Frage & Antwort

Kann ich Sauerteig einfrieren?

Ja, aber mit vielen Nachteilen.

Das Einfrieren von Sauerteig bzw. Anstellgut ist eine extreme Variante der Haltbarmachung. Das Risiko, die Kultur unwiederbringlich zu zerstören, ist beim Einfrieren am größten, da nur die wenigsten Sauerteigmikroorganismen mit Frost umgehen können. Je kürzer die Einfrierphase, umso wahrscheinlicher glückt die Aktivierung des wieder aufgetauten Sauerteiges. Lagerzeiten im Tiefkühlschrank von mehr als 2 Monaten sind nicht zu empfehlen. Bei wenigen Tagen im Frost funktioniert das Reaktivieren zuverlässig. Danach sinkt die Vermehrungsfähigkeit deutlich.

Ist die Vermehrungsfähigkeit und Triebkraft nicht nötig, weil dem Brotteig Backhefe zugesetzt wird, kann der eingefrorene Sauerteig als Aromamittel verwendet werden. Der Vorteil gegenüber im Kühlschrank gelagertem Sauerteig bzw. Anstellgut ist die Konservierung des Säuregehaltes. Während der Sauerteig im Kühlschrank nachsäuert und andere (unangenehme) Aromen entwickelt, kann im Froster das Qualitätsniveau gehalten werden. Als Eiswürfel eingefroren lässt sich der Sauerteig auch gut portionieren und als Geruchs- und Geschmackskomponente in beliebigen Hefeteigen einsetzen.

01. September 2021
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Abgerufen am: 20. Juni 2024, 0:52 Uhr · © 2023, Lutz Geißler