Erfahrungen mit Kenwood-Knetmaschinen
Testbericht
Über die Jahre meines Backunwesens hat sich immer wieder gezeigt, dass unter den Haushaltsknetern eine Maschine herausstach, sowohl was das Knetergebnis, die Knetzeit und die Teigerwärmung, aber auch die Handhabbarkeit und Nutzerfreundlichkeit, die Vielseitigkeit, Effektivität und Robustheit angeht: die Kenwood.
15 Jahre Erfahrungen
Meine erste Knetmaschine, die ich vor etwa 15 Jahren nach der Verschrottung von zwei Handrührgeräten gekauft habe, war eine Kenwood Major Titanium (KMM020). Ich weiß nicht mehr, weshalb ich mich damals gerade für dieses Modell entschieden habe, aber es war eine gute Entscheidung.
Seit diesen 15 Jahren knetet sie ununterbrochen gut, ist bei Kursen und privat im Dauereinsatz. All meine Rezepte sind letztlich in Sachen Knetzeiten auf die Kenwood-Maschine ausgelegt. Vor wenigen Jahren kam dann noch die Cooking Chef (KM096) in meine Backstube.
Brote, wie dieses Dinkel-Emmer-Brot, brauchen gut entwickelte Teige. Eine Knetmaschine hilft dabei.
Die Vorteile der großen Kenwood-Geräte KVL 80 Chef XL Titanium (Nachfolger von KMM 060 und KMM 075) und KCL 95 (Cooking Chef XL) sowie deren Vorgänger aus meiner Sicht:
- Pure Arbeitstiere: robust, ausdauernd, leistungsstark
- Verarbeiten kleine und große Teigmengen solide: weichere Teige bis 3 kg, festere Teige bis 1 kg
- Vergleichsweise kurze Knetzeit: effektiv durch Knethaken, planetarisches Getriebe und konische Schüssel
- Viele Zusatzfunktionen und Zubehörteile
- Im Vergleich zu anderen Geräten und deren Möglichkeiten ein günstiger Preis
- Einfach zu reinigen
Nachteile sind mir über die Jahre kaum aufgefallen. Einzig die Ästhetik mag je nach Geschmack im Vergleich mit einer Kitchen Aid oder einer Ankarsrum als Nachteil ausgelegt werden. Aber es gilt der Grundsatz „form follows function“, die Form fügt sich der Funktion.
Was bringt mir eine schöne Maschine,
die nicht vernünftig arbeitet?
Es kommt auf die Details an
Keine der bislang getesteten Maschinen ist perfekt, auch nicht die Kenwood-Geräte. So macht es z.B. einen großen Unterschied, ob ich die kleine Maschinenvariante oder die große (mit 6,7 l-Schüssel) verwende. Wer diese Details nicht kennt, wird in Sachen Brotteigkneten Schiffbruch erleiden. (Die große Modellvariante knetet mit Abstand effektiver!)
Was mich in all den Jahren gestört hat, ist die Tatsache, dass die Küchenmaschinen (auch die Kenwood) beim Kauf nicht konkret auf das Teigkneten/Brotbacken ausgelegt sind. Sinnvolle Zubehörteile wie etwa eine Getreidemühle, ein Mixer oder Fleischwolf zur Brotbröselherstellung (eigentlich nicht dafür gedacht, aber bei mir erfolgreich mit komplett wie Zwieback durchgeröstetem Brot, nicht nur getrocknet!), eine zweite Knetschüssel etc. mussten relativ teuer zugekauft werden.
Brotbrösel aus komplett durchgeröstetem (!), altem bzw. übriggebliebenem Brot verbessern die Brotqualität. Mit dem Fleischwolf lassen sie sich schnell und unkompliziert zermahlen, auch wenn er von Herstellerseite für andere Zwecke gedacht ist. Das alte Brot muss zwingend so stark durchgeröstet sein, dass es sich wie Zwieback zerdrücken lässt, sonst leidet der Fleischwolf. Eine gute und robuste Alternative: der Glasmixer.
Ich habe inzwischen verschiedene Rezepte veröffentlicht, in denen die Funktionen der Knetmaschine umgesetzt werden. Dann wird die Theorie an dieser Stelle praktischer.
Rezept 1: Roggenbrot mit Malzstück
Rezept 2: Dinkel-Emmer-Wurzeln
Rezept 3: Dreikornkrustis
Rezept 4: Thomas’ Weizenlaib
Rezept 5: Hornberger Burgstangen
Hinweis: Im Video verwende ich das Stahlmahlwerk, – eine Notlösung, weil das Steinmahlwerk während des Drehs nicht verfügbar war. Das Steinmahlwerk bringt für Getreideprodukte die besseren Ergebnisse.
Kenwood verkauft alsbald nur noch im Direktvertrieb. Deshalb kann die Kenwood Cooking Chef nicht mehr über mich bestellt werden.