Dampfdruck der bei 8,5 Liter Wasserdampf entstehen würde, zusätzlich zum Luftvolumen, das sich durch die Hitze im Ofen auch noch stark ausdehnt, müsste ein enormer Druck im Ofen entstehen, der durch die Türschlitze entweichen MUSS. Halte deine Hand direkt über den Türschlitz deines Ofens, dann merkst du dass permanent sehr, sehr heißer Dampf entweicht.

      • Bitte halte Deine Hand *nicht* direkt über den Türschlitz Deines Ofens. Je nach Ofen zieht das schmerzhafte Verbrühungen nach sich.
        Mit etwas Abstand lässt sich das auch evaluieren.

      • Hallo,
        Das Entweichen des Dampfes beim Einspritzen des Wassers lässt sich durch einen hitzebeständigen Schlauch, den man an der Spritze anbringt, vermeiden. Die Tür wird geschlossen, der Schlauch nach dem Einspritzen einfach heraus gezogen.

        • Hallo Walter,

          Was für einen Schlauch nutzt du hier?

          Liebe Grüße
          Moritz 

        • Hallo Moritz,
          Die Idee stammt nicht von mir. Hab mich mal dafür interessiert, aber es wieder verworfen, weil mein Neff mit seiner 3-stufigen Bedampfung es m. E. ganz gut kann.
          Es handelt sich um einen Teflonschlauch.
          Such mal auf YouTube nach Schwadentasse.
          Grüße Walter

    • Mit dieser Form habe ich früher mal bedampft, aber das ist alles andere als effektiv, weil sie so breit ist. Ziel ist ja, dass der Wasserstrahl möglichst alle Kugeln trifft. Das tut er aber verlässlicher, wenn das Gefäß schmal/kompakt ist, deshalb die Pastetenform oder ein anderes längliches Gefäß.

      Schrauben sind gut, aber Kugeln deutlich effektiver und platzsparender.

  30. Hallo Lutz. . Meine Stahlkugeln haben inzwischen eine schwarze Patina. Sofern man mit einem sauberen Tuch über die Kugeln fährt ist dieses pechschwarz.
    Ist dies bei deinen Kugeln auch der Fall ? Habe Bedenken, dass das Backwerk beim Bedampfen hierdurch verunreinigt wird.

    • Ja, die Kugeln bekommen mit der Zeit eine Patina, aber das würde mich nicht beunruhigen. Es wäre seltsam, wenn sie keine Patina ansetzen würden.

      • Mit einer Patina wäre ich einverstanden, aber meine Kugeln (von Umarex, wie in deinen Link auf 7hauben empfohlen) rosten gnadenlos nach wenigen Anwendungen. Das ergibt einen unappetitlich braunen Dampf. Sind ja auch nicht mal aus Edelstahl. War das ein falscher Einkauf?

        • Wie oben beschrieben sollte der Ofen beim Abkühlen geöffnet bleiben, damit sich die feuchte Ofenluft nicht auf den Kugeln niederschlägt. Die Alternative sind Edelstahlkugeln oder Edelstahlschrot, der um einiges günstiger ist als Edelstahlkugeln.

        • Aber Vorsicht. Auch Edelstahl ist nicht immer rostfrei.

  31. Hallo an alle,
    ich möchte hier noch mal zwecks der Beschwadung eine Kastenform an alle interessierten weiterleiten, die noch auf der Suche sind. Bei einigen Formen lösen sich wohl Beschichtungen, deshalb habe ich selbst lange gesucht und bin auf folgende Alternative gestoßen: Smokerboxen für Gasgrills. Die Boxen haben ziemlich ideale Maße für Haushaltsöfen und sind ja auch für große Hitze und Lebensmittel konzipiert. Nachteil ist jedoch, dass diese direkt auf dem Boden aufstehen.
    Eine andere Alternative sind Pastetenformen, eine Bäckerin hat im Kurs von Lutz auf 7hauben.com erwähnt, dass sie solch eine Form nutzt. Dort stimmt dann alles meiner Meinung nach.

    Viel Erfolg beim Backen.

    • Vielen Dank Michel,
      ich habe die Form jetzt mit meiner Füllung getestet und denke, dass sie besser geeignet ist. Ich habe meine Empfehlungen dahingehend nochmal konkretisiert, auch was die Füllmenge betrifft.

  32. Hallo Lutz,

    in Deinem ersten Buch schreibst Du auch von „Vulkangestein“ welches ich deshalb verwende. Sind die Stahlkugeln Deiner Meinung nach besser geeignet wenn diese hier alleine angeführt werden?

    Vielen Dank.

  33. Hallo Lutz,

    ich habe mir die Stahlkugeln und die Spritzen besorgt und als Behälter wollte ich eine Glas-Ofenform von IKEA (quadratisch, 0,6 l) nehmen. Für einen Testlauf im Ofen habe ich nach der Reinigung der Stahlkugeln, die kompletten 1,8 kg Stahlkugeln in die Form gegeben und bei 250 Grad die 50 ml Wasser mit der Spritze hinzugegeben. Von einem schlagartigen Verdampfen konnte bei mir keine Rede sein. Nach mehreren Minuten blubberte es immer noch unten in der Schale, was man durch das Glas ganz gut sehen konnte. Allerdings hatten die Stahlkugeln auch eine Füllhöhe von bestimmt 2-3 cm. Die Glasform hat eine Grundfläche von 12×12 cm. Sollte ich weniger Stahlkugeln nehmen?

    • Hast du die Kugeln auch ca. 45-60 Minuten bei 250°C aufheizen lassen?

      • Nein, nur ca. 10 min. Das erklärt sicherlich manches. Vielen Dank für den Hinweis. Ich probiere es dann noch mal.
        Ich muss nur schauen, ob ich das mit der Auto-Abschaltfunktion meines Backofens (je heißer, desto eher) hinbekomme.

    • Hallo. 
      Kann ich als Material eigentlich auch Kiesel oder Aquariumkies nehmen? Das müsste doch auch gehen und gesundheitlich unbedenklich sein oder? Dass sich was aus den Steinen löst ist ja relativ unwahrscheinlich. Kleine Kiesel oder Steine finden sich bei uns viele. Einzig die Wärmeleitfähigkeit könnte schlechter als bei Edelstahl sein.

      Vielen Dank.

      • Hallo Fabian,
        Aus welchem Material bestehrn denn die Steine?
        Halten die den Kälteschock aus ohne zu platzen?

      • Hallo Fabian,
        ich schwade seit meinem Anbeginn (2008) mit echtem Rhein-Kiesel. 👍🏼
        Damals noch beim Amazonas bestellt und trommelpoliert , weil die eigentlich als Dekosteine gedacht waren. Ich habe richtig „fett große“ Bucker (zum Teil größer, als Hühnerei, geringer als Gänse-Ei) gekauft.
        Wenn man bedenkt, dass Stein/ Fels auch nur „gepresster Sand“, demnach aus diversen  Quarzen ist und sich vorstellt, dass man in der Wüste nicht barfuss laufen kann, bekommt man eine Vorstellung von der Hitzeaufnahme. 😉
        Ich schwade allerdings, indem ich konsequent kochendes Wasser aus dem Wasserkocher drauf gieße und es brodelt und dampft „wie Hölle“ (Vorsicht!) – daran erkennt man, dass die Steine heißer, als das Wasser sind und das kalte Wasser gar nicht erst vom Stein für Dampf erhitzt werden muss. Daraus folgt, dass auch der Dampf insgesamt  länger anhält.😉
        Ich muss noch anfügen, dass mich Empfehlungen zur Wassermenge  für die Schwadenerzeugung herzlich wenig interessieren. Ich gieße, bis ich sehe, dass alle Steine überall mindestens gut vom Wasser(dampf) dunkler werden, komplett unter Wasser sind die Meisten dann nicht.  Ich verstopfe keine Schlitze am Herd, weil diese Sauna lange genug vorhält.
        Das mit dem heißen Wasser gilt eigentlich für jedes Material, dass man zum Dampfen nutzt und beugt bei heißem Stein  Spannungsrissen vor. 
        Der Behälter fpr die Steine ist ein kleiner Edelstahlbehälter für Auflauf. Den entferne ich, nach Ablauf der Zeit, stelle ihn zum abkühlen ab und gieße später überflüssiges Wasser einfach aus. Wenn ich eine 2. Tour backe, dann gieße ich ab (Steine in ein Sieb und zurück in Behäler) und stelle zum  heiß halten der Steine wieder  gleich wieder hinein und benutze neues Wasser. Die Steine sind in dieser Zeit wieder komplett getrocknet. 
        Viel anders funktioniert Sauna doch auch nicht, bis auf das Aufgusswasser. Ich glaube nicht, dass dort immerzu neue Steine benötigt werden, gelegentlich mal Austausch Einzelner. Mehr nicht.
        Im Laufe der Jahre ist mir dennoch der eine oder andere Stein gerissen, aber nicht „zerbröselt“. Jedoch immer noch die klare Unterzahl der Gesamtmenge, wenn man bedenkt, wie lange die schon ihren Dienst tun – einfach Top. Die Steine haben sich einfach in Längs- oder Querrichtung geteilt, sind bei weitem aber immer noch größer, als handelsübliche Kieselsteine. Machen also locker mindestens noch einmal die gleiche Zeitspanne.
        Als Naturmaterial kann Stein auch begrenzt Wasser aufnehmen und wieder abgeben! Steter Tropfen höhlt aber den Stein, letztlich sind und bleiben es gepresster Sand, der unter diesen „verschärften“ Bedingungen auch arbeitet, aber das erledigt auch der Rhein, indem er einfach nur drüber fließt. Irgenwo kommt ja auch der Sand am Fluss- oder Meeresgrund her. 😇
        Allerdings braucht auch Vater Rhein etliche Jahre, bis er Steine rund geschliffen bekommt.
        Ich würde immer wieder Kieselstein bevorzugen – gerade wegen seiner Eigenschaften. 
        Und rosten tut da nix, wenn noch Restwasser da sein sollte. Für mich ein ganz toller Vorteil.
        Leider ist die damalige Dekowelle mit den Trommelsteinen abgeebbt, so dass man solche Bucker entweder selbst am Rhein sammelt (zu weit weg für mich) oder kleiner aus dem Baumarkt holt. Da gibt es dann aber auch geschliffene Kiesel, falls man „Stäube“ befürchtet. 
        Ich las vor Jahren auch von Blähton als Material für den Schwadenbehälter. Mindestens für Muttis Hydrokulturen kauft man sowas, Vati findet den aber bestimmt auch in anderer Form im Baumarkt.
        Über die Haltbarkeit weiß ich allerdings nichts, außer, dass jeder Ton einmal Lehm gewesen ist, bevor er gebrannt und zu Terracotta oder Blähton wurde. Von den sonstigen Eigenschaften her, müsste er sich aber verhalten, wie von mir für die Kiesel beschrieben.
        Lavasteine wären auch noch eine Möglichkeit, die auf Grund ihrer Eigenschaften (kalte Lava, Porosität, Wärme- und Wasserspeicherung) von einigen Hobbybäckern genutzt wird. Aber auch damit habe ich persönlich keine Erfahrung gesammelt.
        Mir liegen wahrscheinlich Naturmaterialien, die anschließend selbst trocknen  besser, als Metalle, die mit Restfeuchte rosten. Andere empfinden Metalle als „sauberer“Denke, dass Jeder seine bevorzugte Möglichkeit für sich herausfinden muss.

        • Hallo Heidi, die II.

          Ganz so einfach ist es wohl nicht. Geologisch gelten als Kieselsteine Steine mit einer Größe zwischen 2 und 63 mm. Die Gesteinsart spielt hierbei keine Rolle.
          Sieht man an den vielfältigen Farben der Kiesel im Handel.
          Umgangssprachlich sind es abgerundete siliciumdioxidhaltige Minerale oder silikatische Gesteine. Dein Rheinkiesel besteht aus Bergkristallen, die im Kiesel des Rheins gefunden werden.
          Kiesel aus Kalkstein (Marmor), wie ich ihn hier in der Iller finden kann, hält nur schwach Hitze aus und platzt bei zu großer Einwirkung. Porphyr hingegen ist nahezu hitzerestistent. Gut geeignet sind Sandstein, Porphyr, Basalt und Basaltlava, Granite, Speckstein, Trachyt, Tuff, Grauwacke, Gneis, Quarzit.
          Aber dazu kann Lutz mehr sagen. Er ist der Fachmann.
          Kleinere Steine können wegen der größeren Oberfläche das Wasser bester verdampfen.

          • Hallo, ich benutze auch Steine, und zwar einmal Schotter (wohl Granit) und einmal Steine aus dem Wald aus einem Gebiet mit Roteisenstein. Die Steine sind natürlich nicht rund, aber eine größere Oberfläche dürfte doch noch besser fürs Bedampfen sein? Und wenn ein Stein kaputt geht, hat man halt zwei kleinere. Solange es nicht bis zur Sandkorngröße geht, wo die Kapillarkräfte sich nennenswert auswirken, dürfte das doch eher gut sein. Nun bedampfe ich aber auch (jeweils) nur einen kleinen Elektroofen. Für einen Haushaltsofen müsste man sich vielleicht mehr Gedanken und Mühe machen.

            • Wow, vielen Dank für die vielen Antworten! 
              Also bei uns in der Gegend (Niedersachsen, Hasetal) gibt es viele Findlinge, die auch im Winter hochfrieren. Im Garten haben wir davon noch ein paar, ich tippe da auf viel Granit im Stein, da die recht schwer sind. 
              Bei den Eltern meiner Freundin am Frankenjura gibts Steine auf den Feldern en masse,  aber die sind vielleicht zu porös. 
              Ich würde daher die Findlinge bei uns bevorzugen.
              Generell wird ja eine kleine Oberfläche empfohlen, ist da dann auch nicht Aquariumkies (feine Steine, kein Sand) eine super Alternative? Oder gibt es da eklatante Nachteile?

              Vielen Dank Heidi für die sehr ausführliche Antwort. Ein paar abgewaschene Steine werde ich mal austesten. 

              • Findlinge? In meiner Vorstellung haben Findlinge einen Durchmesser von einem bis zwei Metern, die würden in keinen Backofen passen. So wie auf den Fotos bei Wikipedia.

          • Hallo Walter, Danke Dir für Deine Ergänzung.
            Mir ist klar, dass ich mit den „Stein-Eiern“ boll und ganz gegen den jetzigen Trend arbeite, aber 2008 war man allgemein noch ziemlich am tüfteln. Auch Lutz.
             Über die Körnungsgröße hat man damals noch gar nicht diskutiert, eher darüber, was überhaupt geeignet sein könnte. So habe ich mich an den guten Jean Pütz und die Hobbythek mit den Kieselsteinen erinnert und einfach mal drauf blind zurückgegeriffen.
            Ich kann nur nochmal sagen, dass ich absolut positive Erfahrungen damit (auch mit der Größe) gesammelt habe und keinerlei Nachteil verzeichnen kann.
            Da ich damals noch auf den Ofen des Vermieters zurückgreifen musste und auch vom abdichten von Schlitzen noch keine Rede war, kann ich nur sagen, dass ich wirklich Sauna in der Röhre hatte, obwohl überall Wasserdampf entwich. (Fenster öffnen war Pflicht, sonst Küchensauna)
            Ganz wackeliger  Erklärungsversuch: es könnte u.a. auch daran liegen, dass sich die „dicken Dinger“ im Wärmespeicherverhalten energetisch mehr aufladen können, als kleine Steine? Das würde wieder einen ßausgleich schaffen zur größeren Verdichtung der Zwischenräume bei kleinen Steinen.
            Nun bin ich weder Geologe, noch Physiker, drum bitte diese Erklärung nicht zu 100%  als meinen Ernst einstufen. Etwas Anderes fällt mir plausibel nicht ein und kann nur über Erfahrung berichten.
            Allerdings dachte auch ich sofort an Speckstein, den ich als Backstein im Ofen benutze (eigentlich für Grills, passgenau zur Auflage auf den Ofenauszug). Von dessen Eigenschaften bin ich ebenfalls voll überzeugt.
            Den hätte ich sonst als Alternative auch ins Gespräch gebracht, mir war nur nicht klar, wie klein man Speckstein beziehen kann..
            Ich kann Dir versichern: das ist bei mir im Hinterkopf, falls ich Ersatz brauche.
            Letztendlich wollte ich nur aufzeigen, dass es noch mehr Möglichkeiten, als Edelstahlkugeln/ Schraubem usw. gibt.
            Besten Dank an Dich, Walter.

          • Hallo Heidi, die II.,
            es war lediglich eine Hinweis darauf, dass die Wahl der Gesteinsart auch einen Sicherheitsaspekt hat.
            Ich habe eine böse Erfahrung mit Steinen, die um eine Grillstelle gruppiert waren, gemacht. Das ist alles.
            Meine Versuche mit zusätzlicher Bedampfung haben keine Verbesserung im Vergleich mit der Dampffunktion meines Backofens ergeben und ich lasse es deshalb bleiben.
            Ich bin mir aber bewusst, dass es vom jeweiligen Backofen abhängt, ob man zusätzlich bedampfen soll.
            Grüße Walter

      • Wow, wow, wow, alter Schwede! Vielen Dank für deinen Kommentar, Heidi die II. Ich finde es toll wie viele sehr kompetente Bäckerinnen und Bäcker es hier gibt und wie ausführlich sie schreiben und wie viel Zeit sie investieren um von ihrem Wissen und ihren Erfahrungen anderen Mitbackenden teil zu haben. Dieser Blog ist wirklich klasse!!
        VG, Sascha

  34. Hallo Lutz,
    Vielen Dank für die Tipps zur Dampferzeugung!!
    Damit das bei mir künftig auch besser klappt als einfach nur mit einer Schale Wasser, wollte ich gerade auf Einkaufstour gehen, die von Dir verlinkte Stahlschale kommt aber bei den bisherigen Käufern sehr schlecht weg. Benutzt Du die selbst und bist zufrieden?
    Falls nicht: Kann ich stattdessen auch eine normale WMF Stahlschüssel nehmen wie die folgende?
    https://www.amazon.de/dp/B00ZVUZVFI/ref=cm_sw_r_em_api_i_c_8AsYCbYXYPEM8

    Vielen Dank und viele Grüße Micha

    • Ich bin sehr zufrieden mit der Schale. Durch die hohe Hitze im Ofen rostet nichts. Und wenn man das Wasser passend dosiert (50-60 ml), dann bleibt auch nach dem Backen kein Wasser in der Schale zurück.
      Die WMF-Schüssel kannst du auch verwenden, ist aber nicht so platzsparend wie das „Rohr“.

      • Hallo Lutz,

        wie von Dir oben beschrieben, habe ich mir die Schale und 2 Flaschen Edelstahlkugeln besorgt. Nachdem ich beides im Ofen 60 Minuten lang auf 250 Grad vorgeheizt hatte, spritzte ich 60ml Wasser darauf. Es passierte gar nichts. Was mache ich falsch?
        P.S. Das Baikalbrot ist trotzdem gut geworden.
        Ich freue mich auf Deine Antwort.
        Liebe Grüße 
        Gabriele

        • Hallo Gabriele, meine Antwort hier: https://www.ploetzblog.de/faq-archiv/wie-bedampfe-ich-meinen-haushaltsofen-optimal/#comment-106856 sollte an dich gerichtet sein. Ich weiß nicht, warum sie als eigener Beitrag erschienen ist. Noch mal: Was ist denn nicht passiert? Es muss doch heftig gezischt haben? Ist die Kruste des Brotes nicht dünner und dunkler geworden als ohne Dampf? Oder hast du erwartet, den Dampf im Ofenraum zu sehen? Das passiert nicht, Wasserdampf ist unsichtbar und kondensiert nur bei unter 100 Grad, so dass man ihn als Nebel sieht. Im Backofen sollte er auf der Brotoberfläche kondensieren, denn das Brot ist ja noch kalt.

          • Im Video bei Lutz habe ich gesehen, dass kurzfristig Dampf entstanden ist, der auch deutlich zu sehen war. Er musste sogar die Ofentür einen Augenblick zuhalten, weil der Dampf, wie er sagte, Druck erzeugte. Den entsprechenden Link „Wie bedampfe ich….“ kenne ich.
            Bei mir hat es weder gezischt noch war Dampf zu sehen, geschweige denn zu spüren. Also nehme ich an, dass ich irgendetwas falsch mache.

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